BMW 1er, Halbseitenansicht von vorne, stehend, blau
Foto: BMW

Schneidiger Bajuware

Neuer BMW 1er im Test: Kompakter auf Mittelklasse-Niveau?

Die dritte Generation des 1er (F40) kommt mit Frontantriebs-Technik. Ist der Neue der bessere Golf? Wir haben den Einstiegs-BMW im Konfigurator getestet.

  • schnittiges Design
  • sparsamer Einstiegsdiesel
  • tolle Ausstattungsmöglichkeiten
  • hoher Grundpreis
  • großer Zurüstbedarf
  • Sonderausstattung kann Konfigurator-Preis schnell verteuern

Ein Hauch von Ferrari schlummert im neuen BMW 1er. Wie das? F40 lautet die interne Baureihenbezeichnung. Ob das an den berühmten knallroten historischen Italo-Flitzer erinnern soll, sei allerdings dahingestellt. Immerhin gehört ein gewisses schneidiges Image ja bei den Bajuwaren gewissermaßen zur Normalität. Zwar kann man mit einem 1er BMW auch gemütlich über die Landstraße tuckern, aber wer will das schon. Kantig, scharf und sportlich darf nicht nur das Fahrgefühl sein. Das Design folgt ebenfalls diesen Charaktereigenschaften – insbesondere auch beim neuen 1er. 

Der nierenförmige Kühlergrill, ein BMW-Markenzeichen, steckt nun ausgeprägt dreidimensional seine Schnauze in Fahrtrichtung. Auch die Heckpartie weist ein kantigeres Relief auf als noch das Vorgängermodell. Doch das eigentlich Revolutionäre verbirgt sich unter der Motorhaube: Der neue BMW 1er besitzt Frontantrieb. Der bislang gängige Hinterradantrieb ist wohl Geschichte. Zudem sind die Motoren in Querbauweise eingesetzt. Diese Neuerungen bedeuten modellspezifisch einen regelrechten Traditionsbruch. Für das neue Antriebskonzept haben die Münchner die Erfahrungen mit den Markenbrüdern BMW 2er Active Tourer und der Modellfamilie des MINI ausgewertet, die bereits auf Frontantriebs-Plattform laufen. 

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Bild: BMW
Bild: BMW

Neben der Fahrdynamik profitiert beim 1er vor allem das Platzangebot von den Neuerungen. Gegenüber dem Vorgänger, dem 1er F20, bietet der F40 nicht nur im Fond mehr Kniefreiheit für Passagiere, sondern auch der Kofferraum ist auf 380 Liter - und damit auf Golf-Niveau - gewachsen. Der aktuelle 1er ist nur noch als Fünftürer erhältlich. Und im neuen Digitalcockpit sind wunschgemäß Connectivity und Infotainment auf dem aktuellen Stand. Was hat der Neue sonst noch alles zu bieten, und zu welchem Preis? Wir haben den BMW 1er im Konfigurator-Check getestet.

Neuer BMW 1er: Preis- und Leistungsniveau der Motoren

Wer einen BMW 1er kaufen will, hat die Wahl zwischen fünf Motorisierungen: zwei Benziner und drei Diesel. Der 118i mit 140 PS fährt ebenso mit Ottomotor wie das obere Ende der Leistungspalette. Der BMW M 135i xDrive bringt 306 PS auf die Straße und besitzt vier anstelle der bisherigen sechs Zylinder. Mit dem Wegfall des Sechszylinders hat BMW sein bisheriges Alleinstellungsmerkmal in dieser Fahrzeugklasse aufgegeben. Was die Selbstzünder angeht, stehen drei Diesel mit 116, 150 und 190 PS zur Auswahl. Seit neuestem (Stand: März 2020) gibt es die 190 PS-Maschine auch ohne Allradantrieb. Beim Getriebe werden wahlweise je nach Motorisierung ein manuelles Schaltgetriebe mit sechs Gängen, ein Steptronic-Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen, ein "Automatic Getriebe Steptronic" mit acht Stufen oder ein Sportgetriebe "Sport-Automatic Getriebe Steptronic" verbaut.  Daraus ergeben sich zwölf Varianten, die jeweils individuell ausgestattet und bestückt werden können. 

