Skoda Scala 2019, blau, Frontansicht
Foto: Neuer Hoffnungsträger im Kompaktklasse-Segment: Skoda Scala. Foto: Skoda

Rapid-Nachfolger im Vorab-Test

Skoda Scala (2019): Neuer Anlauf in der Kompaktklasse

Mit dem Hatchback in die Zukunft: Skoda stellt ab Mai 2019 mit dem Scala die Uhren neu. Hier die wichtigsten Infos.

Skoda Scala 2019 beerbt die Modellreihe Rapid

Skoda hat das Geheimnis um seine Zukunft in der Kompaktklasse gelüftet. Als Nachfolger der Modellreihe Rapid geht ab Frühling 2019 der Skoda Scala an den Start. Damit legt die VW-Tochter zum dritten Mal in ihrer Historie den Modellnamen Rapid auf Eis: Nach 1934 und 1984 wird nun auch das 2012 eingeführte Auto mit dieser Bezeichnung keinen gleichlautenden Nachfolger erhalten. Mit dem Scala markiert der tschechische Hersteller ein weiteres Mal den Beginn einer neuen Zeitrechnung in diesem Segment. Neben dem Namen wird übrigens ab dem nächsten Jahr auch die Stufenheck-Ausführung verschwinden. Unsere Vermutung: Die Ähnlichkeit mit dem marginal größeren Octavia war ein bisschen zu deutlich. Als Fließheck-Variante ("Hatchback") ist die Eigenständigkeit des Skoda Scala umso mehr gewährleistet. Damit tritt das Fahrzeug explizit in die Fußstapfen des Skoda Rapid Spaceback. 

Dass der Skoda Rapid in Deutschland es nie zu ähnlichem Erfolg gebracht hat wie seine annähernd gleichgroßen Konzernbrüder, dürfte weitestgehend mit seinem etwas biederen Design zu tun haben. Die Skoda-Neuheit Scala spricht dagegen eine deutlich modernere Formsprache. Die optischen Maßnahmen schildert Chefdesigner Oliver Stefani wie folgt: "Das Design ist erwachsener geworden, die Front steht stolzer da." Der Skoda Scala besitzt neu konzipierte Scheinwerfer, eine geschwungene Motorhaube mit Powerdome, und die Seitenlinie ist durch weichförmige Sicken, markante Radkästen und üppige Felgen gekennzeichnet. Die Kompaktklasse-Neuheit soll Kunden viel emotionaler ansprechen, wie Stefani verdeutlicht. Außerdem will man dieses optische Konzept künftig auch auf bei anderen Skoda-Neuheiten übertragen.

VW-Tochter Skoda geht mit einer Kompaktklasse-Neuheit an den Start: Der Scala vollzieht seinen Marktstart im Frühsommer 2019.
VW-Tochter Skoda geht mit einer Kompaktklasse-Neuheit an den Start: Der Scala vollzieht seinen Marktstart im Frühsommer 2019.
Foto: VW-Tochter Skoda geht mit einer Kompaktklasse-Neuheit an den Start: Der Scala vollzieht seinen Marktstart im Frühsommer 2019. Foto: Skoda

Einen Vorgeschmack gab dafür bereits die Studie Vision RS auf dem Pariser Auto Salon. Das nun vorgestellte Serienmodell hat davon so manches Element übernommen. Es fällt vor allem der kurze Überhang an der Front auf. Der am meisten veränderte Karosserie-Teil ist die Heckpartie: Die C-förmigen Rückleuchten des Rapid verschwinden, stattdessen sind neue Lichter mit Blink-Lauflicht platziert. Diese sorgen in Verbindung mit dem Skoda-Schriftzug auf der weit nach unten reichenden Heckscheibe für mehr Markanz, wenngleich letzteres ein bisschen an die Volvo-Modelle V40 und V60 erinnert. Voll-LED-Scheinwerfer gibt es auf Wunsch gegen Aufpreis.

