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Der Audi A3 (8L) als Gebrauchtwagen im Test

Ein nimmermüder Erstling

20 Jahre hat der erste A3 mittlerweile auf dem Buckel. Lohnt sich Audis Kompakt-Erstling noch immer als Gebrauchter?

Das erste Audi-A3-Modell mit der Typenbezeichnung "8L" war sicher nicht irgendein beliebiger Erstling, als man ihn 1996 der staunenden Öffentlichkeit präsentierte. In puncto Komfort, Ausstattung und Motorisierung setzte der bis 2003 gebaute Audi A3 8L neue Maßstäbe in der damals eher vom bloßen Nutzwert dominierten "Golfklasse". Natürlich ließ sich Audi diese Premium-Qualitäten auch bezahlen. Heutzutage ist die erste A3-Generation als Gebrauchtwagen hingegen ein echter Preistipp. Die Gretchenfrage: Ist der A3 8L auch heute noch empfehlenswert? Oder ist der 8L inzwischen eher ein Fall fürs Audi-Museum?

Eine allgemeine Übersicht über den Audi A3 als Gebrauchtwagen findest Du hier.

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Der Audi A3 (8L) als Gebrauchtwagen: Die Motorvarianten

Die Leistungspanne der Motoren reicht von 66 kW/90 PS bis zu ordentlichen 165 kW/225 PS beim sportlichen S3-Modell. Ein echter Bestseller - natürlich wegen seines günstigen Verbrauchs - war der 1,9-Liter-Diesel mit 66 kW/90 PS und 110 PS, den man daher logischerweise auch als Gebrauchtwagen des Öfteren antrifft. Mit einer Empfehlung für den Selbstzünder muss man sich heute allerdings zurückhalten: Probleme mit dem Zahnriemen führen gerne mal zu einem kostspieligen Motorschaden. Eine Erneuerung qua Inspektionsplan ist also ein Muss. Wer partout nicht auf einen Diesel verzichten will, sollte außerdem auf einen frischen Ölwechsel achten. Defekte Zylinderkopfdichtungen sind ebenfalls häufiger mal ein Problem.

Als achtbarer Gebrauchtwagen präsentiert sich hingegen auch heute noch der 1,6-Liter-Benziner mit 74 kW/100 PS. Sicher nicht der spritzigste Audi A3 auf dem Markt, aber wenigstens angemessen flott und für den Alltagsgebrauch somit völlig ausreichend. Dasselbe gilt im Übrigen für die 1,8-Liter-Variante mit 92 kW/125 PS. Vorsicht ist hingegen bei den 1,8-Liter-Turbobenzinern geboten: Sie werden mit Vorliebe von Tunern modifiziert. Und höherer Ladedruck und angepasste Motorsoftware sind zwar ein Garant für ein paar PS mehr - aber Gift für Haltbarkeit, Verschleiß und Verbrauch.

Die Auspuffanlagen des Audi A3 8L geben erfreulicherweise selten Grund zur Beanstandung: Rostbefall ist laut TÜV-Mängelreport selten ein Problem der ersten A3-Generation, wobei sich bei den ersten Baujahren schon Aufgrund Ihres Alters ein genaueres Hinsehen lohnt. Hier findet Ihr unseren Ratgeber zum Gebrauchtwagenkauf.

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Der Audi A3 (8L) als Gebrauchtwagen: Karosserie und Innenraum

Klar: Ein Raumwunder ist der Audi A3 beim besten Willen nicht. Vier "normal" gebaute Personen sollten aber problemlos Platz finden - bei fünf wird es dann schon etwas arg kuschelig im Fond, insbesondere beim Dreitürer. Der ab 1999 erhältliche Fünftürer bietet etwas mehr Platz, auch lassen sich die Rücklehnen leichter umklappen. Wer sehr viel Platz benötigt, sollte sich aber besser anderswo umtun - und sich beispielsweise näher mit dem ab 2004 mit der zweiten Generation erhältlichen Sportback auseinandersetzen. Gut gealtert ist die Karosserie: sie behält auch im hohen Alter ihre Festigkeit. Allerdings können bei den frühen A3-Vetretern schon mal die Türkanten von Rost befallen werden, wie "Auto Motor und Sport" feststellt. Gleiches gilt für den Dachfalz. Probleme, die Audi mit dem Facelift behob. 

