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Polestar 2, weiß, Frontansicht Bild: Volvo Polestar
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Performance-Submarke macht Ernst

Polestar 1 und 2: Volvos Elektro-Ära beginnt

Das Hochleistungs-Coupé "1" ist der Vorreiter. Mit der Sportlimousine Polestar 2 läutet Volvo 2020 seine E-Offensive ein

Die Umbruchphase im Hause Volvo steht vor der Vollendung: Die noch junge Tochter Polestar meistert den Wandel vom Tuninglabel hin zum eigenständigen Sportwagen-Hersteller. Seinen Anfang nahm das Ganze vor mehr als 20 Jahren, als 1996 das Rennteam Flash Engineering gegründet wurde. Nachdem im Jahr 2004 der Eigentümer gewechselt hatte, setzte das Motorsport-Projekt sein Dasein unter dem Namen "Polestar" fort. Die Rennwagen der Manufaktur basierten zu diesem Zeitpunkt bereits auf Volvo-Modellen, die in der Folge auch als hochmotorisierte Tuningvarianten von der schwedischen Traditionsmarke Volvo vermarktet wurden. Die sportlichen Ausführungen erfreuten sich bei den Anhängern einer großen Beliebtheit und so erfolgte 2015 die Übernahme durch den Autohersteller. Seitdem wird die Marke Polestar eigenständig mit Fahrzeugen aus dem Performance-Bereich bestückt und agiert in dieser Rolle nunmehr als Speerspitze unter dem Konzerndach der Volvo Group. Beispiele prominenter Rivalen, die diesen Weg bereits erfolgreich beschritten haben, gibt es reichlich: BMW M GmbH, Mercedes-AMG, Audi Sport GmbH oder auch Abarth, die Performance-Tochter von Fiat.

Polestar 1, Frontansicht, Fahraufnahme
Begründer einer Gattung neuer Performance-Fahrzeuge mit Elektromotor: Polestar 1. Bild: Volvo Polestar

Hochleistungs-Coupé Polestar 1 mit Hybrid-Herz und 600 PS

Den Anfang machte 2016 die Volvo-Mittelklasse S60/V60 Polestar, Limousine und Kombi boten mit 367 PS deutlich mehr Leistung als das herkömmliche Chiptuning von Serienmodellen. Die chinesische Volvo-Mutter Geely will Polestar als exklusive Performance-Marke mit elektrifizierten Antrieben etablieren. Der Vorreiter für dieses Unterfangen ist der Polestar 1 - ein elegantes Sportcoupé mit Plug-in-Hybrid-Antrieb. Die Fertigung begann Anfang dieses Jahres, ab Sommer 2019 kommt der dynamisch gezeichnete 2+2-Sitzer zum Preis ab 155.000 Euro auf den Markt. Der Athlet mit dem Doppelherz fährt laut Hersteller bis zu 150 Kilometer rein elektrisch – und bietet damit mehr elektrische Reichweite als alle anderen Plug-in-Hybriden. Die Besonderheit: Der Verkauf des Polestar 1 wird nicht die Regel sein, vielmehr sollen Kunden das Volvo-Coupé per Abo-Modell mit All-Inclusive-Service in Anspruch nehmen. Die wenig bescheidenen Leistungsdaten? Der Vierzylinder-Benziner in Kombination mit den Elektromotoren generiert 441 kW/600 PS!

Die Eigenschaft als Hochleistungs-Gefährt unterstreicht auch folgender Wert: Das Drive-E-Aggregat des Polestar 1 entwickelt 1.000 Newtonmeter Drehmoment! Mit dem „1“ setzt Volvo Polestar ein erstes Ausrufezeichen. Von ihm sollen jährlich etwa 500 Einheiten entstehen. So wird das exklusive Hybrid-Coupé letztlich nur wenigen, gut betuchten Kunden vorbehalten bleiben und speziell auf deutschen Straßen wohl eher rar bleiben.

