Autokauf ganz einfach

Mercedes GLC, Frontansicht, Fahraufnahme Neuwagen kosten viel Geld. Mit einem Leasing fährt man in der Regel günstiger, oder? Symbolbild: Mercedes (GLC)
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Ratgeber: Ist Mieten besser als kaufen?

Was Auto-Leasing bedeutet und wann es sich lohnt

Miete statt Eigentum: Diesen Weg wählen immer mehr Menschen bei der Anschaffung eines Autos. Das gilt es zu beachten

Was bedeutet Auto-Leasing?

Wer heutzutage auf der Suche nach einem neuen Auto ist, der hat zwei (legale) Möglichkeiten: Man kauft sich eines, oder aber man mietet es, auf Englisch: Leasing. Das Leasing hat sich auch in Deutschland längst zu einer beliebten Variante der Anschaffung entwickelt. Auf dem gesamten deutschen Automarkt betrug die Quote der wahrgenommenen Leasing-Angebote im Jahr 2017 über 40 Prozent. Im Gegensatz zu einem Autokauf wird das Fahrzeug der Wahl für einen vertraglich festgelegten Zeitraum - meist zwischen zwei und vier Jahren - lediglich genutzt. Früher waren Leasing-Neuwagen hauptsächlich Unternehmen, Selbständigen und Freiberuflern vorbehalten. Mittlerweile wird das Auto-Leasing jedoch auch von privater Klientel vielfach in Anspruch genommen. Kein Wunder: Gerade wer große Investitionen scheut, sich einen überschaubaren Kostenrahmen wünscht und stets ein aktuelles Auto fahren möchte, für den ist das Auto-Leasing besonders interessant.

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Wie funktioniert Leasing? Beim Leasen von Autos gibt es keinen üppigen Kaufpreis, der getilgt werden muss. Stattdessen wird das Auto für eine bestimmte Zeit gemietet. Man ist bei dieser Form der Finanzierung also nicht der Eigentümer. Das ist auch der Grund, warum die monatlichen Beträge im Bereich Fahrzeugleasing im Vergleich zum Ratenkauf üblicherweise niedriger sind. Das führt zum Beispiel dazu, dass bei einer ähnlich gelagerten Rate ein höherwertigeres Auto gefahren werden kann, als wenn das Auto per Kredit abbezahlt wird.

Wovon hängt die Höhe der Rate ab? Mehrere Faktoren spielen eine Rolle. Zunächst einmal stellt sich die Frage nach dem Neupreis, in Bezug auf die jeweilige Automarke und der Wahl des Modells. Dann geht es darum, ob das Auto-Leasing ohne Anzahlung oder mit geleistet wird - falls ja, reduziert dies die monatliche Rate immens. Weitere Parameter sind die Ausstattung sowie die Vertragslaufzeit. Außerdem können beim Leasing Dienstleistungen wie Wartung und Service oder auch die Kfz-Versicherung mit in das Angebot aufgenommen werden. So müssen sich Leasingnehmer weniger um das "laufende Geschäft" kümmern und erhalten beinahe ein Rundum-Paket. Selbstverständlich wird für diese Zusätze ein Aufschlag auf die monatliche Gebühr fällig. Für weitere Betriebskosten wie Treibstoff und Steuer kommt der Leasingnehmer selbst auf.

Auto leasen, Schlüsselübergabe
Beim Leasing bedeutet die Schlüsselübergabe nicht, dass der Wagen in den eigenen Besitz übergeht. Foto: ZDK

Auto leasen: Diese zwei Arten sind verbreitet

Beim Auto-Leasing sind zwei verschiedene Arten üblich:

Kilometerleasing: Das ist in der Regel die für Privat-Leute empfehlenswerteste Variante. Die Vertragsmodalitäten richten sich nach der in Anspruch genommenen Laufleistung in Form von Kilometern. Je niedriger die Laufleistung - desto niedriger fällt die zu entrichtende monatliche Gebühr aus. Umgekehrt wird es für Vielfahrer dementsprechend teurer. Hat man bei der Rückgabe des Leasing-Autos mehr Kilometer absolviert als vereinbart, wird ein Kosten-Nachschlag fällig und dies kostet zumeist mindestens zehn Cent pro überschrittenem Kilometer. Umgekehrt bekommt der Leasingnehmer Geld erstattet, wenn das Auto am Ende unter der fixierten Laufleistung bleibt. Diese Rückerstattung erfolgt dann anhand einer Auszahlung oder aber einer Gegenrechnung beim Anschluss-Leasing. Wichtig: Der Cent-Betrag für weniger gefahrene Kilometer liegt immer niedriger als beim Überschreiten. Generell wird beim Leasing-Vertrag zumeist eine Laufleistung von etwa 10.000 bis 20.000 Kilometer pro Jahr vereinbart. Der Restwert des Autos nach Vertragsende spielt keine Rolle.

