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Urbane Mobilität der Zukunft: eBike statt LKW?
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Urbane Mobilität der Zukunft: eBike statt LKW?

Ein Start-up will mit einem Lasten-e-Bike den Güterverkehr in der Stadt revolutionieren und wandelt dabei auf Googles Pfaden.

Der Este Kristjan Maruste hat auf der technischen Universität in Tallinn Mechatronik studiert. 2014 gründete er dann zusammen mit drei weiteren Ex-Studenten das Start-up coModule. Die Hauptmotivation war dabei die steigende Nachfrage nach E-Bikes. Allein in Deutschland wurden 2014 480.000 E-Bikes verkauft. Dies ist laut Bundesverkehrsministerium ein Anstieg von 17 Prozent. Bis dahin ist seine Geschichte eher mittelspektakulär.

Doch Maruste und Co. gingen noch einen Schritt weiter: Nachdem sie sich bei Formula Student, einem internationalen Konstruktionswettbewerb für Studenten, kennengelernt hatten, beschlossen  sie ein autonom fahrendes Elektro-Lastenfahrrad zu bauen – dabei ging es bei dem Wettbewerb eigentlich um den Bau von Rennautos.

Dass sie nun Technologien für Fahrräder anbieten, ist vor allem ökologisch motiviert. "Jedes Jahr sterben sieben Millionen Menschen an Luftverschmutzung", sagt Maruste. Derzeit braucht man noch eine selbstentwickeltes Smartphone-App, um das Lastenrad zu steuern – doch coModule arbeitet bereits daran, eine "Follow-me-Funktion" zu entwickeln, die unabhängig vom Handy funktioniert.

Damit könnte das Lastenfahrrad beispielsweise dem Postboten folgen, Medikamente in Krisengebieten verteilen oder als Mietfahrrad zurück zu seiner Station finden und somit so manchen Kleinlaster ablösen. Auch die Höchstgeschwindigkeit von 5 km/h soll noch verbessert werden.

Ein Bild des eBikes.

Datensammlung

Jedoch besteht Maruste darauf kein Fahrradhersteller, sondern Zulieferer zu sein. Es geht vor allem das Modul als Herz und Gehirn des Lastenfahrrads. Auf einer Platine, die nicht größer als eine SIM-Karte ist, ist die Elektronik befestigt. Diese wird für eine Bluetooth-Verbindung und GPS benötigt. Diese Elektronik steuert die Motoren für Antrieb und Lenkung. Aber die Plattform kann noch einiges mehr: Sie sammelt Daten.

Genau das, was Google und Apple ansteuern, plant auch coModule. "Heute verlieren die Verkäufer komplett den Draht zu den Kunden", erklärt Welix Klaas von coModule. Es muss Wissen über Fahrgewohnheiten in Service und Entwicklung einfließen, um dies zu stoppen

Schon jetzt testen drei Fahrradmarken testen die E-Bike Technologie der Ex-Studenten. Als Beispiel für den Nutzwert gesammelter Klaas hat schon einen neuen Kunden im Visier: den E-Auto-Pionier Tesla. Die Technologie von coModule lässt sich nämlich problemlos auf Elektrofahrzeuge ausweiten.

Übrigens befindet sich der Hauptsitz von coModule in Berlin und nicht in Estland. Nach einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey ist Berlin bis 2020 das Zentrum der Start-up-Szene in ganz Europa. Schon heute wird das meiste Geld deutscher und ausländischer Wagniskapitalgeber in Berlin investiert.