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Eine Illustration eines Elektroautos
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Warum Elektromobilität in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird
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Warum Elektromobilität in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird

Der Spitzencluster Elektromobilität Süd-West forscht zusammen mit Partnern an der Weiterentwicklung dieser nachhaltigen Technologie.

Mehr als 125 Jahre ist es her, dass Carl Benz hier im Ländle das erste Auto baute. Seine Erfindung prägt den Südwesten bis heute nachhaltig. Baden-Württemberg besteht als eine der wenigen Regionen erfolgreich im harten internationalen Wettbewerb der Autobranche. Um den Erfolg im Land zu halten, forscht der Spitzencluster Elektromobilität Süd-West an der Weiterentwicklung einer aussichtsreichen Technologie: Elektromobilität

Sie wird im Zeitalter knapper Ressourcen und steigender Schadstoffemissionen eine immer wichtigere Rolle spielen. Ziel der Cluster-Partner ist es, den Technologiewandel in der Region zu unterstützen und den Weg in die Industrialisierung elektrischer Antriebe zu ebnen. Auch die Institute des KIT sind eng in das Netzwerk eingebunden.

40 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung von Elektrofahrzeugen in Serie

Schon seit 2008 hatten sich Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus der Region in Sachen Elektromobilität vernetzt. Nachdem das Konsortium 2012 erfolgreich am Spitzencluster-Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) teilgenommen hat, stehen dem Cluster 40 Millionen Euro für Forschungsprojekte zur Verfügung. Die Förderung soll die Entwicklung großserienfähiger Elektrofahrzeuge, deren Produktion, Ladetechnologien und IT-Lösungen vorantreiben. Derzeit sind rund 70 Unternehmen und acht Hochschulen und Forschungseinrichtungen im Cluster vernetzt. Die Förderung läuft fünf Jahre.

Automotive-Region Baden-Württemberg als idealer Standort

Dr. Thomas Meyer ist als Geschäftsführer des KIT-Zentrums Mobilitätssysteme am Spitzencluster maßgeblich beteiligt. Für ihn ist es nur konsequent, dass das KIT seine breite Expertise in der Mobilitätsforschung in den Cluster einbringt. „Am KIT sind verschiedene Institute des KIT-Zentrums Mobilitätssysteme beteiligt. Die Zusammenarbeit erfolgt in den vier Innovationsfeldern Fahrzeug, Energie, Produktion sowie Informations- und Kommunikationstechnik. Das KIT leitet jeweils gemeinsam mit einem Industriepartner zwei dieser vier Innovationsfelder, die Bereiche Fahrzeug und Produktion.“ Vor allem der regionale Charakter des Clusters, so Meyer, sei ausgesprochen wichtig und Erfolg versprechend. „Baden-Württemberg ist eine Autoregion, die schon historisch geclustert ist, da sich um den Großraum Stuttgart seit der Entstehung des Autos ein großer industrieller Komplex aus Herstellern, Zulieferern wie Bosch, vielen Mittelständlern und Kleinunternehmen gebildet hat, die sich auf Fahrzeugtechnologie spezialisiert haben. Wenn der Verkehr zunehmend elektrifiziert wird, würde dort etliches wegfallen.“ Dass man Baden-Württemberg als Automotive-Region über diesen technischen Paradigmen-Wechsel hinweg stärken müsse, sei also logisch.

Produzierbarkeit von Zellen und Batterien ist wichtiges Thema in der Elektromobilität

Ein wichtiger Bereich sind spezifische Bauteile für das Elektrofahrzeug. Insbesondere die Herstellung der Batterie ist immer noch sehr aufwendig und teuer. Genau an solchen Stellschrauben möchte man gerne drehen. Ein wichtiges Forschungsthema ist daher die Produzierbarkeit von Zellen und Batterien. Man hat es dort mit sehr komplizierten Vorgängen zu tun, bei denen es immer noch eine zu hohe Ausschussrate gibt. Doch es zeichnen sich bereits etliche Fortschritte ab, die zeigen, hier kommt man weiter.“ Meyer, der als Historiker über ein Automobilunternehmen promoviert hat, sieht in der Arbeit des Clusters einen unverzichtbaren Beitrag für die Industrie und die Bewohner der Region, denn Baden-Württemberg soll als starker Forschungs-, Entwicklungs- und vor allem Produktionsstandort erhalten werden. Nur so kann der Wohlstand der Region gesichert werden, wofür der Spitzencluster seinen Beitrag leisten wird.

Große Zukunft für das Elektroauto in Städten

Warum die Elektromobilität in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird, ist für Thomas Meyer offensichtlich: „Man will den Verbrauch von fossilen Brennstoffen und damit auch die Emissionen reduzieren. Sicherlich wird die Mobilität auf lange Sicht nicht vollständig elektrifiziert sein, aber es wird schon bald Anwendungsnischen geben, in denen Elektrofahrzeuge ihren festen Platz haben werden, gerade im städtischen Umfeld.“ Planer von Lieferdiensten etwa oder die Flottenmanager großer Unternehmen haben dies schon erkannt und setzen die leisen und schadstoffarmen Elektroautos gezielt ein. Ein anderer Punkt, der in Großstädten wie etwa London schon Realität ist, sind erhebliche Sanktionen gegen konventionell angetriebene Autos. „Man kommt in solche Innenstädte praktisch gar nicht mehr hinein, das kann man sich hier noch nicht recht vorstellen. Wenn nun Städte, die nahe dem Verkehrskollaps sind, Schadstoff- und Lärmemissionen draußen halten wollen, dann kommen sie um das Elektroauto nicht herum.“

Mit Partnern wie Daimler, Porsche, Bosch und Dürr zum Weltmarktführer

Thomas Meyer sieht im Cluster eine Möglichkeit, die Elektromobilität entscheidend voranzubringen. Wichtige Kräfte würden so gebündelt und das Commitment aller Beteiligten sei sehr groß. „Wir sind ein Automobilland und haben den Vorteil, dass die maßgeblichen Akteure beieinander sind. Mit Cluster-Partnern wie Daimler, Porsche, Bosch, Dürr und vielen anderen Firmen ist die beste Grundlage gegeben, die führende Position auf dem Weltmarkt auch auf dem Gebiet der Elektromobilität zu behalten.“ Elementarer Baustein der Zusammenarbeit sei dabei auch die Unterstützung durch die e-mobil BW GmbH, die Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie. Deren effizientes Netzwerk- und Clustermanagement biete den geeigneten Rahmen, um ein Projekt dieses Umfangs zum Erfolg zu führen.