Bild: BMW
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BMW 1er Benziner-Antriebe

• 118i: 103 kW/140 PS, komb. Verbr.: 5,4-5,7 l/100km, 6-Gang-Schaltgetriebe – ab 28.300 €
• 118i: 103 kW/140 PS, komb. Verbr.: 5,0-5,3 l/100km, "Steptronic" Getriebe mit Doppelkupplung – ab 30.400
• M135i xDrive (Allrad): 225 kW/306 PS, komb. Verbr.: 6,8-7,1 l/100 km, Sport-Automatic Getriebe "Steptronic" – ab 49.100 €

BMW 1er Diesel-Antriebe

• 116d: 85 kW/116 PS, komb. Verbr.: 3,8-4,2 l/100 km, 6-Gang-Schaltgetriebe – ab 30.100 €
• 116d: 85 kW/116 PS, komb. Verbr.: 3,8-4,2 l/100 km, "Steptronic" Getriebe mit Doppelkupplung – ab 32.200
• 118d: 110 kW/150 PS, komb. Verbr.: 4,1-4,4 l/100 km, 6-Gang-Schaltgetriebe – ab 32.600 €
• 118d: 110 kW/150 PS, komb. Verbr.: 4,2-4,4 l/100 km, Automatic-Getriebe "Steptronic" – ab 34.700 €
 118d: 110 kW/150 PS, komb. Verbr.: 4,2-4,4 l/100 km, Sport-Automatic Getriebe "Steptronic" – ab 35.250 € 
•  120d: 140 kW/190 PS, komb. Verbr.: 4,5-4,7 l/100 km, Automatic-Getriebe "Steptronic", ab 36.600 € 
•  120d: 140 kW/190 PS, komb. Verbr.: 4,5-4,7 l/100 km, Sport-Automatic Getriebe "Steptronic", ab 37.150 €   
•  120d xDrive (Allrad): 140 kW/190 PS, komb. Verbr.: 4,5-4,7 l/100 km, Automatic-Getriebe "Steptronic", ab 38.600 € 
•  120d xDrive (Allrad): 140 kW/190 PS, komb. Verbr.: 4,5-4,7 l/100 km, Sport-Automatic Getriebe "Steptronic", ab 39.150 € 

Unsere Wahl-Motorisierung: der BMW 1er 118i mit Doppelkupplungsgetriebe

Mit welchem Motor starten wir unsere Konfiguration? Diese Entscheidung fällt gar nicht so leicht. Erstens deckt die Angebotspalette viele Bedürfnisse ab, vom Allrounder-Benziner über einen unschlagbar sparsamen Diesel 116d bis zum allradgetriebenen Topmodell. So bringt jede Modellvariante ihre Vorzüge mit. Uns ist einerseits an einem alltagstauglichen Gefährt gelegen, andrerseits an einem umweltfreundlichen Verbrauch sowie einem angemessenen Preis-Leistungs-Verhältnis. Auch wollen wir BMW-Feeling mitnehmen, das heißt, wir werden uns das eine oder andere Style-Feature gönnen, das unseren neuen BMW 1er mit gewissen optischen Reizen versieht.

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Wie viele PS müssen rein? Die 116 Pferdestärken des kleinen Diesels sind zwar nicht die Welt, aber dafür finden wir den Verbrauch mit rund 4 Litern sensationell. Rund 30.000 Euro würden wir zunächst mal dafür hinlegen, plus der gewünschten Ausstattung. Der mittlere Diesel mit 150 PS steht im Verbrauch immer noch sehr gut da und kostet mindestens 2.500 Euro mehr. Hier kommt der Einstiegs-Benziner ins Spiel. Die 140 PS in Kombination mit manueller Schaltung wären die mit Abstand kostengünstigste Lösung – ab 28.300 Euro sind hinzublättern. Ein Wechsel der Getriebeart bringt zu einem Mehrpreis von 2.100 Euro eine nicht unerhebliche Benzinersparnis: Beim Doppelkupplungsgetriebe ist man mit durchschnittlich rund 5,2 Litern im kombinierten Verbrauch dabei. Wir tendieren zu dieser Lösung, dem BMW 1er 118i mit 140 PS und 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe als zuverlässigem Allrounder, mit dem wir Berg und Tal in Leichtigkeit nehmen und auch auf City-Pisten eine gute Figur machen. Der Konfigurator zeigt uns einen Startpreis von 30.400 Euro

Ausstattungslinien beim BMW 1er: Basis, Advantage, Sport Line, Luxury Line oder M Sport?