Polestar 2: Dynamik, Urväter-Tugenden und hohe Reichweite

Anders wird sich dies beim ersten Polestar-Elektroauto darstellen. Denn langfristig plant die skandinavische Premiummarke Volvo mit ihrer Performance-Tochter den Einstieg in den Massenmarkt. Schon bald will Volvos junger Ableger E-Autos einem größeren Publikum anbieten. Den Einstieg in dieses Segment stellt die Sportlimousine Polestar 2 dar, wo beeindruckende Fahrleistungen mit einem gehobenen Reichweiten-Potenzial kombiniert werden. Diese Symbiose wird bei der Volvo-Neuheit 2020 mit moderateren Preisen garniert, was den Polestar 2 auch für die Mittelschicht interessant machen soll. Die Limousine befindet sich mit einer Länge von 4,60 Meter am oberen Ende der Kompaktklasse und ist beispielsweise knapp 14 Zentimeter länger als die Audi A3 Limousine. Die Urväter lassen grüßen: Wie in der Volvo-Tradition verankert, handelt es sich auch beim ersten Elektroauto um ein robustes, agiles Gefährt mit besonders tiefem Schwerpunkt. Im Gegensatz zu „Schneewittchen-Sarg“ und Co. ist beim Polestar 2 auch die im Fahrzeugboden integrierte Batterie hierfür mitverantwortlich. Der Akku bietet eine Speicherkapazität von 78 Kilowattstunden, dies sorgt für eine stolze Reichweite gemäß WLTP von bis zu 500 Kilometern.

Wie weit sinkt dieser optimistische Wert bei entsprechend sportlicher Fahrweise im Alltag? Das ist eine spannende Frage. Insgesamt vier Elektromotoren - je zwei Stück an Vorder- und Hinterachse kommen zum Einsatz und bilden eine Systemleistung von 300 kW bzw. 408 PS. Das Drehmoment beträgt 660 Nm und garantiert eine Beschleunigung auf Topniveau. Exakte Daten zu Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit gibt es indes noch nicht. Der Sprint auf 100 km/h soll jedoch in weniger als fünf Sekunden vonstattengehen.

Polestar 2, weiß, Seitenansicht
Der Polestar 2 ist das erste reinrassige Elektroauto aus dem Hause Volvo. Bild: Volvo Polestar

Unkonventionell ist nicht nur der Antrieb, sondern auch die Formgebung des Volvo Polestar 2. Das Design zeichnet die Form einer Fließheck-Limousine nach, und die geschwungenen Linien in Richtung Hinterteil besitzen klaren Coupé-Charakter. Die Gürtellinie ist markant, unter den Radkästen fallen außergewöhnliche Felgen ins Auge, die den Blick in das Reifeninnere freigeben - inklusive gelb lackierter Bremszangen. Das Rücklicht besteht aus 280 LEDs und erstreckt sich mit einem Lichtband quer über die Breite des Fahrzeuges. Wie wir finden, beeindruckt die Volvo-Neuheit optisch nicht nur durch die dynamische Karosserie-Form, es kommen auch raffinierte Details zum Einsatz: Einzelne Lichtpunkte am Heck beispielsweise erlauben eine animierte Willkommens-Sequenz für den Polestar-2-Fahrer. Auch für die Frontscheinwerfer gibt es LED-Scheinwerfer, die adaptiv den Lichtkegel an die jeweilige Fahrsituation anpassen.

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Tesla-Rivale von Volvo: Polestar 2 rollt 2020 auf die Straßen

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Beim Blick in den Innenraum des Polestar 2 wird deutlich, dass die Entwickler mehr subtil als offensiv Wert auf das Thema Digitalisierung gelegt haben. Die laut Volvo Polestar „vornehmlich vegan“ konzipierte Fahrgastzelle wirkt äußerst aufgeräumt und klar strukturiert. Goldfarbene Sicherheitsgurte bilden einen Kontrast zum schwarz gehaltenen Innenraum. Eine Vielzahl an Knöpfen und Schaltern wie bei einigen Konkurrenten aus dem Premiumbereich sucht man beim Volvo-Sportwagen vergeblich. Das heißt jedoch nicht, dass Technik-Fans auf multimediale Features verzichten müssen: In der Mittelkonsole ist ein 11 Zoll großer Touchscreen verbaut, über den sich die meisten Funktionen des Polestar 2 bedienen lassen. Und wo werden bei dem Tesla-Rivalen relevante Fahrinformationen dargestellt? Diese Aufgabe übernimmt ein weiteres Display hinter dem Multifunktions-Lenkrad.

