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Halbseitenansicht des Skoda Octavia Combi. Bild: Skoda
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Test und Preis-Check Skoda Octavia 2017

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Viel Auto fürs Geld - das kann beim Skoda Octavia nach wie vor aufgehen. Aber nur, wenn man bei der Konfiguration mitdenkt!

Nun hat er also ein Vier-Augen-Gesicht. Skandal! Macht ihn das zu einer Kopie der alten Mercedes E-Klasse? Ist er nun verschandelt? Die Aufregung um die neuen Lichter am Skoda Octavia ist groß. Wenn man allerdings genauer hinsieht, merkt man schnell: So groß ist der Unterschied nun auch wieder nicht. Die Sache mit den Lichtern lässt ihn halt ein wenig frischer wirken. Ein typisches Facelift eben. Nur, dass der vordere Scheinwerferblock jetzt eben zweigeteilt ist. Macht ihn das zu einem Mercedes-Klon? Ganz sicher nicht, zumal die Stuttgarter das „Vier-Augen-Prinzip“ mit der neuesten Generation der E-Klasse bereits aufgegeben haben.

Warum dann also all der Terz? Vielleicht hängt es mit der "altdenglischen" Weisheit „never change a running system“ zusammen: Man hat Angst, dass der Skoda Octavia auf einmal Design-Allüren bekommt und nicht länger der Preis-Leistungs-Hammer bleibt, der er immer war und für den man ihn liebt. Und wer die Preiskataloge des Octavia studiert, merkt schnell: inzwischen muss man mitdenken, sonst wird es teuer. Grundsätzlich ist der Tscheche nämlich immer noch sehr auf Kosten/Nutzen optimiert. Aber in Form von Ausstattungspaketen und sonstigen Extras schleichen sich inzwischen verführerische Preistreiber ein. Daher gilt: Augen auf beim Eierkauf! Am Konfigurator muss man den Octavia nämlich inzwischen mit viel Vorsicht genießen.

Bilder zum Skoda Octavia 2017

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Der Skoda Octavia: Die Motoren

Von 85 KW (115 PS) bis zum RS-Modell mit 180 KW (245 PS) reicht die Bandbreite der verfügbaren Octavia-Aggregate. Folgende Benziner sind erhältlich:

  • 1.2 TSI, 63 kW/86 PS, maximales Drehmoment: 160 Nm. Preis: ab 17.450 Euro
  • 1.0 TSI, 85 kW/115 PS, maximales Drehmoment: 200 Nm. Preis: ab 19.350 Euro
  • 1.4 TSI, 110 kW/150 PS, maximales Drehmoment: 250 Nm. Preis: ab 21.290 Euro
  • 1.8 TSI, 132 kW/180 PS, maximales Drehmoment: 250 Nm. Preis: ab 28.790 Euro

Bei den Selbstzündern stehen folgende Motorisierungen zur Wahl:

  • 1.6 TDI (66 kW), 66 kW/90 PS, maximales Drehmoment: 230 Nm. Preis: ab 20.910 Euro
  • 1.6 TDI (85 kW), 85 kW/115 PS, maximales Drehmoment: 250 Nm. Preis: ab 22.150 Euro
  • 2.0 TDI (110 kW), 110 kW/150 PS, maximales Drehmoment: 340 Nm. Preis: ab 28.050 Euro
  • 2.0 TDI (135 kW) 4x4, 135 kW/186 PS, maximales Drehmoment: 380 Nm. Preis: ab 36.160 Euro.

Dabei gelten alle Motorisierungen als – verhältnismäßig – spritzig: Der 1,2 Liter TSI ist mit 63 kW (86 PS) aber vielleicht doch etwas zu schwachbrüstig, wenn es auf die Autobahn geht. Als Publikumsliebling gilt seit Längerem der 2.0 TDI mit 110 kW (150 PS), der mit einer Höchstgeschwindigkeit von 213 km/h (DSG) bzw. 218 km/h (Handschalter) dann auch absolut „autobahntauglich“ ist.