Im BMW-Konfigurator 2020, der so komplex aufgebaut ist wie bei kaum einen anderen Hersteller und sogar für uns von der Driven!-Redaktion an manchen Stellen labyrinthisch erscheint, steht die Wahl der Ausstattungslinie an oberster Stelle. Es kann aber auch die Motorisierung zuerst gewählt werden, wofür wir uns ja bereits entschieden haben. Ausstattungslinien, bei BMW "Modellvarianten" genannt, und die vorgestellten Motorisierungen sind beim neuen 1er frei kombinierbar. Alle Motoren sind grundsätzlich für alle Linien verfügbar, was nicht selbstverständlich ist. Dennoch beinhaltet der Lieferumfang auf den zweiten Blick nicht immer das Gleiche, da gewisse Features, wie etwa die Felgen oder das Lichtsystem, der Motorisierung angepasst werden.

Was den BMW 1er M135i xDrive angeht, kommt der Athlet einem Sondermodell gleich und ist einzig mit vordefinierter Ausstattung erhältlich, die natürlich in der Oberliga angesiedelt ist. 
Bevor wir uns für eine Modellvariante entscheiden, wollen wir uns die jeweilige Serienausstattung ansehen. Welche Komponenten bieten funktionalen Mehrwert? Wo wird lediglich in Premium-Style investiert? Zu beachten ist, dass der Preis für einen 1er beträchtlich variieren kann: Von den erwähnten 28.300 Euro für einen 118i mit Schaltgetriebe reicht das Spektrum bis zum Grundpreis von 43.850 Euro beim Top-Diesel "M Sport". Was unterschiedet nun also die Varianten? Welche erscheint uns angemessen?

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BMW 1er (F40): Serienausstattung des Basismodells

Der Premium-Kompakte ist in der serienmäßigen Basis-Ausstattung ordentlich bestückt. Gehobene Komponenten und einfachere halten sich in etwa die Waage. So gehört nicht nur ein Lederlenkrad mit Multifunktionsbedienung zum Lieferumfang, sondern auch beheizte Außenspiegel und Scheibenwaschdüsen oder Tagfahrlicht in LED-Technik. Eine einfache Klimaautomatik sowie sechs Lautsprecher, Radio, MP3-Player ergänzen das Portfolio. Der kleine Diesel 116d rollt allerdings auf 16 Zoll-Stahlfelgen. Stahlfelgen sind eines BMW keinesfalls würdig – so unsere Ansicht. Hier zeigt sich schon mal augenfälliger Nachrüst-Bedarf. Die nächsthöhere Leistungsstufe, also der 118i und 118d, wird mit gleichgroßen Leichtmetallfelgen ausgeliefert, der stärkste Diesel mit 17 Zöllern und das Top-Modell M135 xDrive mit edlen 18 Zoll-Leichtmetall-Rädern. Wie bereits eingangs erwähnt, ist beim BMW 1er Basis nicht gleich Basis, und einiges erschließt sich auf den zweiten Blick.

Was die Assistenzsysteme angeht, gehört ein Aufmerksamkeitsassistent zur Basis-Ausstattung, der das Fahrverhalten des Fahrers analysiert und gegebenenfalls im Control Display vorschlägt, eine Pause zu machen. Die "BMW ConnectedDrive Services" stellen unter anderem Wetter- oder News-App zur Verfügung und gehören zum BMW-Standard wie auch die "Remote Services". Letztere bieten einen Ortungsdienst für bestimmte Smartphones – nicht unpraktisch, wenn man mal vergessen hat, wo das Fahrzeug geparkt ist.  

