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Frontansicht eines getunten Autos
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Von der Rostlaube zum PS-Monster – Tuning für Anfänger
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Von der Rostlaube zum PS-Monster – Tuning für Anfänger

Jeder Autofreund träumt vom PS-starken Unikat. Doch schrauben will gelernt sein. Unser Ratgeber zur ehrlichen Heimarbeit.

Quelle Titelbild: flickr photobeppus

Der Tuning-Szene wird bekanntlich so einiges nachgesagt: der typische GTI-Schrauber, so die landläufige Meinung, hat den Heckspoiler nicht nur auf dem Kofferraumdeckel, sondern (frisurbedingt) auch im Nacken. Die einschlägigen Klischees sind altbekannt und müssen an dieser Stelle nicht im Detail wiederholt werden.

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Fest steht jedenfalls: viele der Vorurteile über die passionierten Auto-Bastler lassen sich kaum faktisch belegen und beruhen zumeist allenfalls auf vagem Halbwissen. Das kann aber auch an der latenten Unübersichtlichkeit der Materie liegen.

Denn tunen lässt sich nahezu jedes Fahrzeug, das jemals irgendwo auf der Welt über den Asphalt gebrettert ist – und zwar auf verschiedenste Art und Weise. 

Aller Anfang ist...verwirrend

Unter den recht schwammigen Oberbegriff „Tuning“ fallen nämlich die verschiedensten Eingriffe am geliebten Blechkameraden - von der rein kosmetischen Schnauzen-Korrektur bis zur – weitaus riskanteren – Operation am offenen Motor.

Doch gerade bei der zweiten Variante ist Vorsicht geboten: Hier tut der angehende Nachwuchs-Schrauber gut daran, die geplanten Modifikationen erst einmal auf ihre Verträglichkeit mit der  Straßenverkehrsordnung zu überprüfen. Sonst droht der Verlust der Straßenverkehrszulassung und damit eine kostspielige Fehlinvestition. 

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Das gilt besonders für das heutzutage fast unumgängliche Chip-Tuning: Die Aussicht, durch bloßes Anpassen der Software einen erheblichen Zuwachs in Punkto Motorleistung, Hubraum und Höchstgeschwindigkeit aus dem fahrbaren Untersatz zu kitzeln, ist natürlich verführerisch. Allerdings müssen auch diese Änderungen ihren Niederschlag in den Fahrzeugpapieren finden – und damit im zulässigen Bereich bleiben.

Grundsätzlich gilt: mit einem gewissen Maß an Planung ist die gediegene Turbo-Kur für den eigenen PKW eigentlich keine Raketenwissenschaft. Allerdings kann es nicht schaden, sich vorher etwas mit dem Innenleben der eigenen Karosse zu beschäftigen, bevor blindlings der Schraubenschlüssel gezückt wird. 

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Den perfekten Einstieg bietet beispielsweise die Do-it-yourself-Reihe „So wird’s gemacht“ von Schrauber-Papst Rüdiger Etzold. Dort ist in über 150 Bänden fast jedes Modell seit der Erfindung des Rads abgedeckt.

 

Endstation Sehnsucht: die Super-Tuner

Auch wenn die Gesetzgebung die Tuning-Ambitionen offensichtlich etwas ausbremst: Die Möglichkeiten für den ambitionierten Pimper sind trotzdem schier grenzenlos. Auch mit Straßenzulassung lassen sich wahre Wunderdinge bewerkstelligen.

Die slowakischen Bastler von „Profi Tuning“ kitzeln z.B. aus einem BMW 335D bis zu 440 PS heraus. Damit schafft der Sechszylinder die 0- 100 km/h in 4,8 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 300 Sachen.

Äußerlich kommt dieses Modell derart unscheinbar daher, dass man ihm diese Power überhaupt nicht zutrauen würde. Außerdem, und das ist der besondere Clou, handelt es sich um einen Diesel. 

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Auch rein optisch lässt sich Teils erstaunliches aus den Basis-Modellen herausholen. Bestes Beispiel: der Mansory Rolls-Royce Palm Edition 999. Hinter diesem etwas obskuren Namen verbirgt sich nicht etwa ein schnieker Beach-Buggy für die gepflegte Sommerfrische seiner Lordschaft.