Ein kleines Fragezeichen hängt derzeit allerdings über allen Dieselmotoren, seitdem inzwischen die tatsächlichen Abgase im alltäglichen Straßenverkehr zur Debatte stehen. Und auch wenn es wohl eher nicht zu Fahrverboten kommen wird: Ganz ohne bange Momente, in denen man sich um den Wiederverkauf sorgt, bekommt man einen Selbstzünder derzeit wohl nur via Kilometerleasing. Dort kann einem der Restwert nämlich völlig „wurscht“ sein.

Der Skoda Octavia: Antrieb und Getriebe

Akutes Sparpotenzial herrscht beim Doppelkupplungsgetriebe, das zwar sehr „porschig“ klingt, aber dafür auch gleich Mal 1.800 Euro mehr kostet. Da fragt man sich, ob es überhaupt zum Skoda Octavia passt. Denn wer selbst ein wenig Spaß am Schalten hat, der schätzt dieses Extra eigentlich eher als Mittel, um Spitzenzeiten aus (Super-)sportwagen heraus zu kitzeln. Und der Octavia kann mit seinen bis zu 245 PS (RS-Version) zwar auch eine ganze Menge Spaß machen – Formel-1-Schaltpaddel wirken hier im Zweifel aber eher ein wenig zu "gewollt".

Der Performance-Effekt ist ebenfalls fraglich: Mit normaler Handschaltung sprinten die Octavias meist nur minimal langsamer und haben dafür einen etwas besseren Topspeed. Hier kann man also getrost geizen, auch wenn die manuelle Octavia-Schaltung als ein ganz klein wenig hakelig gilt.

Ähnliches gilt für den Allrad: Wenn man entsprechend hoch oder abgelegen wohnt, ist das sicher eine tolle Sache. Andernfalls hat man vielleicht doch etwas mehr Spaß, wenn man stattdessen in ein paar PS mehr investiert, und die dann einfach „dreckig“ über die Vorderachse jagt. Dem Verbrauch tut "4x4" ja bekanntlich ebenfalls nicht gut ... .

Seitenansicht des Skoda Octavia.
Lieber ein paar PS mehr, die "dreckig" an der Vorderachse ziehen? Foto © Skoda

Active, Ambition, Style und L&K: Die Ausstattungslinien für den Skoda Octavia

Allein über die Ausstattungspakete kann man den Preis für einen Octavia schon fast verdoppeln. „Acitve“ steht dabei für die reine Basis-Version, die aber durchaus ordentlich ausfällt: elektrische Fensterheber, ESC, Start-Stopp-Automatik mit Bremsenergiezurückgewinnung, Halogenscheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht, ein Soundsystem mit vier Lautsprechern, eine Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung und eine Dachreling sind auf jeden Fall schon mal mit an Bord.

Die restlichen Punkte auf der „Active“-Liste klingen aber schwer nach Selbstverständlichkeiten, so beispielsweise die „Kopfstützen vorne“, die ja gesetzlich vorgeschrieben sind. Und einen Mittelklasse-Kombi der keine „3 Kopfstützen hinten“ hat, würde im 21. Jahrhundert sicher auch niemand mehr kaufen. Selbiges gilt wohl auch für die „Sitzbezüge in Stoff“ – nackte Schaumstoffpolster wären da sicher keine echte Alternative.

Bei „Ambition“ (2.100 Euro mehr) kommen dann weitere Annehmlichkeiten dazu, wie z.B. das Maxi-Dot Display, ein klimatisierbares Handschuhfach, Nebelscheinwerfer, ein Tempomat, Klimaanlage, Parksensoren hinten, ein Licht- und Regensensor, insgesamt 8 Lautsprecher und „Dekor-Einlagen in Aluminium-Optik“.

So richtig spaßorientiert wird es dann aber erst ab „Style“ (3.600 Euro Aufpreis). Da gibts dann noch Lendenwirbelstützen (vorne), einen Berganfahrassistent, eine 2-Zonenklimaautomatik, eine Telefonfreisprecheinrichtung mit Bluetooth, Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht, Teilledersitze, Sitzheizung vorne, DAB+, vollelektrische Außenspiegel und, last but not least, Leichtmetallfelgen (16“)  obendrauf.