BMW 1er: Ausstattungslinie "Advantage"

Das Modell "Advantage" – wobei ja genau genommen kein eigenes Modell, sondern eine Ausstattungslinie gemeint ist – baut auf der Basis-Linie auf. Hier rollt auch der Einstiegsdiesel auf 16 Zoll-Leichtmetallfelgen. Im Upgrade enthalten sind zwei Assistenzsysteme: Die Einparkhilfe Park Distance Control vorn und hinten ist vor allem in der Stadt bei engen Parklücken hilfreich. Einzeln kostet sie 650 Euro. Lohnt sich hierfür vielleicht "Advantage" bereits? Für unseren Wahl-BMW 1er, den 118i, liegt der Preisunterschied zwischen dem Basis-Modell und der nächsthöheren Ausstattungsstufe bei 800 Euro. Die Kosten für die Parkhilfe betragen 650 Euro, bleiben also noch 150 Euro. Dafür bekommt man ein weiteres Assistenzsystem, die Geschwindigkeitsregelung mit Bremsfunktion – insbesondere bei Bergabfahrten ein nützliches Tool. Der Einzelpreis liegt bei 300 Euro, bei "Advantage" bekommt man also gewissermaßen die Hälfte hiervon geschenkt. Und obendrauf ist auch noch das Ablagenpaket inbegriffen (150 Euro), bei dem der Innenraum mit einer Vielzahl praktischer Fächer und eben Ablagemöglichkeiten versehen ist. Das klingt doch schon mal sehr überzeugend, und wir halten die Wahl von "Advantage" für unseren 1er 118i mit Doppelkupplungsgetriebe mal vorläufig fest. Wir liegen damit bei 31.450 Euro. Was haben die weiteren Linien zu bieten?

BMW 1er: Ausstattungslinie "Sport Line"

"Sport Line" ist die sportlich-dynamische Ausstattungslinie von BMW. Sie enthält eine Vielzahl von Style-Komponenten, die dem Fahrzeug ein entsprechendes Äußeres verleihen. Doch nicht nur die Optik wird gepimpt. Die Aufwertung bezieht sich auch auf Funktion und Komfort. Dabei baut "Sport Line" auf "Advantage" auf, also enthält zusätzliche Komponenten oder ersetzt die der niedrigeren Linie. Bei "Sport Line" sind 17 Zoll-Leichtmetallfelgen serienmäßig. Neben diversen Designelementen und einem speziellen Schwarzton ist bei "Sport Line" ein LED-Lichtsystem bereits serienmäßig verbaut. LED-Scheinwerfer und -Heckleuten sowie LED-Nebelscheinwerfer außen, im Innenraum gehört das "Lichtpaket mit Ambiente Licht inkl. Welcome Light Carpet auf der Fahrerseite" dazu. Sportsitze und Sport-Multifunktions-Lederlenkrad verstehen sich von selbst. Das alles hat seinen (Auf-)Preis: Einen BMW 1er "Sport Line" gibt es ab 32.150 Euro, der Aufpreis gegenüber "Advantage" beträgt also 3.050 Euro. Beim Top-Diesel, der mit dem stärkeren Motor auch eine höherwertige Ausstattung von Haus aus mitbringt, beträgt die Differenz 2.650 Euro. 

Wer auf das das dezidiert sportliche Image Wert legt, dem sei diese Linie empfohlen. Vor allem die Detail-Vielfalt lässt sich so kaum einzeln konfigurieren, so dass die Vorauswahl dieser Linie durchaus Sinn macht. Die Image-Wahl ist auch eine kleine Weltanschauung innerhalb des BMW-Kosmos. Sie bildet das eigene Selbstverständnis nach außen ab. Wir spielen da jetzt nicht mit und begnügen uns erst mal weiter mit "Advantage" und dem sowieso markenspezifischen BMW-Image. Doch es ginge noch mehr. Was bietet "Luxury Line"?

BMW 1er: Ausstattungslinie "Luxury Line"

Auch "Luxury Line" baut auf "Advantage" auf. Die Linie liegt um durchgängig 1.000 Euro höher als "Sport Line" und ist gewissermaßen deren edel-vornehme Alternative. Kühlergrill und Stoßfänger kommen hier in der BMW-Individualfarbe "Aluminium satiniert". 17 Zoll-Leichtmetall-Räder, LED-Scheinwerfer, -Nebelscheinwerfer und -Heckleuchten gehören ebenso zum Lieferumfang wie das Ambiente-Lichtpaket für den Innenraum. Das Sport-Lederlenkrad mit Multifunktion ist dabei, nicht jedoch Sportsitze. Dafür gibt’s Lederbezug serienmäßig und vorne eine Sitzheizung dazu. Da ist also durchaus vieles, was für "Luxury Line" spricht. Ledersitze wollten wir für unseren 1er sowieso auch auswählen. Und die Aluminium-Akzentuierung gefällt uns ausnehmend gut. Doch ist uns das gediegene-Luxusoutfit den Aufpreis von 4.050 Euro gegenüber "Advantage" wert? Schauen wir uns als nächstes "M Sport" an.