Vielmehr haben die Bayreuther Bastler-Koryphäen von Mansory dem britischen Luxus-Klassiker ein komplettes Make-over verpasst: die „999“ bezieht sich nämlich auf den Feinheitsgrad des Goldüberzugs, mit dem alle Metallteile der Karosserie auf Wunsch überzogen werden. Außerdem macht ein neues Carbon-Bodykit für die Karosserie das altehrwürdige Straßenschiff zum echten Leichtgewicht.  

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Wobei sich die Modifikationen der Meister-Tuner keineswegs auf die reine Optik beschränken. Auch eine satte Leistungssteigerung ist Teil des Pakets: ganze 740 PS bringt der Wraith nach der „Spezialbehandlung“ auf die Straße, 300 km/h packt er in der Spitze. Wobei die ersten 100 davon bereits nach 4,4 Sekunden auf dem Tacho erscheinen. 

Auch für Einsteiger

Natürlich ist ein solches Gesamtkunstwerk für „Otto-Normaltuner“ kaum erschwinglich - selbst wenn bescheidenerweise auf die schmucken Vergoldungen verzichtet wird.

Allerdings ist es für den Nachwuchs-Schrauber keineswegs ehrenrührig, ein paar Nummern kleiner anzufangen. Auch für den kleineren Geldbeutel findet sich ein passendes Einstiegsmodell.

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Grundsätzlich gilt: die ungefähren Kosten sind von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Unter anderem spielen das Alter des Fahrzeugs und der Grad seiner „Computerisierung“ eine nicht ganz unwesentliche Rolle. Und da ist natürlich auch noch die Frage nach der handwerklichen Begabung: wer mit zwei linken Händen zur Welt kam, muss für schwierigere Umbauten zwangsläufig die Hilfe von Profis in Anspruch nehmen – was die Kosten natürlich nicht unerheblich in die Höhe treibt. 

Der Mazda MX-5 Miata beispielsweise gilt nicht nur als der weltweit erfolgreichste Roadster, sondern kann auch in Punkto Tuningpotential glänzen. Das liegt zum einen am herausragenden kommerziellen Erfolg des kleinen Straßenkreuzers; sowohl gebrauchte Miatas als auch Ersatzteile sollten sich sozusagen an jeder Ecke finden lassen.

Dabei setzt allein die Fantasie den Schrauber-Ambitionen ihre Grenzen. Vom Karosserie-Mod bis zum Austausch des schwachbrüstigen Vierzylinders durch einen mächtigen V8 ist nichts unmöglich – handwerkliches Talent einmal vorausgesetzt.  

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Es gibt viel zu tun(en) – aber was packen wir an?

Bleibt die Frage: wo beginnen? Gerade Einsteigern wird angesichts der schieren Flut an Möglichkeiten wahrscheinlich etwas der Kopf rauchen.

Erfreulicherweise finden sich im Internet zahlreiche Anlaufstellen in Form von Online-Communities, die sich meist vielstimmig und detailliert mit dem jeweiligen Objekt der automobilen Bastelleidenschaft auseinandersetzen.

Nicht nur dort wird dem blutigen Anfänger meist die klassische FFA-Kur ans Herz gelegt, will heißen: Felgen, Fahrwerk und Auspuff. Auch eine „vernünftige“ Musikanlage gilt oft als gute Einstiegsdroge in die Welt der Boliden-Bastelei. 

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Eins jedenfalls sollte der Schrauber in Spe bei allen hochtrabenden Plänen aber auf jeden Fall mitbringen: nämlich Geduld.

Die richtige Lektüre und einen genauer Plan sind Grundvoraussetzung, damit beim eigenen Traumauto-Projekt auch alles klappt und der allmächtige TÜV der Sache am Ende seinen Segen gibt.

Bis dahin reichen für den Anfang vielleicht sogar neue Sportpedale. Die lassen sich nämlich ohne großen Aufwand auf den alten befestigen. So lässt sich der eigene Selfmade-Bolide innerhalb von Minuten optisch aufwerten. Und das ganz ohne Chiptuning.