Neuer Skoda Scala kommt mit Kampf-Preis und bis zu 150 PS

Zu wenig Platz war schon beim Skoda Rapid nicht das Problem. Gegenüber dem Vorgänger legt der Skoda Scala jedoch nochmal um sechs Zentimeter zu, auf eine Länge von 4,36 Meter. Die Breite wächst gar um neun Zentimeter und der Radstand zwischen den beiden Achsen beträgt 2,65 Meter. Klar, dass dieser Zuwachs dem Innenraum zugutekommt, was erste Tests eindrucksvoll belegen: Auch großgewachsene Menschen finden auf den hinteren Plätzen der neuen Skoda-Kompaktklasse mühelos Platz. Nach oben wird es ebenfalls nicht eng, ob nun mit Panorama-Glasdach oder ohne. Aufgrund seines Ladevolumens dürfte sich der neue Skoda Scala besonders für Familien zu einer interessanten Option entwickeln. Das legt nämlich um rund 50 Liter auf 467 Liter zu. Ist die Rückbank umgeklappt, passen bis zu 1.410 Liter hinein. Das sind rund 150 Liter mehr als beim aktuellen VW Golf VII. Der Kofferraum öffnet und schließt auf Wunsch auch automatisch.

Wie sieht es beim Skoda Scala mit dem Preis aus? Die Preisliste wird beim Skoda-Rapid-Nachfolger bei 17.350 Euro starten - berücksichtigt man das Ausstattungsangebot, wäre dies sogar etwas günstiger als beim Vorgänger. Eine spannende Frage ist natürlich auch, welche Motoren im Skoda Scala (2019) zum Einsatz kommen werden. Beim Marktstart (Termin: 18. Mai) wird auch ein altbekannter Selbstzünder wieder mit von der Partie sein, der 1.6 TDI mit 115 PS und einem Drehmoment von 250 Newtonmetern. Bei den Benzinern gibt es mittelfristig drei Optionen: Zunächst zwei Dreizylinder-Motoren mit einem Liter Hubraum und 95 PS bzw. 115 PS. Und darüber hinaus das Allround-Aggregat von Volkswagen, der 1.5 TSI mit 150 PS und Zylinderabschaltung. Ob dieser Vierzylinder das Topmodell sein oder aber noch ein Skoda Scala RS nachgereicht wird, ist bislang noch nicht klar.

Neu konzipierte Scheinwerfer, Skoda-Schriftzug und eine weit nach unten reichende Scheibe sind Merkmale der neuen Heckansicht.
Neu konzipierte Scheinwerfer, Skoda-Schriftzug und eine weit nach unten reichende Scheibe sind Merkmale der neuen Heckansicht.
Foto: Skoda
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Wird es beim Skoda Scala auch alternative Antriebe geben? Eine Elektro-Version ist zumindest noch nicht in Planung. Anders sieht es in Sachen Erdgas-Antrieb aus. Diese Ausführung wird bereits Ende 2019 an den Start gehen und eine Leistung von 90 PS generieren. Und das Getriebe? Ab Werk rollen diese Modelle dann mit manueller Schaltung auf die Straße, alternativ gibt es den Skoda Scala auch mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG). 

Freunde von gehobener Fahrdynamik können sich den Skoda Scala mit Sportfahrwerk konfigurieren, welches den Wagen 15 Millimeter tiefer legt und dazu noch einen eigenen Sportmodus besitzt. Tests bescheinigen dem neuen Scala, dass seine Abstimmung von Motor, Getriebe und Fahrwerk im Vergleich zum Vorgänger deutlich sportiver ausfällt, aber auch komfortabler ist.

Innenraum und Zubehör: Das ist neu beim Skoda Scala

Natürlich rollt der Skoda Scala mit einigen High-Tech-Features an den Start, die man beim Vorgänger Rapid noch vergeblich suchte. Den Gästen im hinteren Bereich gönnt Skoda in Zukunft neben mehr Platz auch eine eigene Sitzheizung. Im Fond lassen sich künftig auch mobile Endgeräte über USB-Anschlüsse aufladen, in Reihe eins geht dieser Vorgang auf Wunsch sogar per induktivem (schnurlosem) Laden. 