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BMW 1er: Ausstattungslinie "M Sport"

Der "M"-Style macht aus einem sozusagen normalen BMW einen regelrechten Sportwagen. Das gilt auch für den neuen 1er. Zusätzlich zu einem sportlichen Outfit das "Sport Line" bereitstellt, rollt hier der 1er mit Sportfahrwerk, Sportlenkung und Aerodynamikpaket vor. Bestimmte Lackfarben sind den "M"-Modellen vorbehalten, so zum Beispiel "Misano Blau Metallic". Das umfangreiche "M"-Programm enthält eine Fülle von weiteren aufpreispflichtigen Individualisierungsmöglichkeiten, die die Wahl dieser Linie voraussetzen und für andere Linien nicht verfügbar sind. Das gehört sich ja schon fast so. Denn ein dieser Art sportliches Fahrzeug ist eine Entscheidung – wenn nicht gar eine Glaubensfrage. Die Linie "M Sport" startet bei 33.550 Euro, liegt damit 4.450 Euro über "Advantage".

Das Sondermodell: BMW 1er M135i xDrive

Das 1er Topmodell hat den Status eines Sondermodells. Ist das oben vorgestellte "M"-Outfit bei einem 116 PS-Motor zwar konfigurierbar, mag es aber vielleicht nicht ganz angemessen erscheinen. Bei den Motoren mittlerer Stärke schon eher. Dem M135i xDrive schließlich ist rasante Sportlichkeit mit jedem Detail auf den Leib geschneidert. Da wird die Straße zur Rennstrecke – wenn nur die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht wäre. Doch mit den 306 PS unter der Haube wird bereits jede Beschleunigung zu einem Ohrenschmaus. Freilich nur wenn man’s mag. Dafür erreicht man bei der Effizienzklasse auch nur "C", und der kombinierte Verbrauch liegt bei rund sieben Litern. 

Der M135i xDrive läuft gewissermaßen außer Konkurrenz. Zur Grundausstattung für 49.100 Euro gehören auch 18 Zoll-Leichtmetallräder und eine 2-Zonen-Klimaanlage. Der M-Schriftzug ziert viele Ausstattungselemente, Hochglanz-Schwarz ist die Hauptfarbe. Doch was die Kosten angeht, ist hier - wie überall bei BMW - noch Spielraum nach oben. Das "M Performance Paket" für 1.500 Euro beispielsweise optimiert die Fahrdynamik insbesondere bei Beschleunigung durch Gewichtsreduktion sowie eine spezielle Motorfunktionen.

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Unsere Wahl: der BMW 1er 118i "Luxury Line" 

Nach eingehender Betrachtung der einzelnen Ausstattungslinien, ihrer Vorzüge und der Preiskalkulation nehmen wir doch von unserer anfänglichen Wahl "Advantage" Abstand und entscheiden uns für "Luxury Line". Nicht nur der Style gibt hierfür den Ausschlag, wobei wir die gehobene Eleganz durchaus bestechend finden. Auch das LED-Beleuchtungssystem an Front und Heck inklusive LED-Nebelscheinwerfer sowie die differenzierte Innenraum-Beleuchtung, die hier im Serienumfang enthalten sind, kommen unserem Bedarf an Funktionalität und Komfort entgegen. Die funktionalen Komponenten könnten wir – zu entsprechendem Mehrpreis – zwar auch einzeln nachrüsten, den geradezu programmatisch ausformulierten Style jedoch nicht. Im Konfigurator liegen wir somit bei 35.500 Euro.

