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Teil III DRIVEN!-Interview mit Karl Ess: "kein Vorzeige-Veganer"
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Teil III DRIVEN!-Interview mit Karl Ess: "kein Vorzeige-Veganer"

Mit dem Essen fing es an: Nach der Ernährung begann Karl Ess auch andere Dinge zu hinterfragen und wuchs in die vegane Philosophie hinein.

DRIVEN!: Du warst also ein „Ferrarista“?
Karl Ess: Definitiv! Bei mir kam die Frage „Ferrari oder Lamborghini“ auch überhaupt nicht auf. Schon als Kind fand ich den F430 brutal sexy. Daher gab´s da keine Diskussionen. Das war von vorne herein klar.

DRIVEN!: Aber eigentlich bis Du ja ein Schwabe, …

Karl Ess: Meine Mutter kommt aus Kalifornien und ich wurde in Seattle geboren – und ich habe auch zwischendurch immer mal wieder in Amerika gelebt. Aber abgesehen davon bin ich wohl ein Schwabe, ja.

DRIVEN!: … und als Schwabe Ferrari fahren – ist das nicht Hochverrat?

Karl Ess: (lacht) Ich pendele sehr viel zwischen Stuttgart und München – die Städte mit den meistens Porsches auf der Welt.
Deswegen hat Porsche für mich ein bisschen an Reiz verloren. Ein Porsche Turbo S ist natürlich eine Wahnsinnskarre. Aber von der Optik her hat er mich aber nie so gereizt. Er ist halt einfach kein Exot. Aber technisch ist er natürlich der Wahnsinn – keine Frage.

„Ich bin eigentlich kein Vorzeige-Veganer“.

DRIVEN!: Nun willst Du also auf Elektro umzusteigen?

Karl Ess: Das ist das klare Ziel: Elektro oder zumindest Hybrid. Und sowohl dieser Wagen hier, das Model S, als auch der Tesla SUV, das Model X, interessieren mich brennend.

 

DRIVEN!: Aus Überzeugung, weil Du Veganer bist?

Karl Ess: Ja, es ist eine ganzheitliche Sache – zumindest wird es das bei mir immer mehr. Das sieht man z.B. auch im Film „Cowspiracy“.
Darin geht es darum, dass Klimaschützer sehr auf Auto-Emissionen bedacht sind. Aber der CO2-Ausstoß, der durch die Fleischindustrie produziert wird, ist alles in allem in Summe sogar größer als der alle von Autos, Lastwagen und Schiffe zusammen.
Wenn man dann sagt: „Ich steige auf ein Elektro um“, dann hat man natürlich schon einen guten Schritt getan, könnte aber ohne Fleisch noch viel nachhaltiger werden.
Bei mir ist es gerade andersrum.

DRIVEN!: War das der Grund für Deinen Umstieg auf vegan – das Klima?

Karl Ess: Nein! Der erste Gedanke war ganz egoistisch: Ich habe mir angeschaut, wie ich meine Leistungen im Sport verbessern kann. Und auch meine mentale Leistung.
Dabei bin ich dann auf „Hypnotica“ gestoßen – ein Hypnotiseur. Unter seinen Buchempfehlungen war auch die „China-Studie“, die den Zusammenhang zwischen Ernährung und den Krankheiten wie Krebs untersucht. Da habe ich mich sehr stark eingelesen und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass man durch eine rein pflanzliche Ernährung einfach gesünder und auch leistungsfähiger ist. Das habe ich dann ausprobiert und es hat auch wirklich funktioniert.

DRIVEN!: Also eigentlich eher egoistische Motive?

Karl Ess: Ja, das war der Anfang. Seit fünf Jahren ernähre ich mich jetzt vegan, aber Gedanken, wie ob man nicht auch auf Leder verzichten sollte, kamen erst deutlich später. Und da bin ich jetzt auch immer noch in der Umstellung. Ich bin also kein Vorzeige-Veganer. Und ich würde auch nie jemanden dafür verurteilen, dass er Fleisch isst. Ich halte das für eine sehr persönliche Sache – jeder muss da seine eigenen Entwicklungsschritte durchlaufen.

DRIVEN!: Aber macht man als „veganer Bodybuilder“ nicht fast schon automatisch Werbung für diese Ernährung?

Karl Ess: Doch – und ich will auch zeigen, was da möglich ist! Die meisten Leute denken ja, in der Bodybuilding-Ernährung braucht man Fleisch und Thunfisch oder ähnliches. Da will ich schon Pionierarbeit leisten und den Status quo in Frage stellen.
Die meisten Leute machen sich ja wenig Gedanken um ihre Ernährung und essen, was man halt so isst. Das ist bei der Bodybuilding-Diät genauso. Da will ich zeigen, dass es auch anders geht. Und ich halte das auch für einen Einstieg dafür, generell die Dinge ruhig auch mal in Frage zu stellen: Wenn es mit der Ernährung auch andere Wege gibt, gilt, dass dann vielleicht auch für Politik, Gesellschaft oder die Marktwirtschaft? Ist das alles überhaupt das Optimale?

DRIVEN!: Was denkst Du? Gibt es da bessere Alternativen?

Karl Ess: Zumindest glaube ich, dass es da sicher noch viel Verbesserungsbedarf gibt, wie z.B. bei unserem Geld- und Bankensystem.