Autowelt
Collage aus dem Foto eines BMW Prototypen mit Brennstoffzellen-Antrieb, der Aufnahme eines Mega-Staus und dem Foto der Ladeanzeige eines Elektroautos, die mehr als 500km Reichweite anzeigt.
Collage aus dem Foto eines BMW Prototypen mit Brennstoffzellen-Antrieb, der Aufnahme eines Mega-Staus und dem Foto der Ladeanzeige eines Elektroautos, die mehr als 500km Reichweite anzeigt.
Aktueller Wochenrückblick Elektromobilität KW28
Collage aus dem Foto eines BMW Prototypen mit Brennstoffzellen-Antrieb, der Aufnahme eines Mega-Staus und dem Foto der Ladeanzeige eines Elektroautos, die mehr als 500km Reichweite anzeigt.
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Aktueller Wochenrückblick Elektromobilität KW28

Diese Woche: Durchbruch bei den Akkus, Aufregung um Tesla, Ernüchterung in Sachen Brennstoffzelle und Hoffnung für den Stadtverkehr.

Aufnahme auf der Tachoanzeige eines Elektroautos, die 544 km Reichweite anzeigt.

Bei YooCorp standen diese Woche die BMW „Innovation Days“ im Mittelpunkt. Dort wurden zwar keine Stromer, sondern Brennstoffzellen vorgestellt – aber die fahren ja bekanntlich ebenfalls elektrisch, idem sie den Strom aus dem mitgeführten Wasserstoff gewinnen. Der große Durchbruch zeichnete sich dabei nicht ab: erst 2020 – oder nach neuesten Angaben sogar erst bis 2025 – könnten die präsentierten Testwagen mit einer Reichweite von 250 bzw. 500 km die Serienreife erlangen.

Diese Zahlen stehen natürlich im Schatten der zweiten großen Meldung der Woche: VW und Nissan scheinen dabei zu sein, Batterien zu entwickeln, die ähnlich lange durchhalten (300 – 500 km sind im Gespräch). Sollten die Reichweiten vergleichbar werden, stellt sich natürlich die Frage, welche Vorteile die – immer noch in der „Beta Phase“ steckende – Brennstoffzelle gegenüber den bereits verkaufsfähigen E-Autos noch bieten kann. Passend zu dieser Perspektivlosigkeit hat BMW seinem "fuel cell" i8 dann auch ein ziemlich cooles "Endzeit"-Design verpasst.

 

Über Tesla-Chef Elon Musk, den wohl bekanntesten Kopf der Elektromobilität, wurde diese Woche im Netz mal wieder viel diskutiert. Diesmal ging es aber nicht etwa um seine Pläne, mit einem (Elektro-?) Raumschiff den Mars zu besiedeln, sondern um irdisches Klein-Klein.

Teslafahrer könen an der Autobahn dank den Supercharger-Stationen nämlich recht schnell (in ca. 20 Minuten) Strom nachtanken. Dadurch sollen die Elektrolimousinen langstreckentauglich werden.

In letzter Zeit ziehen sich dort aber vermehrt auch ortsansässige Tesla-Besitzer ihre Tagesration an Strom und überfüllen die Satioenen dabei. Das könnte für Tesla zu einem ernsten Problem werden, denn bei langen Wartezeiten bringt die kurze Ladezeit natürlich nichts. Daher weisen Musk und Tesla nun vermehrt darauf hin, dass die Supercharger nur für Überlandfahrten gedacht sind. Diese Ansicht soll jetzt eventuell sogar von Tesla-Mitarbeitern vor Ort durchgesetzt werden. Andererseits hatte Tesla aber immer vollmundig versprochen, dass man nach Aktivierung der Supercharger-Option dort „lebenslang“ kostenlosen Strom bekommt – von irgendwelchen Einschränkungen war bislang keine Rede. Deutschland bleibt von dieser Diskussion allerdings verschont, denn die hiesigen Raststätten lassen sich, anders als etwa in den USA, meist nur von der Autobahn aus erreichen, was sie für Anwohner unattraktiv macht.

 

Auf YooCorp ging es darüber hinaus um den Stadtverkehr der Zukunft: In einem ausführlichen Experteninterview erläutert Jens Schippl, Mobilitätsforscher am Karlsruher Institut für Technologie, wie Elektroautos, öffentlicher Nahverkehr, Car-Sharing und autonomes Fahren in einem vernetzten Mobilitätskonzept ineinander greifen müssen, um einen drohenden Verkehrsinfarkt zu vermeiden.

Das Fraunhofer-Institut in Bremen widmet sich dagegen einer "brandaktuellen" Frage der Elektromobilität: für die Sicherheit bei der Arbeit an Elektroautos muss zumindest ein Handgriff fachkundig durchgeführt werden: das Spannungsfreischalten an Eigensicheren Fahrzeugen. Dieser und andere wichtige Arbeitsschritte können nun an der Fraunhofer Academy in praxisnah erlernt werden.

 

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