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Artikelbild BeschreibungDer Concept IAA: per Transformer-Mode zum Weltrekord1997
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Der Concept IAA: per Transformer-Mode zum Weltrekord
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Der Concept IAA: per Transformer-Mode zum Weltrekord

Ein Mercedes mit Transformer-Modus? Das klingt nach Hollywood. Reines Popkorn-Kino also – oder doch ein echter Blockbuster?

Spätestens seit dem ikonischen DeLorean DMC-12 ist hinlänglich bekannt, dass selbst die futuristischste Optik im Zweifelsfall wenig nützt, wenn sich unter der Haube Technik von Vorgestern verbirgt. Da hilft dann auch kein Flux-Kondensator.

Beim Mercedes Concept Intelligent Aerodynamic Automobile, kurz Concept IAA (wie die Automesse, auf der er übrigens auch vorgestellt wurde), ist es genau umgekehrt: hier war die Technik hinter der coolen Zukunftsoptik offensichtlich kein bloßer Nachgedanke. Ganz im Gegenteil: bei der Daimler-Studie gilt eher das altehrwürdige Design-Credo „Form follows function“.

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Windschnittigkeit vor Design

Der Verzicht auf Außenspiegel und Türöffner geschieht dementsprechend ganz im Dienste der Aerodynamik. Kameras sorgen dafür, dass man nach hinten nicht im Blindflug unterwegs ist. Das liegt derzeit durchaus im Trend. Eine ähnliche Technik steckt beispielsweise auch im Concept_One von Rimac. Solche Vorkehrungen machen beim Concept IAA – im Gegensatz zu vielen anderen Messekonzepten – auch tatsächlich Sinn. Denn der windschnittige Bolide ist nämlich keine Attrappe, sondern durchaus fahrtüchtig. Der wirkliche „Wow-Effekt“ stellt sich sogar erst ein, wenn der Concept erst einmal Fahrt aufgenommen hat.

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Unter der Haube des großzügig dimensionierten Viertürers findet sich erst einmal altbekanntes, sprich der Plug-in-Hybridantrieb des C 350 e. Der kann bekanntlich mit 279 PS aufwarten und gilt gemeinhin als genügsames Kraftpaket. Ganz ohne die Rückendeckung des Verbrenners kommt der 350er allerdings nicht allzu weit: magere 31 Kilometer reichen allenfalls für die sonntägliche Fahrt zum Bäcker.

Diesen Wert kann der Concept IAA mit 66 Kilometern mehr als verdoppeln. Was nicht zuletzt einer deutlichen Gewichtsreduktion geschuldet ist – und einer spektakulären „Transformer-Mode“. Schon klar - mit diesem Vergleich bewegt man sich auf denkbar ausgetretenen Pfaden. Aber angesichts der erstaunlichen Verwandlung, die der Concept IAA hinlegen kann, darf man schon mal „blockbustermäßige“ Sprachbilder bemühen. 

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Die Transformation beginnt

Denn wer den Boliden aus Stuttgart auf Tempo 80 beschleunigt, der wird sich vermutlich vergewissern wollen, ob auf dem Beifahrersitz nicht doch Michael Bay Platz genommen hat. Dann nämlich beginnt, angetrieben von 15 Elektromotoren, mit vernehmlichem Surren die erstaunliche Verwandlung des Concept IAA: am Heck werden acht Segmente ausgefahren, die den Wagen von 5,04 auf 5,39 Meter verlängern.

Doch damit ist die wundersame Metamorphose noch nicht beendet: am Kotflügel schieben sich sogenannte Frontlaps nach außen und sorgen für bessere Umströmung. Eine Querstrebe am Unterboden sorgt auch dort für bessere Windschnittigkeit. Selbst die Felgen betreiben Selbstoptimierung und rücken durch eine Federung auf eine Ebene mit der Karosserie – et voilà: Fertig ist das Aerodynamik-Wunder! 

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Dass der Concept IAA diesen Namen auch wirklich verdient hat, zeigt ein Blick auf die nackten Zahlen: auf 0,19 cW kann der Luftwiderstand durch die Transformation verringert werden – der Weltrekord für Serienautos. Wobei der Concept IAA in dieser Form kaum in die Fertigungsstraße einbiegen wird. Zukunft haben die in ihm verbauten Innovationen natürlich trotzdem – für diese Voraussage kann man sich den Blick in die Kristallkugel sicherlich sparen. So wird gemeinhin davon ausgegangen, dass das Karosseriedesign die Optik der neuen E-Klasse vorwegnimmt. Also könnte schon 2016 zumindest teilweise ein Wiedersehen anstehen. 

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Innovationen mit Serienreife

Auch das futuristische Bedienkonzept der des Bordcomputers ist keine Zukunftsmusik und soll schon bald den gewohnten Drehschalter ablösen, der bisher bei Daimler für die Steuerung fast aller Funktionen verantwortlich zeichnete.

Mit der „Optischen Finger Navigation“, kurz OFN, hält das vom Smartphone inzwischen hinlänglich bekannte Touch-Interface nun endlich auch in den Serienmodellen aus Stuttgart Einzug. Für die Bedienung reichen die Daumen völlig aus – das ist intuitiv und sorgt zudem dafür, dass man der Straße trotz umfangreichem Unterhaltungsprogramm noch immer die Aufmerksamkeit widmen kann, die sie verdient.

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 „Blockbustermäßiges“ Fahrvergnügen

In diversen Worst-of-Listen oder im Kuriositätenkabinett wird der Concept IAA also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht auftauchen. Denn er ist eben kein reines Show-Car, das staunenden Messebesuchern den Blick in eine (ungewisse) Zukunft ermöglichen soll.

Denn trotz futuristischer Optik lässt sich anhand des Concept IAA anschaulich aufzeigen, wohin die Reise der Marke Mercedes in nächster Zukunft gehen könnte – beziehungsweise wird.

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Insofern hat der Straßen-Transformer aus dem Schwabenland mit dem DeLorean eigentlich nur gemein, dass man auch ihn mit der Kinoleinwand in Verbindung bringt.  Da allerdings enden die Gemeinsamkeiten bereits. Denn der Concept IAA bietet dem Fahrer ein tatsächliches Blockbuster-Erlebnis – anstatt nur in einem mitzuspielen.