Tipp: Man sollte sich gut überlegen, wie hoch Ihre Kilometer-Laufleistung beim Leasing-Auto sein wird. Denn auch die Fahrt zu den Schwiegereltern oder Ausflüge in den Kurzurlaub fallen schnell mal mit hunderten Kilometern ins Gewicht. Daher im Zweifel besser eine höhere Kilometer-Zahl vereinbaren!

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Restwertleasing: Bei dieser Variante von Neuwagen-Leasing wird die Rate aus einer Mischung von Listenpreis und dem geschätzten Restwert bei Ende der Vertragsdauer ermittelt. Ist das geleaste Auto nach Ende der Laufzeit weniger wert als ursprünglich angenommen, begleicht der Leasingnehmer die Differenz aus eigener Tasche. Außerplanmäßige Wertverluste entstehen üblicherweise durch Schäden wie Kratzer, Dellen oder andere Macken am Fahrzeug. Außerdem kann die Minderung beschleunigt werden, wenn die Marktsituation eine andere ist. Ein aktuelles Beispiel ist die Abgasnorm Euro 6d-TEMP: Leasing-Autos, welche die neue Zertifizierung nicht aufweisen können, haben durch die neu beschlossenen gesetzlichen Bestimmungen an Wert eingebüßt. Umgekehrt bekommt der Leasingnehmer Geld zurück, falls der Restwert des Autos am Ende höher ist, als vertraglich vereinbart. Dies ist in der Praxis jedoch selten der Fall. 

Tipp: Diese Art des Auto-Leasing verursacht eher höhere Kosten und sei Privatpersonen daher nicht empfohlen. Vorsicht ist bei niedrigen Leasingraten geboten: Manche Anbieter veranschlagen einen höheren Restwert und gewähren dafür geringe Raten. Dieser Umstand kann für den Leasingnehmer bei der Rückgabe zur Kostenfalle werden, wenn er die Preis-Differenz überweisen muss. Als Richtlinie sollte beim Restwert-Leasing der Händler-Einkaufspreis und nicht der -Verkaufspreis dienen. Denn letzterer liegt zuweilen bis zu 15 Prozent darüber!

...und dann gibt es noch Null-Leasing: Um eine weitere, ziemlich neue Variante handelt es sich bei Null-Leasing-Angeboten. Für dieses Konstrukt bildet die Gesamtsumme aus Anzahlung, Raten und Restwert die Grundlage. Das soll exakt die Kosten der Barzahlung beim Autokauf widerspiegeln. Beim Null-Leasing orientiert sich der Leasing-Geber also am Listenpreis des Neuwagens - dieser liegt jedoch in den meisten Fällen über dem tatsächlichen Kaufpreis, den man bei einer Finanzierung oder als Bargeld- bzw. Festgeld-Kunde leisten müsste. Denn: Preisnachlässe bzw. Rabatte werden in der Regel nicht berücksichtigt. Aus diesem Grund entpuppt sich das Geschäft gerade für private Leasing-Nehmer lediglich als Lockangebot und bringt keinen finanziellen Mehrwert. Im Gegenteil.

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Leasingvertrag endet: Wie geht es nun weiter?

Wenn die Laufzeit des Leasing-Vertrages abgelaufen ist, gibt es verschiedene Optionen:

Auto günstiger leasen: Es besteht die Möglichkeit, den Vertrag zu verlängern und ein Anschluss-Leasing zu vereinbaren. Weil hier ein neuer, aktueller Wert des Fahrzeuges ermittelt wird, profitiert der Leasing-Nehmer von günstigeren Konditionen.

Leasing-Auto kaufen: Hier wird der aktuelle Restwert des Autos anhand einer Schlussrate beglichen und das Fahrzeug wird Eigentum des Leasingnehmers.

