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VW ID. Space Vizzion, Design-Skizze Foto: VW
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Der Driven-Newsletter 46/19

Der Gigafactory-Schock

++VW E-Auto ID. Space Vizzion++Seat Ibiza im Check++Audi Q3 im Test++BMW X4 im Check++

Liebe Driven!-Leser, 

die Nachricht glich einem Paukenschlag. Ach was – eher einem Erdrutsch! Tesla plant eine neue "Gigafactory" in der Nähe Berlins. Das neue SUV "Model Y soll dort montiert werden. "Eine sensationelle Chance für den Standort Deutschland", sagen die einen. Andere hingegen wollen in Elon Musks Ankündigung einen jener PR-Stunts erkennen, für die der schillernde Tausendsassa ebenso berühmt wie berüchtigt ist. "Musk being Musk", eben. Fest steht: ob die neue Fertigungsanlage auf deutschem Boden eine Offenbarung oder bloß eine Luftnummer ist, steht derzeit in den Sternen. Deutlich klarer lässt sich indes schon jetzt eins erkennen: Nämlich, welch enorme Sprengkraft Musks Ankündigung im Mutterland des Automobils entwickeln könnte. 

Tesla "Made in Germany"?
Ob die Gigafactory in Germany nun kommt oder nicht – die deutsche Autoindustrie kann Elon Musks Worte nur als Fehdehandschuh verstehen. Ein Parvenü aus dem Silicon Valley klotzt eine Pracht-Fabrik in den Vorgarten von VW, BMW, Audi & Co.? Vor ein paar Jahren noch undenkbar. Zumal der durchaus nicht unumstrittene Elektromobilitäts-Guru nicht müde wird, ostentativ die zahlreichen qualifizierten Arbeitskräfte und die starke Zuliefer-Industrie zu preisen, die er auf dem deutschen Markt vorfindet – und die er offenbar mühelos für die eigene Firma gewinnen zu können glaubt. Vor diesem Hintergrund scheint es fast egal, ob es sich bei dem Tesla-Plan lediglich um ein Musk-Manöver handelt – die Furchtlosigkeit, mit der der Emporkömmling die Platzhirsche verbal herausfordert, zeigt, dass die Schlacht um die künftige Vorherrschaft in der Autowelt scheinbar in eine neue Runde geht. Der gerade von der deutschen Konkurrenz lange belächelte Musk ist mit dem Bedeutungsgewinn der Elektromobilität längst vom Underdog zur ernsthaften Bedrohung der eigenen Dominanz geworden. Fragt sich: wie werden, ja, können die deutschen Hersteller auf diese Kampfansage reagieren?

VW: Die Zeichen auf Zukunft?
Klar ist: Kurzfristig ist an Teslas Vorreiterrolle wohl kaum zu rütteln. Vielmehr bleibt den hiesigen Giganten nichts übrig, als sich weiter der Aufholjagd zu stellen und beim Thema "Elektromobilität" den vol
lmundigen Versprechungen ernsthafte Taten folgen zu lassen. Und sich dabei, wohl oder übel, Tesla zum Vorbild zu nehmen. So macht es beispielsweise Volkswagen, wo man schon seit einer Weile Stromer um Stromer ankündigt und sich dabei anschickt, heimlich, still und leise den legendären Konzernklassikern jeweils ein elektrisches Pendant  aus der "ID"-Reihe zur Seite zu stellen. Der E-Golf-Nachfolger "ID.3." ist bekanntlich bereits bestellbar, auch der e-up! feierte im September Premiere. Derweil präsentiert man einige vielversprechende Konzepte, Anfang des Jahres die Elektro-Limousine "ID. Vizzion", jetzt die Kombi-Version mit dem Zusatz "Space", die 2021 in die Showrooms rollen soll. Was uns dann erwarten könnte, haben wir uns diese Woche für Euch angesehen. Und wer weiß: Vielleicht wird man irgendwann rückblickend sagen, dass der deutschen Autoindustrie nichts Besseres passieren konnte als der Gigafactory-Schock. 

Eine schöne Woche wünscht,
Martin Maerschalk
Chefredakteur Driven! Autowelt

 
Bild: VW
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