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Artikelbild BeschreibungElektromobilität: Öl-Scheichs setzen VW unter Druck2016
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Elektromobilität: Öl-Scheichs setzen VW unter Druck
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Elektromobilität: Öl-Scheichs setzen VW unter Druck

Dieselgate hat einen sonst sehr stillen Teilhaber wachgerüttelt: Katar scheint sehr konkrete Pläne für die Zukunft von VW zu haben.

Der neue Konzernchef Matthias Müller ist letzte Woche in das arabische Emirat Katar geflogen, um sich nach der Dieselaffäre einem seiner wichtigsten Aktionäre zu stellen.

Offiziell bemüht sich VW, nicht zu viele Details über dieses Treffen publik zu machen. "Es handelt sich um einen Antrittsbesuch der neuen Konzernführung, der dem Austausch mit einem wichtigen Partner des Unternehmens dient", verteidigt sich ein Firmensprecher am Sonntag.

Gerüchten zufolge verlangt Katar neben einer Aufklärung des Dieselskandals mehr Mitspracherecht und strukturelle Veränderungen bei Volkswagen. Diese Forderungen auch könnten auch in Richtung Elektromobilität gehen. Um das verheerend schlechte Image in den USA aufzubessern, wollen die Kataris anscheinend auf Elektroautos setzten und fordern hier eine milliardenschwere Großoffensive.

Sollte sich das Emirat tatsächlich auf diese Strategie festgelegt haben, wäre eine Umsetzung gar nicht so unwahrscheinlich, denn der Einfluss bei VW ist groß. Dem Staatsfonds QIA gehören 17 Prozent der VW-Stammaktien mit Stimmrecht und ist damit der drittgrößte Einzelaktionär des Autobauers. Hinzu kommt ein großer Teil der Vorzugsaktien. Diese enthalten im Gegensatz zu den Stammaktien zwar keine direkten Stimmrechte, dafür erhält Katar auf die Vorzugsaktien eine höhere Dividende.

Laut früheren Informationen aus VW-Konzernkreisen sind die Kataris über den Einbruch der Aktien schwer verärgert. Der Kurssturz nach dem Dieselgate zog einen Buchverlust in Milliardenhöhe nach sich.

Elektro-Bulli von VW
Dieser Elektro-Bulli soll die USA zurückerobern

Dass VW momentan zu mehr „Elektro“ neigt, zeigt sich an den geplanten Investitionen. Denn eigentlich muss VW wegen der zu erwarteten Strafzahlungen den Gürtel dramatisch enger schnallen. Doch während der VFL Wolfsburg bluten muss und der Hypersportwagen Bugatti Chiron wackelt, haben die eMobility-Projekte anscheinend Vorfahrtsrechte: der Porsche Mission E hat sein grünes Licht schon bekommen – und einiges deutet darauf hin, dass auch elektrischer Neo-Bulli realisiert werden könnte.

Der Porsche Mission E mit Elektromotor
Kommt der Porsche Mission E mit Elektromotor?

Beide Autos hätten auch in Amerika das Potenzial, große Sympathieträger zu werden und könnten so zu einer wahren Wellness-Kur in Sachen Image werden – genau wie von Katar gefordert. Das nun die Ölscheichs aus dem Land mit höchsten CO2-Verbrauch pro Kopf zur treibenden Kraft für eine emissionsfreie Mobilität werden, birgt allerdings doch eine gewisse Ironie.