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Dodge Charger Hellcat
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Rodeoritt auf Höllenkatze: Fahrbericht Dodge Charger Hellcat
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Rodeoritt auf Höllenkatze: Fahrbericht Dodge Charger Hellcat

Eine "familientaugliche" Limousine mit 717 PS und 320 km/h Vmax? Gibt's nicht? Und ob! Wir sind mit der Ami-Furie in den Ring gestiegen.

Familienkutschen sind: praktisch, geräumig und … vernünftig!? Soweit das gängige Klischee. Auf den allerersten Blick wird das ungeübtere Auge auch das tiefschwarze Dickschiff mit dem markanten SRT-Schriftzug auf dem Kühlergrill in diese Kategorie einordnen wollen. Zumindest bis ihn die mächtige Zwei-Tonnen-Katze mit grimmigen Raubtieraugen ihre Angriffslust mitteilt. Spätestens dann ist klar: diese Bestie kann trotz ihrer gigantischen Ausmaße jederzeit blitzartig nach vorne schnellen und dabei äußerst kraftvoll zubeißen. 

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Andere Länder, andere Autos

Zugegeben: ein bisschen positiver Wahnsinn muss schon am Werke gewesen sein, als man sich bei Dodge dazu entschloss, dem Volumen-Mittelklasse-Musclecar Charger den 6,2-Liter-V8 der Challenger Hellcat einzupflanzen, seines Zeichens immerhin der stärkste Antrieb, der beim Mutterkonzern Chrysler jemals vom Band lief. Das Ergebnis: ein stufenbeheckter Viertürer mit 717 PS und 881 NM, sozusagen Frankensteins Höllenschleuder, in der auch noch das Monster ganz bequem Platz hätte. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt der Katze in flinken 3,7 Sekunden. 328 km/h Spitzengeschwindigkeit sind auch nicht gerade von schlechten Eltern. Das alles wohlgemerkt ohne Allrad, Spoiler-Ballett oder sonstiges High-Tech Tamtam.

 

„Sowas kann auch nur den Amis einfallen“, wird der deutsche Vernunftmensch da sagen. Er liebt seine schnellen Autos bekanntlich eher präzise wie ein wohlgeschärftes Filetiermesser – wie zum Beispiel den Porsche Turbo S. Wer einmal im Charger Platz genommen hat, der wird aber schnell feststellen: den Ami-Macker und den gediegenen Zuffenhausener kann man eigentlich kaum vergleichen. 

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Mehr Ami geht nicht

Hierzulande muss man aus jeder Pferdestärke das Maximum an Performance rauskitzeln – nicht umsonst spricht man manchmal von Sachen wie „Porsche PS“ – und meint damit, dass andere Autos oft ein paar Pferdchen mehr brauchen um mit den perfektionistischen Schwaben Schritt zu halten.

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Hellcat Superstar

Eins steht außerdem fest: Wer gerne auffällt, ist bei Dodges Highway-Furie an der richtigen Adresse. Auf deutschen Straßen ist die Hellcat noch immer ein Unikat - und der Fahrer wird schnell zum Superstar. An interessierte Fragen vom Ampel-Nachbarn sollte man sich also besser gewöhnen. Und sogar der Tankstellen-Angestellte vergisst kurzzeitig seine Aufback-Brötchen und kommt auf ein gepflegtes Pläuschchen zur Zapfsäule.

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Ein Shootingstar: Die Hellcat fällt auf

An einen häufigeren Tankstellen-Besuch sollte man sich übrigens gewöhnen: 14,7 Liter sauft die Höllenkatze nämlich mindestens, realistischer wohl 16-18. Was man aber, angesichts der verbauten Power, wohl billigend in Kauf nehmen muss.

Gib der Katze die Sporen

Solche kleinlichen Bedenken gehören aber schnell der Vergangenheit an, wenn man erst mal das Lenkrad des Chargers in der Hand hält und die Katze mit sonorem Grollen zum Leben erwacht. Wobei: eine gewisse Eingewöhnungszeit sollte man sich schon gönnen. Anfangs fühlt man sich hinter am Ruder des massigen Schiffs doch ein wenig wie der Steuermann der Gorch Fock. 

Dodge Charger Hellcat
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Freilich: Sobald man sich an die massiven Ausmaße gewöhnt hat, regt sich merklich die Lust, dem Kätzchen etwas die Sporen zu geben. Mittels verschiedener „Drive Modes“ lässt sich das Fahrerlebnis denn auch recht präzise den eigenen Vorlieben anpassen. Zur Verfügung stehen die Modi „Eco“, „Sport“, „Custom“ und, „Track“ – wobei erst der Strecken-Modus die volle Leistung der 717 PS freigibt. Drückt die Power von 881 NM massiert auf die Hinterachse. Keine Frage: Imposante Burnouts und spektakuläre Drifts sind eindeutig das Metier der Hellcat, im Nu wird man völlig von dichtem Rauch eingehüllt. Bemerkenswert: auch bei solchen Manövern sitzt man im Innenraum limousing-komfortabel im Sattel. 

Dodge Charger Hellcat: Der Sound verbreitet Angst und Schrecken

Auch die Klangkulisse des V8-Aggregats verführt zu lautstarken Schandtaten. Mit heruntergelassenen Seitenscheiben wird der der Sound des Chargers ohrenbetäubend und verleitet zu erschreckend unflätigen Begeisterungsbekundungen – wovon dann vermutlich noch die Bewohner des Nachbarorts leidgeprüft Zeugnis ablegen können. 

