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Ein getunter BMW rast über den Asphalt
Ein getunter BMW rast über den Asphalt
Tuning World 2016: Brutale Schlacht auf der Drift-Kampfbahn
Ein getunter BMW rast über den Asphalt
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Tuning World 2016: Brutale Schlacht auf der Drift-Kampfbahn

Es geht nicht um Leben und Tod - sondern um alles: Die Drift-Elite trifft sich zum knallharten Shoot-Out. Nur einer kommt durch!

Alle Bilder des BMW Z4 mit freundlicher Genehmigung von Roland Redl

Fotos: TUNING WORLD BODENSEE

Der talentierte Mr. Block

Kommen wir gleich zu entscheidenden Frage. Die lautet natürlich: „Fährt er, oder fährt er nicht?“. Die Rede ist selbstverständlich vom „Godfather of Drift“, dem einzigartigen Meister der quietschenden Reifen – Mr. Ken Block himself, der auf der Tuning World Bodensee sein wird. In seinem natürlichen „Lebensraum“, dem Gymkhana-Parcours, wird man den Virtuosen aus den Staaten nämlich am Bodensee aller Voraussicht nicht erleben können – vermutlich sehr zur Ernüchterung der Fanscharen. Die Voraussetzungen wären dem herausragenden Können des Maestros ganz zweifellos würdig: die Drift Arena auf dem Messegelände bietet einen idealen Rahmen für waghalsige Kunststücke aller Art. Schwer vorstellbar, dass es Mr. Block da nicht wenigstens ein bisschen im Pedalfuß jucken wird – auch wenn er fraglos den ganz großen Auftritt bevorzugt. 

Ken Block vor einem getunten Wagen

Denn für Ken Block gelten ganz andere Regeln, als für „Otto-Normaldrifter“: Wenn Mr. Drift sich die Ehre gibt, riegeln Metropolen wie San Franzisco oder LA auch mal eben die gesamte Innenstadt ab, um dem Meister möglichst viel Raum zur freien Entfaltung zu gewähren. Davon kann ein staugeplagter Großstädter im Normalfall nur träumen. Der Erfolg der Ergebnisse spricht für sich: seit 2008 verbreiten sich Blocks hollywoodreif inszenierte Stunt-Clips in kürzester Zeit millionenfach in den sozialen Netzwerken dieser Welt. 

 

Ein getunter BMW vor Publikum.

Trotzdem: atemberaubendes Drifting auf der Tuning World!

Ken Block beschränkt sich also ganz bescheiden auf den Status des Stargasts und überlässt die Bühne ganz den Kollegen vom „Speed Drift Germany“. Auch sein legendärer „Hoonicorn“ bleibt wohl in der heimischen Garage. Enttäuschung? Trotzdem völlig fehl am Platze! Denn die Kunststücke, die Europas Beste mit ihren Boliden auf die Piste zaubern, müssen sich vor Mr. Blocks Kabinettstücken keinesfalls verstecken.

Kostprobe gefällig? Die Cracks vom Team „Gräff Motorsport“ setzten in diesem Video schon mal eine eindrucksvolle Duftmarke, was die Fans am idyllischen Bodensee erwartet:

 

Man darf davon ausgehen, dass sich die Teilnehmer für den Startschuss der 16er-Saison einiges vorgenommen haben. Es darf also über den gesamten Messezeitraum mit Gummivernichtung in höchster künstlerischer Vollendung gerechnet werden. Auch die Spannung sollte nicht zu kurz kommen – unter den kritischen Augen der Jury trennt sich in Training, Qualifikation und Finalrunden mit den Top-16-Battles die Spreu vom Weizen.

Getunte Autos vor Publikum auf der Tuning World Bodensee

Der Weg ins Finale

Unter den strengen Augen der Juroren müssen die Fahrer in vier Kriterien Top-Leistungen vollbringen: Driftlinie, Driftstil, Driftwinkel und Geschwindigkeit werden jeweils mit maximal 100 Punkten bewertet – ein Dreher hingegen reduziert die Punktzahl in allen Kategorien auf 0.  Die Besten 16 Fahrer schaffen es ins Finale – dort geht es dann nochmal richtig zur Sache: im Achtelfinale stehen sich die jeweils best- und schlechtplatziertesten Fahrer in packenden Shoot-outs gegenüber. 

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Es gilt die Maxime: es kann nur einen geben! In Viertel- und Halbfinale entscheidet sich schließlich, wer sich im Endkampf um die Drifting-Krone gegenübersteht. Übrigens: die Wertungen der Jury lassen sich während des Wettkampfs live in der Drift-Direct-App mitverfolgen – auch Infos zu Fahrern und Teams sind dort jederzeit abrufbar.

Ein getuntes Auto driftet durch die Arena. Dahinter: Das Publikum.

Drifting Stars auf der Tuning World Bodensee 2016

Im Fahrerfeld hat sich auch in diesem Jahr wieder die Szene-Prominenz versammelt. Erklärtes Ziel: gemeinsam eine Menge Spaß zu haben – und dabei vielleicht noch den Pokal zu entführen.

Der „rasende Holländer“ Gerald Dol verbindet seinen Start bei der Speed Drift sogar mit einem gemütlichen Familienausflug: er reist mit seinem Sohn Tom an. Allerdings gibt sich der Filius trotz seines zarten Alters von 16 Jahren keineswegs mit der Zuschauerrolle zufrieden, sondern geht Dank gültiger A-Lizenz selbst an den Start und wird mit seinem BMW M3 sicherlich alles daransetzen, dem Herrn Papa in seinem 500-PS-Nissan-Skyline den Sieg streitig zu machen. Es bleibt schließlich in der Familie.

Wenn die Drift-Götter ihre Aufwartung machen, kann bekanntlich mit vielem gerechnet werden – zuletzt aber mit langweiliger Serien-Stangenware an der Boliden-Front. Roland Redls BMW Z4 beispielsweise lässt mit seinen 500 PS und Umbau auf Schaltgetriebe jedes Serienmodell mächtig alt aussehen. 

Ein getuntes Auto driftet über eine Rennbahn.

Auch Ingo Hospachs Porsche 968 V8 ist mit seinen 490 PS eine echte Strecken-Granate. Der Sound dieses Porsche-Umbaus ließe sich im Übrigen am besten mit voll aufgedrehter Surround-Anlage genießen – oder natürlich gleich direkt auf den Zuschauer-Rängen der Drift-Area. 

Ein getunter BMW

Auch so mancher Vorstand eines DAX-Unternehmens könnte sich durchaus ein Beispiel an der Speed Drift nehmen. Das schöne Geschlecht ist hier nämlich auch ohne gesetzliche Quote keineswegs unterrepräsentiert: mit Bianca Lankes im Mercedes W208 und Sandra Junginger im BMW E21 gehen auch zwei Damen an den Start.

Auch einem kleinen Plausch mit den Drift-Piloten steht übrigens nichts im Wege: im offenen Fahrerlager können die Idole jederzeit in ein Fachgespräch verwickelt werden

 

Eins steht jedenfalls fest: die Vorfreude der Fans sollte sich, je näher der offizielle Startschuss rückt, langsam ins Unermessliche steigern. Bis zum 5. Mai ist wohl oder übel Geduld gefragt. Bis dahin bleibt immerhin ausreichend Zeit, sich der wahren Worte Steve McQueens zu entsinnen: „Racing is life. Anything before or after is just waiting.“