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Artikelbild BeschreibungFahrbericht VW Touareg V6 3.0 TDI5766
Artikel
Ein erfahrener Fährtenleser

Praxistest VW Touareg V6 3.0 TDI

Wachablösung in Wolfsburg: Bald startet der neue Touareg. Ist das aktuelle Modell bereits überholt? Wir machen den Test!

Zugegeben: Ein paar Jährchen hat inzwischen auch die aufgehübschte Version der zweiten Touareg-Generation auf dem Buckel. Was wohl auch den Verantwortlichen in Wolfsburg aufgefallen ist: noch in diesem Jahr geht die neue Generation von Volkswagens Premium-Hochbeiner an den Start. Bedeutet auch: bald winken für den "Vorgänger in Spe" bei so manchem Händler voraussichtlich ordentliche Rabatte. Grund genug für uns, das Anno 2014 aufgehübschte Premium-SUV kurz vor dem Modellwechsel auf den gewundenen Straßen Südtirols nochmals einem intensiven Härtetest zu unterziehen. Genügt der Cayenne-Bruder aus Wolfsburg auch heute noch den Ansprüchen der solventen und entsprechend anspruchvollen Zielgruppe? Oder gehört der angejahrte City-Panzer inzwischen eher aufs Altenteil? Ein Fahrbericht.

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Der VW Touareg 2017: Die Optik

Gleich zu Anfang die Entwarnung: blamieren muss sich auch im Jahr 2017 sicherlich niemand mit dem wuchtigen Touareg. Vielmehr macht der Betagte optisch noch heute einen überraschend frischen Eindruck. Kein Wunder: Schließlich ließ man 2014 beim Facelift nichts unversucht, dem Premium-Riesen ein Äußeres zu verpassen, das Stand und Anspruch des Touareg gerecht wird. Und die Karosserie-Designer bei VW haben ganze Arbeit geleistet: in der flirrenden Sonne Südtirols funkelt der bullige Hochbeiner wie ein Kronjuwel - großzügige Chrom-Applikationen an Taille und Kühlergrill machen's möglich. Überhaupt ist die damals runderneuerte Frontpartie des Touareg noch immer ein echter Hingucker: Die insgesamt acht Chromstreben oberhalb und unterhalb des Stoßfängers ergeben in Kombination mit den Bi-Xenon-Leuchten eine gleichsam elegante wie durchaus martialische Schnauze, mit der der Touareg sowohl im holprigen Gelände als auch auf dem eleganten Boulevard eine überaus achtbare Figur macht, ohne sich dabei übermäßig wichtig zu nehmen. Elegant, aber nicht über-schnieke, so lautet die Formel. Unter dem Strich steht ein angenehm entspanntes Äußeres, das sicherlich auch nach Jahren noch gefällt. Angenehm abgerundet wird der positive Eindruck durch den Dachspoiler und die zwei Auspuff-Endrohre. 

Seitenansicht des VW Touareg
Frontansicht des VW Touareg
Der Alleskönner: Der Touareg fühlt sich auf jeder Bühne zuhause.

Der Touareg im Test: Souveränes Fahrgefühl

Angesichts der mächtigen Ausmaße von VWs Premium-Dickschiff sei hier Eingangs gleich das Thema "Durst" angeschnitten - ist doch das SUV im Allgemeinen nicht eben als grüner Kraftstoff-Asket berühmt. Beim Touraeg hat VW allerdings einige Maßnahmen ergriffen, um allzu zügelloser Trinkfreude wirksame Schranken zu setzen. Das geschieht zum einen durch das seit dem Facelift runderneuerte Katalysator-System und die Start-Stopp-Automatik - außerdem kann der Touareg segeln. Nautische Fähigkeiten muss der Fahrer indes nicht vorweisen. Vielmehr bedeutet das in der Praxis, dass der Motor bis Tempo 160 in Freilauf schaltet, sobald man den Fuß vom Gas nimmt.

Das Getriebe wird abgekoppelt und der Touareg rollt federleicht und kraftstoffsparend dahin - und tatsächlich: Musste sich der Wolfsburger Gigant während unserer Testfahrt bei der Auffahrt auf den Jaufenpass noch redlich mühen, ist die Abfahrt eine nahezu geräuschlose Angelegenheit. Letztlich taktete sich der Verbrauch unseres Testwagens, dem V6-Diesel mit 193 kW/262 PS, bei einem Wert knapp unter zehn Litern ein, was angesichts der schieren Masse von 2,1 Tonnen durchaus in Ordnung geht. Allerdings bot sich auf den kurvenreichen Straßen Südtirols auch kaum Gelegenheit, über längere Distanzen das Gaspedal bis zum Anschlag durchzudrücken - dann schafft der Touareg nämlich auch spielend 225 km/h. Der Verbrauch steigt freilich dementsprechend.