Farben, Lackierungen und Interieur

Der Hersteller sieht für den neuen 1er BMW die Grundfarbe "Schwarz uni" vor. Sie kostet keinen Aufpreis. "Alpinweiß uni" ist eine kostengünstige Alternative, 250 Euro werden fällig. Die Metallic-Palette ist mit acht Farbtönen recht üppig bestückt, sieben davon sind zu je 700 Euro erhältlich, der individuelle Grauton "Storm Bay Metallic" kostet 1.200 Euro. Wir sind mutig und wählen "Seaside Blue", ein auf eine dezente Art leuchtendes Metallic-Blau. Wir dürfen uns doppelt freuen, denn der Konfigurator berechnet an dieser Stelle nur einen Aufpreis von 450 Euro - die Metallic-Farben sind in Kombination mit unserer Ausstattungslinie günstiger. So federt wohl BMW die jüngste Preiserhöhung (Stand: März 2020) wieder ab, da sich in vielen Fällen trotz Aufschläge auf sämtliche Grundpreise an den Endpreisen nichts ändert. Als geradezu himmlischer Farbklecks wird sich damit unser 1er auf der Asphaltpiste bewegen. Auch für den Innenraum wollen wir etwas Besonderes. 

Ledersitze mit Sitzheizung sind ja bereits in "Luxury Line" enthalten. Das schwarze Leder würden wir gern durch die Variante "Leder ‚Dakota‘ mit Perforierung Magmarot/Akzent Grau" ersetzen. Sie ist mit "0 Euro" ausgepreist. Der nächste fällige Klick offenbart allerdings einen Aufpreis von 500 Euro – denn die rotbraune Lederkombination setzt Sportsitze voraus. Komponenten- und Preis-Koppelungen sind weit verbreitet und insbesondere für BMW typisch. Da gilt es immer zwei Mal hinzuschauen und auch wirklich zumindest testweise zu klicken. Wir entschließen uns, diese Kröte zu schlucken. So kommen wir dann doch noch zu Sportsitzen. Die Farbe lässt unseren Innenraum erstrahlen und jeder Tristesse vorbeugen. 

Das nächste Häkchen gilt es in der Rubrik "Interieurleisten" zu setzen - ein nicht ganz unscheinbares Detail, prägt es doch den Innenraum deutlich sichtbar. Passend zu unseren Aluminium-Akzenten außen und den rotbraunen Ledersitzen wählen wir hier die Variante "Illuminated Brooklyn". Erfreulicherweise gibt es dieses Dekorelement kostenlos – oder besser gesagt: es ist in unserer Ausstattungslinie ohne weiteren Aufpreis enthalten. Inzwischen liegen wir bei 36.450 Euro im Konfigurator.

Ausstattungs-Pakete für den BMW 1er

In den Hersteller-Paketen sind bestimmte Ausstattungs-Komponenten gebündelt – in der Regel mit einer Preisersparnis gegenüber den Einzel-Optionen. Insgesamt fünf Pakete stellt uns der BMW-Konfigurator zur Auswahl: Comfort-Paket (650 Euro), Entertainment-Paket (650 Euro), Business-Paket (1.250 Euro), Comfort-Paket Professional (1.400 Euro) und Business-Paket Professional (3.100 Euro). Welche Pakete machen Sinn für unseren Wunsch-1er?

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Das Comfort-Paket enthält eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, die einzeln schon 550 Euro kostet. Wir würden sie unserem BMW 1er gern gönnen, schon allein dafür lohnt sich das Paket ja geradezu. Die elektrisch einstellbaren Lordosenstützen im Cockpit haben einen Einzelpreis von 250 Euro. Im Paket enthalten sind ferner noch ein automatisch abblendbarer Innenspiegel (einzeln 170 Euro) und die Sitzheizung für die Vordersitze. Letztere haben wir ja bereits mit "Luxury Line" erworben – doch dafür ist der Paketpreis auch bei dieser Ausstattungslinie um 300 Euro günstiger. Das Paket bringt uns zudem eine Preis-Ersparnis von 320 Euro gegenüber den Einzelkomponenten, und so entscheiden wir uns klar dafür. Die veranschlagten 650 Euro kommen also auf unsere 1er-Preis-Liste.

Das Comfort-Paket Professional enthält darüber hinaus noch den "Komfortzugang inkl. Digital Key", ein schlüsselloser Zugang über Schlüsselkarte oder ein kompatibles Smartphone, sowie eine Lenkradheizung. Zusätzlich zum Innenspiegel blendet auch der Fahreraußenspiegel automatisch ab – Funktionen, die ansonsten im "Innen- und Außenspiegelpaket" zu einem Einzelpreis von 500 Euro enthalten sind. Trotz offensichtlicher Preis-Ersparnis auch bei diesem Paket, nehmen wir das Upgrade nicht mit und bleiben bei der einfachen Variante. 