Das integrierte Betriebssystem für das Infotainment des Volvo Polestar 2 stammt von Google Android. Apple-Nutzer müssen jedoch nicht traurig sein: Neben den Android-Smartphones lassen sich auch Telefone des Konkurrenten einbinden. Wie es sich für eine Premium-Neuheit gehört, wartet das Volvo-Elektroauto auch in puncto Komfort mit technischen Innovationen auf: So übernimmt das eigene Handy im Bedarfsfall die Funktion des Autoschlüssels. Dank integrierter Bluetooth-Module im Polestar 2 ortet die Sportlimousine die Position des Eigentümers Zentimeter-genau. Nähert sich der Fahrer bis auf 1,5 Meter, entriegelt die Coupé-Limousine automatisch. Auch der manuelle Startvorgang erübrigt sich, denn sobald Platz genommen wurde, ist das Triebwerk startklar.

Polestar 2, Innenraum, Cockpit
Angenehme Farben, klare Struktur: Der Innenraum des Polestar 2 wirkt technisch nicht überladen. Bild: Volvo Polestar

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Die Premiere des Polestar 2 fand auf dem Genfer Autosalon im März 2019 statt. Wo und wann kann ich bestellen? Wer im Volvo-Konfigurator nach den Neuheiten sucht, wird nicht fündig. Dagegen kann die kompakte Sportlimousine auf der Polestar-Website konfiguriert und geordert werden. Zunächst gibt es im Polestar-Konfigurator jedoch lediglich die etwa 60.000 Euro teure „Launch Version“ mit Topausstattung. Wer plant, eine puristische Basisversion des Volvo Polestar 2 zu kaufen (rund 40.000 Euro), muss noch etwas warten. Diese Ausführung mit kleinerer Batterie und mutmaßlich schwächerem Antrieb wird erst zu einem späteren Zeitpunkt konfigurierbar sein. Doch auch wer das teurere Modell bestellt, bekommt die Elektroauto-Neuheit von Volvo nicht mehr 2019 ausgeliefert: Die Produktion in Luqiao (China, Provinz Zhejiang) wird vermutlich nicht vor dem Jahreswechsel 2020 anlaufen. Angeboten wird der Polestar 2 zunächst auf wenigen europäischen Märkten, wie Deutschland, Skandinavien oder auch Großbritannien. Darüber hinaus kann man den Polestar 2 von Anfang an auch in Nordamerika und China kaufen. Weltweit möchte Volvo Polestar im kommenden Jahr 60 Showrooms eröffnen.

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Polestar 3: Elektro-SUV von Volvo für den Massenmarkt

Wie die Ambitionen der Volvo-Tochter bezüglich der Verkaufszahlen aussehen, haben wir bereits erläutert. Klar ist: Die Performance-Marke will mit dem Polestar 2 den Massenmarkt erobern. "Wir haben klar unsere Volumenprognose", sagt der deutsche Polestar-Chef Thomas Ingenlath. Wie viel Absatz pro Jahr das chinesisch-schwedische Unternehmen Polestar mit dem Polestar 2 konkret schaffen will, wollte der frühere Volkswagen-Designer nicht mitteilen, spricht jedoch von „Zehntausenden“ Modellen. Wenn der Marktstart des vollelektrischen Polestar 2 (2020) vollzogen ist, geht es planungsgemäß ein Jahr darauf mit einem Elektro-SUV namens Polestar 3 weiter. Und wie wir seit Anfang April wissen: Unabhängig von diesem Crossover feiert 2020 eine Volvo-Neuheit mit der gleichen Antriebsbeschaffenheit ihren Marktstart: Wie der schwedische Hersteller bekanntgab, wird noch im laufenden Jahr eine E-Variante des Crossovers Volvo XC40 vorgestellt.

Polestar 2: Kompakte Sportlimousine in der Video-Vorstellung