Autowelt
Ein Auto, das aus Obst und Gemüse geformt wurde.
Ein Auto, das aus Obst und Gemüse geformt wurde.
Die fetten Jahre sind vorbei – Elektroautos sollten abspecken!
Ein Auto, das aus Obst und Gemüse geformt wurde.
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Die fetten Jahre sind vorbei – Elektroautos sollten abspecken!

Die Elektromobilität kommt derzeit nicht vom Fleck. Ein kräftiger Gewichtsverlust durch Leichtbau könnte da für neuen Schwung sorgen. 

Nachdem letztes Jahr viele Förderprogramme ausgelaufen sind, stagniert die Elektromobilität in Deutschland: die Absatzzahlen für Kraftfahrzeuge mit alternativen Antrieben sind 2015 auf dem Niveau des Vorjahres geblieben und die stolze deutsche Automobilindustrie hinkt in Sachen Elektro Frankreich, Japan und den USA hinterher.

Das Hauptproblem ist eine Art Teufelskreis: Die Reichweite der Stromer ist so gering, dass sie kaum alltagstauglich sind. Diese Reichweite lässt sich natürlich durch größere Batterien erhöhen – aber die machen das Elektroauto so teuer, dass es in puncto Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegen die klassischen Benziner ankommt.

Durch Leichtbau könnte man diesem Dilemma nun entkommen, denn die Fahrzeugmasse bleibt „mit drei von vier Termen in der Fahrwiderstandsgleichung die bestimmende Größe“, wie es Professor Horst E. Friedrich vom Stuttgarter DLR Institut für Fahrzeugkonzepte gegenüber Springer ausdrückt. Vereinfacht gesagt: Mit leichteren Autos kann man viel weiter fahren.

Wie so oft bei der Elektromobilität gibt es dazu auch schon eine sehr schöne Studie, nämlich den Sportwagen EDAG Light Cocoon, der nur aus einem Leichtbaugerippe besteht, das der Outdoorbekleider Jack Wolfskin dann mit einer Art Regenjacke überzogen hat. Das Leichtbau-Skellet wurde per 3D-Druck gefertigt – ein Verfahren, dem mittelfristig viel Potenzial beim Thema Kostenreduktion nachgesagt wird.

Dies ist vor allem deshalb so interessant, weil dem Leichtbau in die Autofertigung vor allem ein wirtschaftliches Argument im Wege steht: Autobauer setzten auf das sogenannte Baukastensystem, das heißt in das Elektroauto des jeweiligen Herstellers werden möglichst viele Bauteile aus den klassischen Modellreihen verbaut, denn Sonderanfertigungen sind teuer.

Deshalb hätte der Leichtbau viel bessere Chancen, wenn die Kostenvorteile der additiven Fertigung (3D-Druck) ihn auch für die Benziner so attraktiv machen, dass sie bei der Diät mitziehen. Ein weiteres Argument, die gesamten Flotten abspecken zu lassen, sind sicher auch die strengen EU-Abgasnormen ab 2020. Vielleicht wird sich schon deshalb der ein oder andere Baukasten schnell mit Leichtbauteilen füllen.

 

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