Das Entertainment-Paket kostet ebenfalls 650 Euro – zumindest auf den ersten Blick – und enthält die "BMW Gestiksteuerung", DAB-Tuner (DAB+ fähig) sowie eine Aufwertung des Soundsystems. Probehalber hinzugefügt, meldet uns der Konfigurator einen zusätzlichen Aufpreis von 3.750 Euro. Wie das? Das Entertainment-Paket gibt es nur in bereits beschriebener Preisbindung mit dem Business-Paket Professional und zwei weiteren Komponenten. Damit wird das Cockpit dann natürlich zur digitalen Schaltstelle vom Feinsten. Die "Navigation BMW Live Cockpit" ist mit zwei je 10,25 Zoll großen Displays für Navi und Instrumentenanzeige ausgestattet. Ein Head-Up Display projiziert fahrrelevante Daten in das Sichtfeld des Fahrers auf die Windschutzscheibe. Außerdem gehören noch zum Business-Paket Professional: Connected Package Professional, Telefonie mit Wireless Charging, WLAN Hotspot sowie Alarmanlage. Hier wird das Auto zum rollenden Office. Wir würden das nicht unbedingt ausnutzen und investieren von daher lieber woanders. 

Wie steht es mit der abgespeckten Version, dem Business-Paket für 1.250 Euro? Das schon eher – ein eingebautes Navi ist schließlich eine feine Sache. Hier weist die "Navigation BMW Live Cockpit Plus" etwas kleinere Displays auf als bei der Professional-Version. Auch sind enthalten: "BMW Connected Package Plus" und die "Telefonie mit Wireless Charging". Alles aktuelle Tools, die wir uns noch gönnen mögen. Zusammengefasst buchen also das Comfort-Paket zum Preis von 650 Euro sowie das Business Paket für 1.250 Euro – der Konfigurator zeigt uns den aktualisierten Zwischenpreis von 38.350 Euro. Nun wollen uns noch in der Rubrik Sonderausstattung umsehen, dort haben wir bereits ein paar heimliche Wünsche im Visier. 

Der BMW 1er: weitere Sonderausstattung

Aus der Rubrik "Fahrerassistenz" haben wir ja bereits einige Optionen, sei es durch die Wahl der Ausstattungslinie "Luxury Line" oder zuletzt durch die Zubuchung des Business-Pakets. BMW bietet noch einen "Parking Assistant" für 300 Euro an, der nahezu selbständige Einparkvorgänge ausführt, die es von Fahrerseite aus lediglich zu überwachen gilt. Das wollen wir gern mal kennenlernen, ist bestimmt ein Spaß. Auch wenn die Abmessungen des 1er von 4,32 x 1,8 x 1,43 Metern ein solches Feature nicht zwingend erfordern würden - im Gegensatz zu den großen Modellen. Ein weiteres Häkchen setzen wir beim Fernlichtassistent, der ja eine wirkliche Erleichterung bedeutet. Er schaltet je nach Gegenverkehr das Fernlicht selbständig aus und wieder an. 160 Euro ist uns das auf jeden Fall Wert.  

Unter der Überschrift "Komfort/Nutzen" findet sich zum einen ein größerer Kraftstofftank für 50 Euro Aufpreis. Den nehmen wir für eine größere Reichweite noch gerne mit. Besonders angetan hat es uns aber das Panorama-Glasdach. Das wäre für unseren bereits in freundlichen Farben gestalteten 1er doch noch eine echte Aufwertung. Für 1.100 Euro ist es zwar kein Schnäppchen, aber wer ein Auto nach dem Motto "Hauptsache es hat vier Räder und fährt" haben möchte, ist bei BMW ja sowieso an der falschen Adresse. Also, gebongt! Damit sind wir aber auch fast am Ende der Konfiguration angelangt. Wir sind in allen Bereichen bereits sehr gut versorgt, haben zwar längst nicht alles ausgewählt, was es gibt, doch das muss auch nicht sein. Gerade im BMW-Konfigurator mit seiner gefühlt unendlichen Fülle an Möglichkeiten gilt es, den Überblick zu behalten. Sonst laufen die Kosten allzu leicht aus dem Ruder.

Eine Sache reizt uns aber noch gewaltig, das "Harman Kardon Surround System" für 850 Euro. Diese Luxus-Beschallung würde unserem 1er gut stehen, und immerhin würden wir die vielleicht magische Schwelle von 40.000 Euro nur um wenig überschreiten. Schon fast haben wir uns dazu entschieden, da offenbart der Klick eine erforderliche Anpassung zum Preis von 2.700 Euro – eine Komponenten-Koppelung mit dem Business-Paket Professional. Alles klar, wir lassen die Finger davon. Und sind stolz, die magische Schwelle nun doch nicht zu überschreiten. Der Endpreis unseres 118i im Konfigurator liegt somit bei 39.960 Euro.

Fazit zum BMW 1er 118i: Preis-Ergebnis im Konfigurator

Aus der Motoren-Palette haben wir uns für den Benziner 118i mit 140 PS und Doppelkupplungsgetriebe entschieden. Ein solider Allrounder für nahezu alle Gegebenheiten, außer natürlich Offroad. Wir haben nicht nur Preis und Verbrauch berücksichtigt, sondern auch unseren Wunsch nach einem schicken Gefährt, einem echten Premium-Kompakten. Von daher war von Anfang an klar, dass wir nicht nur in die funktionale Ausstattung, sondern in gewissem Rahmen auch in den Style investieren werden. Der Ausgangspreis lag bei 30.400 Euro.

Die Ausstattungslinie "Luxury Line" hat zwar gegenüber der einfacheren Basis-Ausstattung ihren Preis, doch bringen wir ja auch gewisse Ansprüche hinsichtlich Sicherheit, Komfort und Optik mit. Die Linie vereint Funktionalität und Style in einer Weise, die uns entgegen kommt. So wurde unser 1er hier unter vielem anderen serienmäßig mit einem LED-Lichtsystem bestückt, und das Outfit erhielt Aluminium-Akzente. 

Bei der Farbgebung haben wir uns für eine vielleicht ungewöhnliche Kombination entschieden: die Außenlackierung "Seaside Blue Metallic" und Ledersitze in "Magmarot" für den Innenraum. Schließlich ist BMW vielleicht die Marke mit den meisten Optionen zur Individualisierung. Warum also nicht davon Gebrauch machen?

Innenansicht des BMW 1er.
Innenansicht des BMW 1er.
Foto: Screenshot BMW-Konfigurator

Bei den Paketen fanden wir das Comfort-Paket und das Business Paket angemessen. Das eingebaute Navi und ein gewisses Maß an Digitalisierung gehören für unseren Geschmack in den 1er einfach rein. Weitere Extras wie Park- und Fernlichtassistent kamen noch hinzu. Beim Panorama-Glasdach wurden wir schwach. Der Endpreis liegt knapp unter 40.000 Euro, bei 39.960 Euro. Knapp 10.000 Euro für Ausstattung mag viel erscheinen, doch muss man das bei BMW durchaus rechnen. Zugegeben, ein paar Optionen wie das Glasdach sind nicht wirklich nötig. Da erweckte das Angebot die Begehrlichkeit. Doch wenn man auf die Prise Luxus ganz verzichten will, ist man beim bayrischen Premium-Hersteller eher an der falschen Adresse. Es ist im übrigen immer noch Luft nach oben. Hätten wir den 120d mit 190 PS konfiguriert und das "Business Paket Professional" ausgewählt, würde der Konfigurator jetzt rund 9.000 Euro mehr anzeigen, beim 120d xDrive mit Allrad hätten wir mit vergleichbarer Ausstattung die 50.000 Euro-Marke geknackt. Also liegen wir insgesamt in einem guten, wenn nicht gar unteren Mittelfeld. Wir sind jedenfalls mit unserer Wahl zufrieden und freuen uns auf das tolle Fahrgefühl, das mit Sicherheit garantiert ist.

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BMW 1er 2019 / 2020: Abmessungen und technische Daten

  • Länge x Breite x Höhe: 4.319 x 1.799 x 1.434 mm
  • Radstand: 2.670 mm
  • Lade-/Kofferraumvolumen: 380 – 1.200 l
  • Leergewicht (je nach Motor): 1.365 – 1.600 kg
  • Zul. Gesamtgewicht: 1.845 – 2.085 kg
  • Anhängelast, ungebremst: 680 – 750 kg
  • Anhängelast, gebremst: 1.300 – 1.500 kg
  • Abgasnorm: Euro 6d Euro 6d-TEMP

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