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Artikelbild BeschreibungLeasingrückgabe: Vorsicht vor den Kostenfallen6510 Foto © Pro Motor
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Gut Geleast ist halb gewonnen

Leasingrückgabe: Vorsicht vor den Kostenfallen

Beim Auto-Leasing drohen unerwartete Kosten. Unser Ratgeber zeigt Euch, wie Ihr die typischen Fallen vermeidet

 

 

Die Neuwagenkäufe nehmen Jahr für Jahr zu und auch das Leasinggeschäft erfreut sich in Deutschland einer wachsenden Beliebtheit: Laut einer Studie für das Jahr 2017 wurden nicht weniger als 41,0 Prozent aller neu zugelassenen Pkw mittels Leasing angeschafft. In dem Jahr zuvor waren es noch 39,7 Prozent, 2015 betrug der Anteil 38,6 Prozent. Doch was sind im Bereich Leasing die Vor- und Nachteile? Es gibt viele Kunden von Leasingfahrzeugen, die nicht unbedingt wegen der geringeren Kosten, sondern vielmehr aus Bequemlichkeit auf diese Angebote zurückgreifen. So möchte die Klientel von geleasten Autos in der Regel alle zwei bis drei Jahre ein neuwertiges Auto als fahrbaren Untersatz haben, ohne sich vorher um den Verkauf des veralteten Gefährts sorgen zu müssen.

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Leasinggeber umgarnen interessierte Kunden längst mit umfangreichen Service-Paketen, die sich wie folgt darstellen: Übernahme der Wartungskosten, spezielle Versicherungen, oder die Auslieferung des Neuwagens direkt vor die Haustür bzw. Garage. Das ist zum einen kostspieliger, andererseits aber auch komfortabel. Leasing selbst kann jedoch kostspielige Nachteile mit sich bringen. Dann zum Beispiel, wenn das Auto aus diversen Gründen nicht mehr genutzt werden kann. Dieser Fall könnte aufgrund von Verletzung/Krankheit eintreten, oder wenn der Leasingnehmer etwa seinen Führerschein verliert. Ein Leasingvertrag lässt sich nämlich nicht vorzeitig kündigen, ein im Vertrag verankertes Sonderkündigungsrecht greift auch nur in speziellen Fällen, beispielsweise bei einem Autodiebstahl. Welche Leasingprobleme noch auftauchen können, erfahret Ihr hier.

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Kostenfalle 1: Muss ich für Abnutzung nachzahlen?

Bei der Leasingrückgabe versucht manches Autohaus, jeden kleinsten Kratzer aufzuschreiben. Dabei helfen oft Gutachter, die ständig für das Autohaus tätig sind und alles andere als unabhängig sind. Doch nach der Rechtsprechung schuldet der Kunde nur eine Rückgabe im üblichen, verkehrssicheren Gebrauchtwagenzustand. Normale Gebrauchsspuren sind bei der Leasingrückgabe zu akzeptieren. Wird der Händler kleinlich, sollte der Kunde vorsichtig sein. Auf keinen Fall bei der Fahrzeugrückgabe Unterschriften leisten! Am besten vorher den Zustand des geleasten Wagens durch Fotos, Zeugen oder ein selbst eingeholtes Gutachten dokumentieren. 

Hans-Georg Marmit, Experte der Sachverständigenorganisation KÜS, sagt dazu: „Die Abgrenzung von Gebrauchsspuren und Beschädigungen sorgt bei der Rückgabe von Leasingautos immer mal wieder für Ärger. Was genau noch akzeptable Folgen einer normalen, bestimmungsgemäßen Nutzung sind, hängt nicht zuletzt vom Alter und der Laufleistung des Leasingfahrzeuges ab. Bei älteren Modellen ist mit größeren Beeinträchtigungen zu rechnen. Wenn es allerdings um einen Leasing-Rückläufer geht, sind die Vorgaben oftmals strenger.

Verschleiß und Mangel sind oftmals schwer voneinander zu unterscheiden. Typische Verschleißteile sind: 

  • Kupplung
  • Reifen
  • Wischergummis
  • Lampen
  • Auspuff

Poröse Bremsleitungen oder die eingeschränkte Funktion eines Bauteils gehören nicht dazu. Im Zweifel muss ein Sachverständiger klären, wie die Sachlage zu bewerten ist.

Tipp: Vor der Rückgabe mit Smart Repair kleine Macken beseitigen lassen. Sind größere Schäden während der Laufzeit am Fahrzeug entstanden, für die man selber aufkommen muss, kann die Vollkaskoversicherung in Anspruch genommen werden.

Smart Repair in der Kfz-Werkstatt
Kfz-Werkstätten bieten mit Smartrepair eine günstige Ausbesserungsmöglichkeit für Schäden am geleasten Fahrzeug an. | Foto © Pro Motor/ZDK

Kostenfalle 2: Leasing mit Versicherung abschließen?