Nicht weniger wichtig: Im neuen Skoda Scala findet ein neues virtuelles Kombiinstrument Platz – und zwar im Standardmaß 10,25 Zoll und verschiedenen Darstellungsoptionen. Drei verschiedene Größen hält die VW-Tochter für das Infotainment-System bereit, wo Apple Carplay, Android Auto und ein Online-Zugang zur Verfügung stehen. Das Highlight: Der Touchscreen befindet sich nicht mehr in der Mittelkonsole, sondern thront (erstmals bei Skoda) nahezu freistehend oberhalb des Armaturenbretts. 6,5 Zoll sind bei diesem Feature der Standard. Gegen Aufpreis gibt es dann noch eine 8-zöllige oder gar 9,2-zöllige Bildschirmdiagonale. Selbstverständlich kann auch beim Skoda Scala auf Echtzeit-Daten zugegriffen werden. Das Infotainment lässt sich bei Bedarf mit Gestensteuerung bedienen. Ein weiteres Indiz für die fortschreitende Technologisierung: Den herkömmlichen manuellen Lautstärkeregler für das Audiosystem wird es im Scala nicht mehr geben.

Foto: Das Touchscreen-Display thront erstmals in einem Skoda-Modell freistehend auf dem Armaturenbrett. Die Bildschirm-Diagonale beträgt maximal 9,2 Zoll.
Foto: Das Touchscreen-Display thront erstmals in einem Skoda-Modell freistehend auf dem Armaturenbrett. Die Bildschirm-Diagonale beträgt maximal 9,2 Zoll.
Foto: Skoda

Über die optionale Zusatzausstattung des Skoda Scala ist ebenfalls schon einiges bekannt geworden. Unter anderem wird es adaptive Dämpfer geben, einen Abstandstempomaten, eine beheizbare Windschutzscheibe und Lenkradheizung, einen Parkassistenten sowie den Totwinkel-Warner.

Das sind die künftigen Konkurrenten des Skoda Scala

Die Kompaktklasse ist nach wie vor das beliebteste PKW-Segment in Deutschland. Der Klassenprimus ist der VW Golf VII, dem bereits ein Facelift spendiert worden ist und den es in verschiedenen Karosserie-Ausführungen zu kaufen gibt. Hier sind insbesondere die Modell-Versionen Golf Sportsvan und Golf Variant attraktive, allerdings nicht ganz günstige Alternativen zum Skoda Scala. Aus eigenem Hause gibt es noch den beliebteren Skoda Octavia. In der Vergangenheit hat sich dieser mit dem Skoda Rapid durchaus ein Stück weit kannibalisiert. Für den Volkswagen-Konzern buhlen ebenfalls die Modelle Audi A3 und Seat Leon höchst erfolgreich um die Gunst des Kunden. In einem direkten Vergleich haben wir die vier kompakten Volkswagen-Modelle unter die Lupe genommen.

Bei den Neuzulassungen auf Platz drei - hinter dem Octavia - befindet sich der Ford Focus. Der Kölner mit amerikanischen Wurzeln ist weltweit immer mal Spitze in diesem Segment und seit kurzer Zeit als neue Generation erhältlich. Auch die Premium-Modelle BMW 1er, BMW 2er oder das kompakte Angebot aus Schwaben mit der Mercedes A-Klasse und dem Mercedes CLA ist erfolgreich im Segment unterwegs, und da wäre ja noch der Opel Astra. An der Import-Front tummeln sich ebenfalls einige Kandidaten, die ernsthafte Konkurrenten zu den heimischen Vertretern darstellen: Hyundai i30, Dacia Sandero, Kia Ceed, Toyota Auris, Renault Megane, Peugeot 308, Mazda 3 oder der Italiener im Bunde, der Fiat Tipo.