Wer das Gaspedal voll durchtritt, fühlt sich ohnehin Neil Armstrong beim Start der Mondrakete – und hört einen ganz ähnlichen Sound - auf diesem Gebiet ist die Hellcat sowieso eine echte Wundertüte. Jede Beschleunigung quittiert sie vielfältig-temperamentvollen Brüll-Lauten und gelegentlich heult der Mega-Kompressor sogar so laut auf, dass er selbst den Riesen-V8 übertönt. So könnte sich eine Cruise-Missle kurz vor dem Einschlag ins Ziel anhören. Angst und Schrecken kann man also auf jeden Fall verbreiten.

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Die Charger Hellcat von Dodge: unschlagbarer Preis

Noch beindruckender als Schall und Rauch ist beim Höllen-Charger allerdings der Preis: In Deutschland ist der Charger Hellcat über den offiziellen Importeur „AEC Europe“ erhältlich – und mit deinem Basispreis von 91.000 Euro konkurrenzlos günstig. Zum Vergleich: Andere Supersportler aus der illustren 700-PS-Liga belasten das Budget deutlich heftiger. Beispielsweise der Lamborghini Aventador (515 kW/700 PS, 321.300 Euro) oder der Ferrari F12 (545 kW/740 PS, 270.000 Euro). 

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Die Königin der Überholspur

Auf der großen, weiten Autobahn wird man im Hellcat wohl so schnell keinen ernsthaften Gegner finden: Selbst M5, Carrera & Co. müssen der rohen Gewalt der Höllenkatze weichen.

Eine wichtige Erkenntnis reift aber auch auf der linken Spur: nämlich, dass die schnellste Limousine der Welt bei ausgeschalteten Fahrhilfen im „Track Mode“ schier unkontrollierbar wird. Insbesondere bei entsprechenden Sportreifen wuchtet der V8 bei Vollgas unglaubliche Power auf das Heck, das diese ungebändigte Urkraft gelegentlich mit leichtem Schlackern quittiert. Die Krux: 281 km/h genügen ja auch – von den 328 km/h Spitzengeschwindigkeit lässt man beruhigt die Finger und kommt auch so mehr als auf seine Kosten.

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Denn die Höllenmaschine hat immer noch genug rohe Gewalt unter der Haube, dass man ihn, wenn man will, zu jeder Zeit völlig aus der Bahn werfen kann. Zusammen mit Flying Uwe, Deutschlands bekanntesten Kung-Fu Kämpfer, haben wir das dann natürlich auch getan

Ein Schlüssel macht die Katze zahm

Die Hellcat kann aber auch ganz anders. Dodge liefert sein Riesenbaby nämlich serienmäßig mit zwei Schlüsseln aus. Während die im angriffslustigem rot gehaltene Variante die volle Power freigibt, begrenzt der schwarze Schlüssel die Leistung von vornherein auf „alltagstagstaugliche“ 500 PS. Dann cruist die Raubkatze zahm wie ein sanftmütiger Zirkustiger durch den dichten Stadtverkehr. Sogar ein Kindersitz für den Racer-Nachwuchs ist auf Wunsch erhältlich.

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 Eine gute Gelegenheit für einen prüfenden Blick in den Innenraum. Hier muss man sich mit viel Plastik und einer wenig attraktiven Zierleiste aus Pseudo-Carbon abfinden – Premium sieht wohl anders aus. Andererseits reicht schon der Gedanke an den unschlagbar günstigen Preis, um sich mit dem Kunststofflook anzufreunden. Dodge spart eben lieber am Interieur, als an der Leistung. 

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Fazit zum Dodge Charger SRT Hellcat: Lohnt sich der Kauf?

Hierzulande ist schon der „normale“ Charger schon ein Exot. Da ist man mit dieser Version, die vor Machtinsignien wie Lufthutzen, Hubraum-Emblemen und Raubkatzen-Logos nur so strotzt, der Stargast jeder Veranstaltung.

Wer aber auf der Suche nach vernünftigen Argumenten ist, um auch die Gattin davon überzeugen, dass es beim nächsten Autokauf die SRT Hellcat sein muss, wird in diesem Fahrbericht wohl kaum fündig werden. Denn dafür ist das Projekt einer geräumigen Limousine mit Muscle-Car-Power schon von vornherein viel zu wahnwitzig. Hinzu kommt ein Benzinverbrauch, der den nächsten Familienurlaub vielleicht schon von vornherein erübrigt. 

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Was bleibt ist der Preis: Wer für €91.000 ein Auto findet, das noch mehr Spaß macht als der Dodge Charger SRT Hellcat, der sollte es sofort kaufen.

Mir fällt aber keines ein – denn rein emotional hat der Höllen-Charger eine absolute Bestmarke gesetzt: Man kann mit ihr lachen, mit ihr ringen, oder sich an ihr aufreiben. Sicher ist: seine Zeit mit der Hellcat wird niemand je vergessen. Sie ist ohne Zweifel ein Auto mit einem einzigartigen Charakter. 

Hier geht es zu unserem Video-Fahrbericht: