Top Deals rund um Deine Mobilität

Ist der FFZERO1 das Auto der Zukunft?
Ist der FFZERO1 das Auto der Zukunft?
Was sagen Experten: Ist der FFZERO1 das Auto der Zukunft?
Ist der FFZERO1 das Auto der Zukunft?
Artikel

Was sagen Experten: Ist der FFZERO1 das Auto der Zukunft?

Faraday Future hat ein Concept Car präsentiert, das die Welt verändern soll. Wird das gelingen? Hier gibt´s die Urteile der Fachmagazine. 

1. Techcrunch: zwischen den Zeilen eher skeptisch

Wer könnte den FFZERO1 besser bewerten als Techcrunch – das weltweit führende Online-Nachrichtenportal für Technologie (Alexa Rang 516, Baby!). Mit zu viel Meinung hält man sich hier allerdings zunächst zurück. Man muss schon zwischen den Zeilen lesen, um die etwas skeptische Grundhaltung der Techchruncher zu erahnen.

Der Passage über den Sitz, der den Fahrer angeblich von der Erdanziehung befreit, fügt man in Klammern ein „for some reason“ hinzu. Das scheint wohl eine Anspielung auf die Sinnfrage zu sein, die sich beim FFZERO1 öfters stellt: Wozu sollte man versuchen, die Gravitation beim ausgerechnet beim Autofahren zu überwinden, vor allem wenn man sich dafür in einen wenig alltagstauglichen Liegesitz zwängen muss?

Skizze des Sitzes im des elektrischen Konzeptauto FFZERO1 mit 1.000 PS, der um 45 Grad nach hinten geneigt ist.

 Auch im Interview mit Faraday Future (FF) Frontmann Nick Sampson (Senior Vice President of Product Research) klingt der Techcrunch-Redakteur Matt Burns nicht immer überzeugt.

2. Mobile Geeks: nur etwas für "die nischigste Nische eines Nischenmarkts"

Die Mobile Geeks haben wohl, wie die meisten von uns, damit gerechnet, dass FF ein Fahrzeug präsentiert, das Tesla in irgendeiner Form Konkurrenz machen könnte. Das kann der FFZERO1 natürlich beim besten Willen nicht: Sollte er tatsächlich jemals gebaut werden, wäre er wohl nur ein Spielzeug ein paar Superreiche.

„Fassen wir mal zusammen… viel Tam-Tam um ein Konzept, das durchaus spannende Ansätze bietet, aber weder in naher Zukunft auf den Straßen zu sehen sein bzw. für uns erschwinglich sein wird.“

3. Die Welt: „ein absurdes Batmobil

Auch die Welt ist sichtlich enttäuscht vom FFZERO1. Faraday Future behauptet schließlich Tag und Nacht, genau wie Apple und Tesla zu sein – nur noch besser und schneller. Daher muss es sich nun auch an diesen Marken messen lassen. Genau dies tut die Welt dann auch:

An welchen Technikkonzern er dabei denkt, machte der Entwicklungschef auch gleich klar: "Apple hat mit dem iPhone nicht nur ein neues Handy auf den Markt gebracht, sondern das Telefon neu erfunden", sagte Sampson. "Das ist es, was wir bei FF mit der Mobilität tun wollen."

Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied: Mit dem iPhone konnte wenige Wochen nach der Präsentation jeder telefonieren; bis man tatsächlich in einem Faraday Future fahren kann, dauert es noch Jahre. Oder wie Chefdesigner Kim es ausdrückt: "Ideen sind einfach, hart ist es, sie umzusetzen."

4. Heise.de: Blurred Lines!

Heise.de hält sich zwar mit Bewertungen zurück, hat dafür aber fleißig die schwammigen Statements von FF gesammelt, die in ihrer Masse schon fast für sich stehen:

  • In zwei Jahren will FF sein Serienmodell ausliefern und dabei "Mobilität neu definieren". Konkrete Angaben blieb die Firma schuldig.
  • So wie Apple mit dem iPhone "die Art, wie wir kommunizieren und unsere Leben organisieren" verändert habe, wolle FF die Welt der Mobilität neu definieren. Nähere Angaben zu den Vorhaben seiner Firma oder zur Gestalt des ersten Serienmodells machte Sampson allerdings nicht. Ebenso wenig machte er technische Angaben zum gezeigten Konzeptfahrzeug.
  • Der Spatenstich soll "in einigen Wochen" erfolgen. Im Vollausbau werden 4.500 Arbeitsplätze geboten werden, sagte Sampson. Einen Zeitpunkt dafür nannte er nicht.
Artikelbild 2095

5. Autobild.de: immer noch auf dem Apple-Dampfer?

Die Auto Bild ist eben ein Print-Magazin, daher muss man ihr wohl nachsehen, dass sie immer noch darüber spekuliert, ob FF vielleicht eine Tarnfirma für das Apple-Car sein könnte:

„Woher das Geld für diesen großen Aufwand kommt, verrät das Unternehmen nicht. Ist Faraday Future ein Alibi-Produkt von Apple, um das iCar voranzutreiben?“

Nein, liebe Auto Bild, das Kapital von FF kommt von Herrn Jia Yueting, der in China mit LeTV eine Art Netflix betreibt, wie Techcrunch schon Anfang November vermeldete.

In Sachen Autos ist man dort aber sichtlich fitter:

„Die Lufttunnel, die sich von der Front über die Radhäuser zum Heck erstrecken, haben wir bereits bei Studien wie dem GT-R 2020 gesehen, die LMP Heckfinne hatte auch die Chiron-Studie Vision GT Gran Tourismo. Dem FFZero1 fehlt es an sichtbaren Innovationen.“

Einige Ideen gefallen den Herren mit dem goldenen Lenkrad dann aber doch noch:

„Im Lenkrad lässt sich ein Smartphone integrieren und mit dem FFZero1 verbinden – das haben wir so tatsächlich noch nicht gesehen. Eine recht simple, wie auch clevere Connectivity-Lösung. Es stecken also doch ein paar gute Ansätze in dem recht pompösen Kleid. Wir würden uns freuen, in Zukunft genau davon mehr zu sehen.“

Aber auch die Auto Bild fügt hinzu:

„Allerdings in einem massentauglicheren Fahrzeug.“

Der kleinste gemeinsame Nenner

Das nebulöses 1.000 PS Gefährt scheint nicht wirklich zu den vollmundigen Ankündigungen von Faraday Future zu passen. Denn man will ja nicht weniger, als die Mobilität an sich revolutionieren. Der FFZERO1 liefert allerdings kaum Anhaltspunkte dafür, wie dies gelingen soll.