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 Ein Audi A7 in silbergrau von der Seite.
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Der Audi A7 als Gebrauchtwagen im Test

Genügsame Diva im besten Alter

Noch ist der Audi A7 kein Auslaufmodell – aber der es gibt schon viele Gebrauchte auf dem Markt. Die beste Zeit zum Zugreifen?

Wer auffallen will, muss leiden – diese Regel galt bei Autos lange. Denn wer etwas mondänes haben wollte, das nicht in die klassischen Segment-Schubladen passt, musste auf Exoten aus England oder Italien umsteigen. Die machen aber bekanntlich Zicken aller Art – und über die Verbrauchswerte wollte man meist erst gar nicht sprechen.

Doch im letzten Jahrzehnt entdeckten dann die deutschen Premiumhersteller das viertürige Coupé für sich. Seitdem gibt es eine ganze Reihe an bodenständigen Diven. Diese Beschreibung passt wohl am besten auf den Audi A7 Sportback: Er ist ganz klar ein Kind der Designabteilung, aber eben auch ein Audi, d.h.  alltagstauglich, allürenfrei, sparsam und spritzig dank Dieselmotor – und auf Wunsch sogar mit Allradantrieb erhältlich.

Der A7 wird in seiner jetzigen Form bereits seit dem Jahr 2010 gebaut und ist jetzt in einem interessanten Gebrauchtwagenalter: auf der einen Seite ist das Second-Hand Angebot schon recht groß, andererseits ist ein Generationenwechsel aber noch nicht in Sicht. Sprich: Wer jetzt einen günstigen Gebrauchten ergattert, spart sich den Wertverlust und hat noch ein ganzes Weilchen Zeit, bis sein Auto als „Vorgängermodell“ gilt.

Gar nicht so unvernünftig: Die Karosserie des Audi A7 Sportback

Beim Audi A7 hat der elegante Schwung der Dachlinie ganz offensichtlich Vorrang gegenüber praktischen Erwägungen. Trotzdem gelingt ihm die Synthese von Schönheit und Komfort dann doch recht gut. Während man vorne absolut komfortabel sitzt, sollte man hinten die 1,80 allerdings nicht allzu weit überragen.

Aber wer sich dieses Modell entscheidet, der wird wohl eher selten jemanden auf der Rückbank haben: Als Familienkutsche kommt der A7 Sportback nämlich nicht Frage. Das merkt man schon am Kofferraum. Der ist mit 535 Litern zwar einigermaßen groß, die Rücksitze lassen sich umlegen und die Klappe öffnet recht hoch – aber die Breite der Öffnung produziert zusammen mit der Höhe der Ladekante und den weit in den Kofferraum hineinragenden Radkästen ein regelrechtes Nadelöhr. Skier lassen sich dort z.B. noch ganz gut einfädeln – aber ein echter Packesel für Kinderwagen & Co. ist der A7 natürlich nicht.

Viel gelobt wird auch das Ambiente Innenraum des Audi A7 – hier setzt Audi eine naturbelassene Holz-Optik und neben diesen Funierflächen kann man sich auch noch einige Elemente aus gebürstetem Aluminium hinzubestellen.

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Kesseln mit Köpfchen: Die Motoren des Audi A7 Sportback

Wer auf der Audi-Seite den Konfigurator für den A7 anklickt, sucht vergeblich nach einem Benziner. Außer bei den S- und RS-Modellen wird das Auto nur noch als Diesel angeboten. Dafür nennt Audi einen einfachen Grund: Der Kunde hat es nicht anders gewollt – nachgefragt wurden im Prinzip wohl nur die Selbstzünder.  

Dabei gab es bei der Einführung noch eine breite Palette an Benzinern. Darunter auch den 1.8 TFSI ultra – allerdings nur in wenigen Ländern der EU, anscheinend wollte Audi sein stolzes Sportcoupé nicht mit als Nuckelpinne auf die deutsche Autobahn schicken. Hierzulande begann man mit dem turbogeladenen 2.0 TFSI Motor, der eine Leistung von 185 kW/252 PS im A7 nur per Vorderradantrieb auf die Straße bringt und dabei 6.9 Sekunden von 0 auf 100 braucht. Geschaltet wird über das Doppelkupplungsgetriebe, das bei Audi „S tronic“ heißt und man kann bis zur elektronischen Begrenzung bei 250 km/h durchbeschleunigen.

Größer, aber weitaus schwächer ist der 2.8 FSI, der allerdings schon 2014 aus dem Programm genommen wurde. Er leistet 150 kW/ 204 PS, schaltet mit der stufenlosen Multitronic, kommt dabei aber nur bis 235 km/h. Dafür war er wahlweise auch als Allrad verfügbar.

Standardmäßig auf „quattro“ und mit Kompressor unterwegs waren die 3.0 TFSI Motoren, die im Laufe der Zeit von änfänglich 220 kW/300 PS auf 245 kW/ 333 PS aufgestockt wurden. Damit schafft man die 0-100 km/h dann in spritzigen 5,3 Sekunden – da kommt schon fast auf Schlagdistanz zum Porsche Carrera (4,6 Sekunden).

Eine Liga für sich sind natürlich die S und RS Modelle – hier kommt man dann aber in die Leistungsklasse 400 PS plus – und gleichzeitig eben auch auf das entsprechende Preisniveau. Die allermeisten gebrauchten Audi A7 wird man aber sowieso mit einem 3.0 Liter Dieselmotor unter der Haube vorfinden. Ihn gibt es in insgesamt 7 Varianten, die zwischen 140 kW/ 190 PS und 240 kW/326 PS leisten – und je nach Stärke Frontantrieb oder Allrad haben. Dabei nutzt der A7 eben auch alle Spritspartricks der Moderne, von der Start-Stopp-Automatik bis zur Bremsrekuperation.

Der Audi A7 als Gebrauchtwagen: Fazit und Preis

Günstig wird die Sache nicht, so viel ist schon einmal klar. Aber das wäre ja nun auch ein wenig viel verlangt. Neu kostet der A7 mindestens 55.000 Euro. Und nachdem kaum jemand ein „nacktes“ Luxus-Coupé bestellt, kann man auch schnell noch mal 20.000 € in Audis berüchtigte Aufpreisliste stecken.

Wenn man also eines der 3.0 Liter TDI Modelle mit weniger als 100.000 Kilometern Laufleistung ergattern will, und es darin auch noch einigermaßen üppig zugehen soll, wird man wohl mindestens 25.000 Euro einplanen müssen. Andererseits bekommt man dafür eben auch einen Audi – und die sind bekanntlich zu hohen Laufleistungen in der Lage und halten ihre Mängellisten denkbar kurz.

Für ein zickenfreies Alltagsauto, dass dabei noch so viel Extravaganz, Luxus und Grandezza ausstrahlt wie ein A7, ist dieses Budget dann auch gerechtfertigt.