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Artikelbild BeschreibungEpic Fails: Jetpack & Co. – 5 gefloppte Fortbewegungsmittel 1984
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Epic Fails: Jetpack & Co. – 5 gefloppte Fortbewegungsmittel
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Artikel

Epic Fails: Jetpack & Co. – 5 gefloppte Fortbewegungsmittel

Sie scheiterten trotz Glanz und Gloria: Weder Gaddafi noch James Bonds konnten diese Mobilitätskonzepte retten.

Nr. 5: Gaddafis „Auto der Zukunft“

Muammar al Gaddafi war zweifellos ein lupenreiner Despot. Andererseits war er aber auch extrem vielseitig. Er verfasste u.a. sogar einen Gedichtband mit dem Titel: "Das Dorf, das Dorf, die Erde, die Erde und der Selbstmord des Astronauten".

Außerdem wollte er die Schweiz zerschlagen, den Fußball reformieren – und ganz nebenbei hat er auch noch ein Auto erfunden. Wobei „erfunden“ vielleicht etwas zu viel gesagt ist: von Amts wegen verlieh er seiner Schöpfung das schöne Prädikat „Auto der Zukunft“. Außer ein paar Zusatzairbags bietet es aber nichts Außergewöhnliches oder gar Neues.

Alles in allem sieht die „Rakete der Volksmassenrepublik“ aus wie ein vorne und hinten angespitzter Alfa Romeo 159. Nach Gaddafis Ende fand sich allerdings kein neuer Liebhaber für diese "Chef-Sache".

Das Auto mit dem Namen "Rakete der Volksmassenrepublik" das angeblich auf den Entwürfen von Libyens ehemaligen Machthaber Muammar Al-Gaddafi basieren soll.
Gaddafis "Rakete der Volksmassenrepublik". Was sie zum "Auto der Zukunft" macht, ist unklar.

Glamour-Faktor:

Falls man ihn schon vergessen hat: Muammar Al-Gaddafi –  das war Iwan der Schreckliche und Harald Glööckler in Personalunion. Besonderes Markenzeichen: eine weibliche Leibgarde, durchweg jungfräulich. Bildquelle: BRQ Network

Der späte Muammar Al-Gaddafi mit Wickelturban vor Mikrofonen.
Gaddafi: Iwan der Schreckliche und Harald Glööckler in Personalunion. Bildquelle: BRQ Network

Nr. 4: Der BMW „Hydrogen 7“

Die Idee, einen wasserstoffgetriebenen Verbrennungsmotor zu bauen, galt schon seinerzeit als äußerst eigenwillig. BMW ließ sich aber nicht davon abbringen, der Welt im Jahre 2007 den sogenannten „Hydrogen 7“ als „0-Liter Auto“ zu präsentieren.

Das Auto hält wahrscheinlich den Rekord in der Kategorie „fun facts“: wenn man es 2 Tage stehen ließ, verdampfte der halbe Tankinhalt und aus dem Zwölfzylindermotor kitzelte es gerade einmal 260 PS (statt der üblichen 450). Vom Kofferraumvolumen war am Ende auch nur noch die Hälfte übrig und wenn man auf Tube drückte, konnte man auf 100 Kilometern problemlos mehr als 50 Liter Wasserstoff verbrauchen. Letzteres vertrug sich nicht allzu gut mit dem „0-Liter“-Claim und der Spiegel rechnete schließlich vor, dass der Hydrogen 7 genauso viele Emissionen produzierte wie ein ausgewachsener 40-Tonner.

Das gab dem seltsamen Gefährt dann wohl den Rest: BMW verzichtete auf die geplante Serienfertigung und verwendet Wasserstoff inzwischen für Brennstoffzellen –  so wie alle anderen Autobauer auch.

Fronatansicht des BMW Hydrogen 7, eines BMW 7ers mit Wasserstoffverbrennungsmotor.
Hydrogen 7: Ein "0-Liter-Auto", das 50 l auf 100 km verbraucht. BMW sah da keinen Widerspruch.
Der ehemalige FDP-Partievorsitzende und deutsche Vizekanzler a.D. Dr. Guido Westerwelle bei einer Rede auf einer Parteiveranstaltung.
Guido Westerwelle: seine Karriere verlief parallel zu der des Hydrogen 7. Bildquelle: Dirk Vorderstraße

Glamour-Faktor:

Um den H7 gesellschaftsfähig zu machen, wurden einer Reihe von Prominenten mit Vorbildfunktion zunächst je ein Modell überlassen. Darunter waren z.B. Guido Westerwelle, seinerzeit Außenminister in Spe und Erwin Huber, damals bayerischer Wirtschaftsminister. Das deren Karrieren danach parallel zum Schicksal ihres Autos verliefen, ist aber wohl nicht allein dem Hydrogen 7 zuzuschreiben.

Bei verschiedenen Presseevents wurden dann auch noch allerlei Prominente per H7-Limousinen-Shuttle herumgegondelt. Die weniger wichtigen unter ihnen mussten dafür anschließend eine kleine Lobpreisung auf dieses "Zukunftsauto" zum Besten geben. Im Nachhinein ist dieses Marketing-Theater, das auf der BMW-Webseite nachlesbar ist, höchst unterhaltsam. Was aus den verteilten "Promi-Mobilen" letztendlich wurde, ist dagegen nicht überliefert. (Bildquelle:Dirk Vorderstraße)

3. Das Hemp Car

Im Jahr 1941 hat Henry Ford ein Auto vorgestellt, bei dem im großen Stil Pflanzenfasern verbaut wurden – das ist wohl das einzige, was am sogenannten Hemp Car als unumstritten gilt. Von da an scheiden sich die Geister – in eine offizielle Lesart und allerlei Verschwörungstheorien.