Einige Leasingverträge beinhalten ein Kfz-Versicherungspaket. Das kann von Vorteil sein, aber auch von Nachteil. Es lohnt sich, einen genauen Blick auf die genauen Vertragsmodalitäten zu werfen. In einigen Fällen ist es günstiger, unabhängig vom Leasingvertrag eine eigene Kfz-Versicherung abzuschließen. Wie uns ein Insider verriet, hat sich bei manchen großen Leasinggebern folgende Praxis eingebürgert:

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Die mit abgeschlossene Leasing-Versicherung kommt im Falle eines selbst verschuldeten Schadens zum Tragen. Für den Leasingnehmer steht dann wahlweise eine Selbstbeteiligung an - oder eben die komplette Übernahme der Reparaturkosten. Fast jeder große Leasingdienstleister hat bei bestimmten Werkstätten Verträge, die riesige Rabatte bereithalten - diese werden dann aber nicht an den jeweiligen Leasingnehmer weitergereicht. Macht unter dem Strich einen satten Gewinn für die Leasing-Gesellschaft. 

Ein weiterer Punkt: Die von den Leasinggebern vorgeschriebene Vollkaskoversicherung verlangt wesentlich höhere Beiträge als bei einer Teilkaskoversicherung der Fall. Wenn das Leasing-Unternehmen ein Komplettpaket mit Versicherung anbietet, ist die Durchführung eines Versicherungsvergleiches ratsam. Hier sind nämlich üblicherweise auch nochmal Aufschläge einkalkuliert.

Übrigens: Im Schadensfall mit dem geleasten Fahrzeug eine günstigere freie Werkstatt aufzusuchen, ist meist keine Option. Das schließt der Leasinggeber in der Regel bereits im Vertrag aus.

Kostenfalle 3: Grenzwert-Überschreitung beim Kilometer-Leasing

Vorsicht ist geboten, wenn man sich für das Kilometerleasing entscheidet: Während der vereinbarten Leasing-Laufzeit wird das Recht erworben, das Auto im Rahmen einer vorher festgelegten Kilometerleistung zu nutzen. Es will also gut überlegt sein, wie hoch die jährliche Laufleistung des geleasten Autos ist. Ist der Leasingvertrag nämlich zu Ende, fällt nicht selten pro zu viel gefahrenem Kilometer ein bestimmter Cent-Betrag an. Das kann sich im Falle von mehreren Tausend Kilometern also schnell mal um vierstellige Summen im Geldbeutel bzw. dem Bankkonto niederschlagen. 

Werden hingegen weniger Kilometer gefahren, bekommen Sie etwas vom Leasinggeber erstattet. Bestimmt werden die jeweiligen Preise von der Leasingfirma, wobei der Preis für die Minderkilometer in der Regel geringer ist, als der für Kilometer, die zu viel gefahren wurden.

Kostenfalle 4: Der voraussichtliche Restwert zum Vertragsende

Eine der größten Kostenfallen sind Restwertverträge. Dabei steht der Kunde für einen von der Leasingbank vorgegebenen Restwert des Fahrzeuges ein. Haken an der Sache: Sowohl die Bank als auch die Händler setzen den Restwert nicht selten von vorneherein unrealistisch hoch an, so dass eine Nachzahlung zum Vertragsende bereits vorprogrammiert ist. Der Bundesgerichtshof billigt diese Praxis leider nach wie vor. 

Ist das Ende der Laufzeit eingetreten, ist ein Händler beim Restwertleasing dazu befugt, eventuell noch weitere Kosten zu berechnen. Dazu zählt ein plötzlicher Rückgang der Nachfrage für das Modell und/oder die Automarke. Generell sollten Kunden Restwertverträge meiden und stattdessen lieber eine Kilometerabrechnung vereinbaren. Tipp: Jeden Vertrag sorgfältig durchlesen. Wenn ein Restwert drinsteht, nicht unterschreiben!

Kostenfalle 5: Leasing kann teurer als ein Neuwagenkauf sein

Ein Leasingvertrag berechtigt lediglich zur vorübergehenden Nutzung des Gegenstandes. Es gibt also kein Recht des Kunden, den Leasinggegenstand nach Vertragsablauf behalten zu können. Das gilt übrigens auch, wenn ein Andienungsrecht vereinbart ist oder die Summe der Leasingzahlungen den Wert des Fahrzeuges übersteigt und es von vornherein eigentlich günstiger gewesen wäre, einen Neuwagenkauf zu tätigen.

Ein Andienungsrecht berechtigt nur die Leasingfirma, den Kunden zum Kauf zu zwingen. Der Leasingfirma steht es dabei frei, ob sie von diesem Recht tatsächlich Gebrauch macht, oder den Leasinggegenstand anderweitig verwertet.

Video: Leasing und Finanzierung im Vergleich

Absicherung gegen unliebsame Leasing-Nachteile?

Um sich gegen Auto-Leasing-Fallen und damit unliebsame finanzielle Auswüchse abzusichern, bietet sich eine individuelle Service-Leistung mit Schutzbrief-Charakter an. Es gibt immer mehr unabhängige Unternehmen, die für einen relativ geringen Beitrag eine Zusatzversicherung für das geleaste Fahrzeug anbieten. Diese GAP-Deckung steht beim Leasing für folgende Dienstleistungen:

  • Rechtsberatung
  • Absicherung des Fahrzeuges bei Totalschaden oder Diebstahl
  • Erstattung der Differenz zwischen Kasko-Erstattung und tatsächlichem Abrechnungswert