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Artikelbild BeschreibungBig Boost: Der Boxster presst nun mit Turbo in den Sitz3907
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Praxistest: Der Boxster presst nun mit Turbo in den Sitz
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Praxistest: Der Boxster presst nun mit Turbo in den Sitz

Porsche mit Turbo und Vierzylinder? Au weia, das hört sich ja schrecklich an! Denkste, der Boxster geht besser denn je.

Ein wenig skeptisch war ich ja doch auf meinem Weg nach Zuffenhausen. Ich saß gerade im Porsche 911 Turbo S Cabrio um ihn gegen den neuen Boxster S einzulösen. Früher hätte man gesagt, dass es nur einen Turbo gibt und der ist im besagten 911 mit neuerdings 580 PS vertreten. Innerhalb von drei Sekunden wird der Magen auf Hundert penetriert – in nenne es mal umgangssprachlich Druck. Besser kann man es nicht beschreiben.

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Komplette Neuentwicklung

Na gut, genug getrauert. In Porsche-City angekommen erwartet mich der Boxster. Die Auf-Taste am Schlüssel gedrückt halten und der kleinste Porsche legt einen flotten Striptease hin. Der erste Eindruck gefällt! Vor allem die Heckpartie finde ich im Vergleich zum Vorgänger sehr gelungen. Der Boxster, sowie auch der neue Cayman, ist eine reine Neuentwicklung. Alles neu außer den Hauben und den Scheiben. Die nächste Freude wartet im Cockpit: Ein Handschalter! Hier hat man sechs knackige Gänge zur Verfügung. Man fühlt sich trotz der recht kompakten Größe von 4,37 Metern Länge und 1,28 Meter Höhe erstaunlich gut aufgehoben. Auch größere Personen haben ausreichend Kopffreiheit zu Verfügung. Wer jetzt den Vierzylinder mit einer Schlüsseldrehung auf der linken Seite startet, den erwartet ein sonores dumpfes Bollern aus der doppelflutigen Auspuffanlage. Das hätte ich so nicht erwartet, vor allem nicht ohne die optionalen Sportabgasanlage.

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Boxster Höchstgeschwindigkeit: 292 km/h sind eine Ansage

Kurz warm gefahren und dann ging es schon auf die Autobahn Richtung München. Autobahnauffahrt, zweiter Gang, Sport Plus, Fuß durchgedrückt: „Alter Verwalter, der schiebt ja gut an!“ Nach kurzer Zeit war ich schon im Begrenzer bei Tacho 292 km/h. Die reale Vmax liegt laut Porsche bei 285 km/h. Das ist verdammt flott in einem Boxster. Der größte Unterschied zum Vorgänger mit Saugmotor ist der Druck aus dem Drehzahlkeller. Dank dem frühanliegenden Drehmoment von 420 Newtonmeter bei 1.900 Umdrehungen, kann man auf oft das Runterschalten verzichten, das noch bei den Saugmotoren von Nöten ist, um Leistung aufzubauen. Erfreulicherweise schafft der Boxermotor, dass ohne Leistung in den oberen Drehzahlen zu verlieren. So geht es auf Hundert in 4,6 Sekunden mit dem Handschalter. Nur 0,2 Sekunden langsamer als der Über-Cayman GT4 mit 385 PS – Respekt! Wer das PDK (Doppelkupplungsgetriebe) mit Sport Chrono Paket ordert, der wird sogar vier Zehntel schneller auf Landstraßenhöchstgeschwindigkeit katapultiert.

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Boxermotor: Der Vierzylinder bollert

Gewöhnungsbedürftig ist der Sound. Der Vierzylinder-Boxermotor mit 2,5 Liter-Hubraum erinnert ein wenig an den Subaru WRX STI. Wie bereits erwähnt ein dumpfes, sonores Bollern. Wer im Sport-Modus vom Gas geht, bekommt auch ein paar Fehlzündungen auf die Ohren. Das ist aber alles kein Vergleich zum kernigen und lauten Schreien des Sechszylinder-Boxers aus dem Vorgänger. Hier muss man definitiv umdenken und sich vom Saugmotor verabschieden. Dennoch hat Porsche alles dafür getan den Klang des Vierzylinders artgerecht zu präsentieren. Wem das nicht genug ist, der ordert den optionalen Sportauspuff.

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Komfortabel auf langen Strecken

Lange Autobahnfahrten sind für den Boxster kein Problem. Beiden Passagieren wird genug Platz geboten und es gibt ausreichend Stauraum für Koffer und Handgepäck im vorderen und hinteren Teil des Autos. Etwas mager sind die Ablagen im Innenraum. Hier zeigt sich der Porsche von seiner puristischen Seite. Gut gelungen ist die Dämmung des Verdecks. Bei geschlossenem Dach ist es ziemlich ruhig im Cockpit. Erst bei höheren Geschwindigkeiten ab 180 km/h merkt man einen hörbaren Unterschied. Diesen Unterschied kann aber die optionale Bose-Soundanlage gekonnt übertönen. Satte Bässe und klare Höhen verwöhnen die Ohren der Insassen. Wer dann noch das Verdeck öffnet, der hat Gewiss zwei sehr gute Sitzplätze in deinem fahrenden Open-Air-Festival.

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Der 718 Boxster liebt Kurven

Die Paradedisziplin ist aber ganz klar das Handling des Zuffenhauseners. Kurven sind das Tagesgeschäft des 718 Boxster S. Am meisten mag er Pässe und Serpentinen mit engen Haarnadelkurven und hohen Felswänden in denen sich der basslastige Klang des Boxers reflektiert und diesen ungefiltert ins Cockpit leitet. Die Lenkung ist sehr direkt und vermittelt dem Fahrer die totale Kontrolle in jedem Bereich. Das Fahrwerk ist knackig und straff ohne aufdringlich zu wirken. Durch die ausgewogene Gewichtsverteilung dank des Mittelmotors, fährt Porsches-Kleinster wieselflink um die Kurven. Wer dann doch etwas zu hastig einlenkt, der kann mit leichten Übersteuern rechnen. Das ist aber bei eingeschalteter Traktionskontrolle trotz Heckantrieb stets beherrschbar. Mir gefällt besonders die knackige Schaltung. Der Knüppel liegt gut in der Hand und der Weg in den nächsten Gang ist kurz. Von der Performance und Effektivität eines PDK muss man sich aber verabschieden. Auch der Verbrauch steigt ein wenig an. Als Handschalter gibt Porsche einen kombinierten Verbrauch von 8.1 Litern kann. Das sind ganze 0,8 Liter mehr als mit dem Doppelkupplungsgetriebe. Jedoch liegt der reale Verbrauch zwischen 9-10 Litern. Wer mehr Fahrspaß möchte, der kann noch mal 2-3 Liter hinzuaddieren.

Fazit

Persönlich gefällt mir der neue 718 Boxster S recht gut. Vor allem das schnittigere Design überzeugt und das neue Infotaimentsystem, dass nun durch eine benutzerfreundlichere Bedienung und schnellere Ladezeiten überzeugen kann. Ein großes Plus geht auch an den Motor. Trotz dessen, dass wir nun den so sehr geliebten Saugmotor vermissen, schlägt der Vierzylinder-Turbomotor den Vorgänger in allen Belangen. Er ist spritziger, schneller, direkter und sparsamer als sein alter Bruder. Alles aber auf Kosten des Klangs. Zwar klingt er gut, aber bei weiten nicht so wie der Sechszylinder-Boxer. Und einen großen Unterschied gibt es noch: Der 718 Boxster kostet neuerdings mehr, als sein Bruder mit Dach, der 718 Cayman. Wer Lust auf Open-Air-Feeling und jede Menge Fahrspaß hat, muss für das kleine S hinter dem Boxster mindestens 66.141 Euro auf den Tisch legen.

Jetzt reinschauen: Unsere Fahrvideo Porsche 718 Cayman S