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Wenig auszusetzen gibt es auch in der Abteilung "Fahrgefühl". Auf den engen Kehren der berühmten Passstraße lässt sich der Touareg überraschend agil um die Kurven zirkeln, die erhabene Sitzposition sorgt gerade hier für ein hochwillkommenes Plus in puncto Übersicht. Eine gesonderte Erwähnung vierdient hier außerdem die optionale Luftfederung, die umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten im Bereich Dämpfung und Höhenverstellung erlaubt.

Auf Wunsch lässt sich der Touareg so satte 30 Zentimeter über das Bodenniveau anheben - was insbesondere dann zum Tragen kommt, wenn man VWs Kraftprotz nicht nur als Bordsteinpanzer in der City einzusetzen gedenkt, sondern ihm auch bisweilen Auslauf im holprigen Gelände gönnt. Dann geht es im aufgepumpten Zustand sehr souverän über Stock und Stein - zumal bei enormen Steigungen auch noch der Berganfahrassistent seine unterstützenden Dienste anbietet. Fest steht: in diesem SUV steckt deutlich mehr Geländegängigkeit, als man es einem Auto dieser Kategorie zutraut.

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Innenraum des VW Touareg
Egal, was man mit ihm vorhat - der Touareg meistert (fast) jede Herausforderung

Auf der asphaltierten Geraden präsentiert sich der Touareg indes exakt so, wie es die SUV-Kundschaft erwartet. Analog zur Optik protzt er nicht mit seinen Qualitäten, kann diese bei Bedarf aber jederzeit in die Waagschale werfen. Auch über Tempo 180 geht dem Touareg nicht die Luft aus und er quittiert einen firmen Druck aufs Gaspedal mit einem dezenten Knurren.

Die Achtgang-Automatik hingegen gibt sich als stiller Fleißarbeiter, die zügig und zuverlässig ihren Dienst versieht. In der Gesamtschau wirkt der Touareg so stets souverän und gleichzeitig potent - also wie einer, der jeder Herausforderung spielend gewachsen ist (wenn es nicht gerade ein Straßenrennen sein soll). Auf der Autobahn sorgt die "Adaptive Cruise Control", die die Entfernung automatisch reguliert, für zusätzlichen Komfort. Gerade auf langen Reisen wird man diese Funktion bald nicht mehr missen wollen.

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VW Touareg: Innenraum und Ladevolumen

Auch im Innenraum präsentiert sich der Touareg recht zugänglich: Die Mittelkonsole wirkt angenehm aufgeräumt und auch die Funktionen der Bedienelemente am Lenkrad lassen sich recht schnell erfassen, ohne erst ein ausgiebiges Studium des Handbuchs zu erfordern. Auf dem Display hinter dem Lenkrad lassen sich dabei allerlei nützliche Anzeigen bis hin zur Navigation darstellen. 

Natürlich ist das Infotainment inzwischen merklich in die Jahre gekommen, was sich insbesondere bei der etwas umständlichen Bedienung und der eher behäbigen Reaktionszeit des Touchscreens bemerkbar macht, aber insgesamt nach kurzer Eingewöhnungszeit nicht allzu negativ ins Gewicht fällt. Auch die Auffassungsgabe der Sprachsteuerung gibt kaum Anlass zu Begeisterungsstürmen und sorgt bei undeutlichen oder zu umfassenden Ansagen oftmals zu hanebüchenen Ergebnissen. Hier gilt die Grundregel: langsam, ganz langsam.

Grundsätzlich sind solche kleinen Zipperlein aber beleibe kein "Deal Breaker" - zumal sich die ganze Familie im Innenraum äußerst komfortabel unterbringen lässt und auch große Zeitgenossen im Fond bequem Platz finden, wo übrigens auch eine Steckdose für die Smartphones der Passagiere vorhanden ist. Platz für flüssige Verpflegung ist ebenfalls mehr als genug vorhanden: neben den obligatorischen Becherhaltern in der Mittelkonsole bieten die Ablagefächer in den Türen Platz für Flaschen. 

Gerade in der City haben wir uns über die Rundumkamera mit Einparkhilfe gefreut, die in Kombination mit der Rückfahrkamera Einparkvorgänge in engere Parklücken erheblich erleichtert. Schließlich ist der Touareg ein Riesenschiff - was man besonders dann merkt, wenn man ihn dreht und wendet. 

Infotainment des VW Touareg
Google Maps ist mit an Bord. Ansonsten ist das Infotainment etwas in die Jahre gekommen.

Auch für Gepäck und andere Ladung ist reichlich Platz vorhanden. 697 Liter lassen sich im mehr als einen Meter breiten Gepäckraum verstauen, bei umgeklappten Rücksitzen werden daraus sogar satte 1.642 Liter. An der Seite lassen sich außerdem Haken ausklappen und Gummibänder sorgen für zusätzlichen Halt bei beweglichem Ladegut.  