Das ist dann eigentlich auch schon genug des Guten, denn die nächste Eskalationsstufe namens „L&K“ klotzt mit 13.450 Euro dann doch recht dicke – vor allem in Relation zum Basispreis von gerade einmal 18.150 Euro. Außerdem liegt diese Variante damit sogar über dem Preis, den man für die Dampfhammer-Version „RS“ bezahlen muss. (31.590) Dafür gibt´s bei "L&K" dann aber auch die eingangs erwähnte Feinkost: Alcantara, Ambientebeleuchtung, 18“ Leichtmetallfelgen und dergleichen mehr. 

Wir halten fest: Leichtmetallräder gehören im 21. Jahrhundert schon ein wenig zum guten Ton, das „L&K“ Paket schießt preislich dann aber doch ein wenig über das Ziel hinaus. Wenn Paket, dann „Style“.

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Unser Skoda Octavia: Welche Extras müssen rein?

70 Euro, das klingt vertretbar. Dafür gibt es das Ausstattungspaket „Ablage“: Abfalleimer in der Innentüre, Universal-Smartphone-Ablage in der Mittelkonsole und eine gummierte Wendematte im Kofferraum. Hier geht es also eher um die kleinen Dinge, die einem das Leben auf Dauer aber doch ein ganzes Stück leichter machen. Das Infotainment-System ist dagegen wirklich eine Geschmacksfrage. Denn im Prinzip klingt das „Amundsen“-Paket für 950 Euro völlig ausreichend: 8 Zoll Farbdisplay, USB-Anschluss, SD-Kartenslot, Line-In Audio-Anschluss, SmartLink+ (MirrorLink, Android Auto, Apple CarPlay), Smartgate, DAB+, Komfort-Telefonfreisprecheinrichtung Bluetooth mit Sprachbedienung, Phonebox mit induktiver Aufladefunktion und Verbindung über die Außenantenne. Das Ganze ist auch noch 3 Jahre lang online. Und - kurioserweise - sortiert Skoda auch noch eine Gepäcknetztrennwand ins Infotainment-Paket mit ein. 

Das größere Paket „Business-Columbus“ kostet mit 2.350 mehr als das doppelte, bietet dafür aber vor allem ein kapazitives 9,2"-Touchdisplay und, passend zum Gepäcknetz, eine elektrische Heckklappe. Wer mag, der kann weitere 850 Euro in ein „Licht & Design“ Paket investieren, dafür gibt´s dann so ziemlich alle Scheinwerfer als LEDs und dazu noch ein bisschen was aus der Kategorie „fancy stuff“, wie etwa eine Ambientebeleuchtung, Dekor-Einlagen in "Dark-Brushed" und Chromzierleisten auf den Seitenfenstern. Das sind also die Versuchungen, die einen jenseits des guten, alten Skoda-Purismus erwarten.

Das Geld hierfür könnte man aber getrost in etwas Handfestes investieren: In ein gepflegtes Soundsystem, zum Beispiel. Für 470 Euro gibt das mit allem drum und dran: 8 Lautsprecher, einem Zentrallautsprecher und einem Subwoofer. Für weitere 50 Euro kann man dann mit der Müdigkeitserkennung auch gleich die größte Gefahr beim Autofahren überhaupt bekämpfen. Nochmal180 Euro oben draufgelegt und man hat eine, gerade im Winter, äußerst praktische Frontscheibenheizung.

Innenraum Skoda Octavia.
Zu viele Abstriche beim berühmten Skoda-Purismus? Foto © Skoda

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Fazit zum Skoda Octavia

Beim Motor sollte man natürlich nicht sparen, daher kann man hier ruhig auf den 2.0 TDI gehen – 150 Pferdchen sind im Prinzip ja nicht zu viel und nicht zu wenig. Das Style-Paket liefert dann eine solide Basis in Sachen Felgen und Exterieur. Das Ablagepaket klingt unglaublich praktisch - und das für einen ziemlichen Spottpreis. In Sachen Infotainment sollte man auch mit dem etwas kleineren „Amundsen“- Paket hinkommen, schließlich ist das Gepäcknetz ja auch hier schon enthalten. „Licht und Design“ klingt dagegen durchweg entbehrlich – vor allem, wenn durch einen Verzicht Ressourcen für das mit 470 Euro recht akzeptabel eingepreiste Soundsystem frei werden. Dazu noch Müdigkeitserkennung und Frontscheibenheizung et voila: Fertig ist ein ausgefuchster Skoda Octavia für ca. 30.000 Euro.