Das Auto wird zurückgegeben: Sowohl beim Kilometer- als auch Restwert-Leasing steht am Vertragsende die Frage im Raum, ob Geld nachgezahlt werden muss, oder man etwas zurückerstattet bekommt. Übliche Gebrauchsspuren werden nicht in Rechnung gestellt, bei übermäßiger Abnutzung in Form von Schäden muss möglicherweise noch gezahlt werden. Bei etwaigen Bedenken ist es für Leasingnehmer durchaus ratsam, einen unabhängigen Sachverständigen mit ins Boot zu holen. So fährt man manchmal günstiger damit, vorher noch eine Reparatur zu tätigen, als später vom Leasing-Geber zum finanziellen Nachschlag aufgefordert zu werden.

Leasing, Auto-Rückgabe, Kfz-Werkstatt
Nach Ende der Vertragslaufzeit kommt es beim Auto-Leasing zur Endabrechnung. Symbolfoto: Renault

Auto-Leasing für Privatkunden: Das sind die Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Leasingraten in der Regel niedriger als bei einer Finanzierung
  • Höherwertiges Auto aufgrund niedriger Leasingraten möglich
  • Man bindet sich nicht für viele Jahre an ein bestimmtes Auto
  • Überschaubare Kosten, da das Fahrzeug nur genutzt und nicht gekauft wird
  • Preisvergleich von Kfz-Betrieben entfällt wegen Werkstattbindung 
  • Die Jagd nach zinsgünstiger Finanzierung des Neuwagens ist hinfällig
  • Kommt der Leasingnehmer seinen Pflichten nach, gibt es bei der Rückgabe meist keine Probleme
  • Kein Aufwand bei einem Weiterverkauf des eigenen Autos als Gebrauchtwagen

Nachteile:

  • Auto günstig leasen bedeutet, kein eigenes zu besitzen
  • Mögliche Nachzahlung nach Ablauf des Leasing-Vertrages
  • Vernachlässigte Autopflege kann teuer werden
  • Privates Auto-Leasing ist nicht steuerlich absetzbar
  • Vollkasko-Versicherung ist verpflichtend
  • Flexibilität ist eingeschränkt - Beispiel Werkstattbindung
  • Leasingvertrag kann nicht vorzeitig gekündigt werden

Gebrauchtwagen-Leasing als populäre Alternative

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Bei den meisten Menschen ist wohl die Möglichkeit des Neuwagen-Leasings im Bewusstsein verankert. Was viele jedoch nicht wissen: Auch Gebrauchtwagen können geleast werden, und dies stellt besonders für private Nutzer eine immer interessantere Leasing-Form dar, denn: Das Angebot beim Gebrauchtwagen-Leasing ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen – und damit auch der Wettbewerb, was wiederum die Konditionen für die Verbraucher optimiert. Weil der Zustand von gebrauchten Leasing-Autos nicht mehr neuwertig ist, fällt der Kostenfaktor Wertverlust nicht ganz so gravierend aus wie bei einem Neuwagen. Darüber hinaus sind auch Vorführ- oder Jahreswagen mit wenig gefahrenen Kilometern zu günstigeren monatlichen Konditionen mietbar. Unternehmen und Selbständige genießen selbstverständlich auch beim Gebrauchtwagen-Leasing den Vorteil, dass das Auto bei beruflicher Nutzung von der Steuer abgesetzt werden kann. Auch beim Leasing eines Gebrauchten kann das Auto nach Ablauf der Vertragsdauer gegebenenfalls gekauft werden. Eine Anschlussfinanzierung in Form eines neuen Leasing-Vertrages liegt ebenfalls im Bereich des Möglichen.

Autos auf dem Gebrauchtwagenmarkt werden in der Regel in einem geprüften, einwandfreien Zustand angeboten. Doch steigt bei Fahrzeugen mit zunehmendem Alter bekanntermaßen auch die Anfälligkeit für Pannen und somit auch die Wahrscheinlichkeit von damit verbundenen Wartungskosten. Bei älteren gebrauchten Leasing-Autos empfiehlt es sich, die Vertragslaufzeit eher niedrig zu wählen - zum Beispiel zwei Jahre. Auch bei Autos aus zweiter Hand verlangen Leasing-Anbieter üblicherweise die Fahrt zur Vertragswerkstatt. Dort sind die Kosten höher als in einer Freien Werkstatt.