Fond des VW Touareg
Im Fond finden auch hochgewachsene Zeitgenossen recht bequem Platz.
Kofferraum des VW Touareg
Das Gepäckabteil bietet mehr als ausreichend Platz für diverse Gepäckstücke.

Fazit zum VW Touareg V6 3.0 TDI: Lohnt sich der Kauf?

Womit wir wieder bei der Ausgangsfrage angelangt wären. Diese lässt sich auch eigentlich recht eindeutig mit einem "Ja" beantworten - allerdings nicht ganz ohne Einschränkungen. Festhalten lässt sich jedenfalls: Auch wenn der Modellwechsel vor der Tür steht und gerade das Infotainment inzwischen sein Alter erkennen lässt, bietet der "alte" Touareg noch immer ein nahezu unwiderstehliches Gesamtpaket, das SUV-Fans mit leichten Offroad-Ambitionen eigentlich rundum zufriedenstellen sollte.

Freilich war unser Testwagen aber auch mit jeder nur erdenklichen Komfortfunktion ausgestattet - und das hat bekanntlich seinen Preis, in diesem Fall wären es insgesamt satte 94.311,00 €. Wer sich diesen Touareg nachkonfiguriert, sollte die Nummer seines Bankberaters auf dem Smartphone am besten in die Favoritenliste ziehen. Außerdem wäre da ja noch die derzeit etwas unübersichtliche Gemengelage beim Thema "Diesel". Insofern gilt: nur wer beim Händler satte Rabatte aushandeln kann und sich von eventuellen Fahrverboten nicht einschüchtern lässt, kann bedenkenlos zuschlagen. Allerdings dürfte auch eine eingehende Auseinandersetzung mit dem Thema "Privat-Leasing" kaum schaden, denn dann kann einem ein etwaiger "Diesel-Gau" recht wurscht sein: Bevor Fahrverbote greifen hat man den Selbstzünder höchstwahrscheinlich schon wieder an die Leasinggesellschaft zurückgegeben. Und das Thema Restwert geht einen in diesem Fall ja sowieso nichts an. Für uns jedenfalls war Südtirol im Touareg allemal eine Reise wert - und zur Not ersetzt das geräumige Dickschiff ja auch durchaus mal ein Hotelzimmer. 

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Bilder zum VW Touareg 2017

VW Touareg: Die Ausstattung unseres Testwagens

Touareg "Exclusive" V6 TDI BlueMotion Technology 3,0 l V6 TDI SCR 193 kW (262 PS) 8-Gang-Automatik (Tiptronic) 69.200,00 €

Tungsten Silver Metallic 950,00 €

Sonderausstattung

  • "Easy Open" - Gepäckraumklappe mit sensorgesteuerter Öffnung und elektrischer Schließung: 1.455,00 €
  • 230-V-Steckdose an der Mittelkonsole hinten: 126,00 €
  • Active Lighting System 1.385,00 €
  • Ambientepaket: 445,00 €
  • Anhängevorrichtung anklappbar, mit elektrischer Entriegelung: 925,00 €
  • Anschlussgarantie, Laufzeit 1 Jahr, maximale Gesamtlaufleistung 30.000 km: 445,00 €
  • Dekoreinlagen "Silver Net", Volkswagen Exclusive: 80,00 €
  • Diebstahlwarnanlage "Plus" mit Innenraumüberwachung, Back-up-Horn und Abschleppschutz: 455,00 €
  • Einstiegsleisten in Edelstahl, vorn beleuchtet, "Volkswagen Exclusive": 455,00 €
  • Fahrdynamikpaket mit adaptivem Wankausgleich: 3.195,00 €
  • Fahrerassistenzpaket:  3.610,00 €
  • Frontscheibe beheizbar: 470,00 €
  • Klimaanlage "Climatronic" als Doppelklimaanlage: 770,00 €
  • Knie-Airbag auf der Fahrerseite und Seitenairbags für die Rücksitze außen incl. Gurtstraffer: 475,00 €
  • Licht-und-Sicht-Paket für Memory-Pakete: 515,00 €
  • Memory-Paket "Premium": 450,00 €
  • Mobiltelefonvorbereitung "Premium" inkl. Car-Net "Guide & Inform": 815,00 €
  • Multifunktionslenkrad in Leder, mit Schaltwippen, beheizbar: 125,00 €
  • Multimediabuchse MEDIA-IN mit iPod-/iPhone-Adapterkabel, für "RNS 850": 50,00 €
  • Rückleuchten in LED-Technik: 385,00 €
  • Standheizung und -lüftung mit Funkfernbedienung und Vorwahluhr: 1.515,00 €
  • Technikpaket: 4.460,00 €
  • Umgebungsansicht "Area View" inkl. Rückfahrkamera "Rear View" und Parkdistanzkontrolle: 1.210,00 €
  • Winterpaket mit beheizbaren äußeren Rücksitzen: 345,00 €

Fahrzeugpreis (inkl. MwSt): 94.311,00 €