Das Besondere dabei ist, das keine der beiden Versionen wirklich einleuchten will: die von Ford hierfür eingerichtete Webseite erwähnt nur in einem Nebensatz, dass beim Hemp Car (hier nennt man es "Soybean Car") Hanffasern zum Einsatz kamen. Das Ende erklärt man sich hier so: Nachdem die USA 1941 in den Zweiten Weltkrieg eintraten, wurde die private Autoproduktion aufgrund der Stahlknappheit stark beschränkt. Dass dies aber gerade ein Modell hinwegfegt, das ausdrücklich mit sehr viel weniger Stahl auskommt, ist dann doch etwas verwunderlich. Nachdem Weltkrieg sei das Auto dann jedenfalls irgendwie „in Vergessenheit“ geraten und zufälligerweise gingen auch noch alle Skizzen und Dokumente dazu „verloren“.

Bei der Gegenseite klingt die Geschichte hingegen so: Das Hemp Car war auf jeden Fall vorwiegend aus Hanf (einige gehen sogar noch weiter und sinnieren über einen CO2-freien Antrieb mit „Flüssighanf“). Eine Verschwörung von Papier- und Nylonmagnaten habe dieser richtungsweisende Erfindung aus reiner Profitgier aber schließlich den Gar ausgemacht und wolle sie seitdem aus dem Geschichtsbüchern tilgen...

Henry Ford 1941 mit dem Ford Sybean Car, besser bekannt als Hemp Car.
Soybean Car oder Hemp Car: An diesem Auto scheiden sich die Geister.
Szene aus einer berühmten Aufnahme, in der Henry Ford mit einer Axt auf das Ford Hemp/Soybean Car einschlägt, um dessen Robustheit zu demonstrieren.
Das Hemp Car: sehr robust!

Glamour-Faktor:

Das Hemp-Car spielt die Hauptrolle in einem berühmten Video, in dem Henry Ford höchstpersönlich mit einer Axt auf dessen Kofferraumdeckel einschlägt, um zu zeigen, wie widerstandsfähig das Material ist.

Genau genommen handelt es sich in dieser Aufnahme aber wohl gar nicht um das Hempcar, sondern um Henry Fords Privatauto. Dort ließ er extra für diesen Stunt wohl den Kofferraumdeckel eines einen Hemp Cars anbringen. Der Casus „Hemp Car“ ist also in jeder Hinsicht verwirrend.

 

Zeichnung auf der ein Mann im Anzug zu sehen ist, der mit Hilfe eines Raketenrucksacks (Jetpack) in der Luft schwebt.
So wäre das Pendeln ein Spaß!

Nr. 2: Das Jet-Pack

James Bond stand schon 1965 im Film Feuerball ein Jetpack zur Verfügung. Seitdem warten Viele sehnsüchtig auf den großen Tag, an dem sie endlich auf diese Weise zur Arbeit fliegen dürfen. Dem ist man in den letzten 50 Jahren aber kein Stück näher gekommen.

Die gesamte Hoffnung ruhte zuletzt auf Google X – jener berüchtigten Abteilung des Suchmaschinenimperiums, der sonst kein Projekt zu groß ist (künstliche Intelligenz, selbstfahrende Autos …). Beim Jetpack allerdings strichen selbst diese Tech-Hasardeure die Segel: 2014 gab ihr Chef bekannt, dass aus dem Jetpack wohl bis auf weiteres nichts wird.

Glamour-Faktor:

James Bond. Noch Fragen?

Nr.1: Das Hyperloop

Tesla Chef Elon Musk hatte mal die Idee, den Mars mit Atomraketen zu beschießen, um ihn bewohnbar zu machen. Das klingt schon recht verrückt – verglichen mit dem „Hyperloop“ ist dieser Einfall aber eher harmlos.

Das Hyperloop soll nämlich wie eine Art Rohrpost für Menschen funktionieren: Durch riesige Röhren werden Kapseln geschossen, in denen die Fahrgäste sitzen. Damit die Röhren immer schön eben verlaufen, stellt man sie auf Säulen. So weit so gut. Doch das ist Musk noch lange nicht genug: Erstens sollen die Kapseln auf einem Luftkissen schweben und zweitens muss in der Röhre ein Teilvakuum herrschen, damit drittens die Kapseln Geschwindigkeiten jenseits der Schallmauer (1.225 km/h) erreichen. Bildquelle: Sam Churchill

Skizze einer möglichen Passagierzelle des Hyperloops, einem Projekt von Elon Musks Zweitfirma "Space X".
Mit Flügeltüren: Die schwebende Überschall-Unterdruck-Passagierzelle. Bildquelle: Sam Churchill

Glamour-Faktor:

Elon Musk! Wo er auftaucht, fallen reihenweise Nerds in Ohnmacht. Bildquelle: Steve Jurvetson

Elon Musk bei einer Präsentation des Tesla Motors SUVs "Model X".
Hier haben sich Flügeltüren bewährt: Elon Musk präsentiert das Model X. Bildquelle: Steve Jurvetson