In puncto Verarbeitung, Haptik und Design überzeugt der Innenraum des Audi A3 8L noch heute auf ganzer Linie. Zeitloses Design ist eben eine Stärke der Ingolstädter Nobelmarke. Wer beim Gebrauchtwagenkauf ein paar Euro drauflegt, darf sich jenseits der Basisausstattung über ausstattungstechnische Annehmlichkeiten freuen, die sich vormals nur in Fahrzeugen höherer Klassen finden ließen. Dabei gilt: die Modelle nach dem Facelift im September 2000 fallen in puncto Materialien noch etwas edler aus als die ersten Baureihen, was beispielsweise die höherwertigen Polsterstoffe belegen. Wermutstropfen: Die Softlacke im Innenraum sind nicht ganz so alterungsresistent, wie die insgesamt hervorragende Verarbeitungsqualität. Besonders die Türgriffe sind oft betroffen. Mit der zweiten Generation (8P) gelang Audi dann hinsichtlich Qualität und Verarbeitung ein weiterer Schritt nach vorn. Im Wortsinn augenfällig ist die für Kompaktwagen übliche, ausgezeichnete Rundumsicht - was sich gerade bei engen Parklücken als ausgemachte Wohltat ausnimmt. 

Ausstattung und Sicherheit beim Audi A3 (8L) als Gebrauchtwagen

Sicherheit wurde auch beim ersten Audi A3 schon großgeschrieben. Beim EuroNCAP-Crashtest 1998 holte sich der 8L vier von fünf Sternen. Seitenairbags waren ab 1997 mit an Bord, ESP nur in bestimmten Modellen - darauf muss beim Gebrauchtwagenkauf also besonders geachtet werden. Die Scheinwerfer wurden beim Facelift mir Klarglasoptik veredelt. Vier Ausstattungsvarianten wurden damals angeboten: Attraction (Basis), Ambition (komfortabel) und Ambiente (sportlich) und die noch sportlichere S-Line. 

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Audi A3 (8L) als Gebrauchtwagen: Qualität, die noch immer überzeugt

Zugegeben: ein paar Schwächen leistet sich auch der grundsolide Audi A3. Neben den bereits erwähnten Softlack-Schwierigkeiten hat der gebrauchte Premium-Kompakte bisweilen mit störrischen Fensterhebern und defekten Antriebswellen zu tun. Auch das Lenkungsspiel, die Auspuffanlage oder die Handbremse können Probleme machen. Insgesamt macht der 8L aber trotz seines inzwischen stolzen Alters an der Qualitätsfront eine souveräne Figur. Gravierendere Mängel wie Ölverlust oder Probleme an der Beleuchtungsanlage bleiben meist aus und die verzinkte Karosserie ist gegen Rost fast immun. Auch die Bremsen sind ein Muster an Stabilität. 

Fazit zum Audi A3 8L als Gebrauchtwagen: Lohnt sich der Kauf?

Ein richtiges Schnäppchen ist der A3-Stammvater auch heute noch nicht. Die Preisspanne reicht, je nach Zustand, von ca. 1.000 Euro bis 5.000 Euro. Neuwertige Fahrzeuge mit einem Tachostand unter 50.000 Kilometer sind inzwischen selten geworden. Summa summarum ist der Audi A3 8L trotz seines Alters noch immer ein mehr als solider Premium-Kompakter. Idealerweise entscheidet man sich beim Gebrauchtwagenkauf für einen Fünftürer neueren Baujahres und mittlerer Ausstattung. Auch ESP und Airbags sollten mit an Bord sein. Wer gerne noch ein kleines Bisschen mehr Premium hätte und nicht zu sehr an seinem Sparbuch hängt, sollte die zweite A3-Generation in Erwägung ziehen. Grundsätzlich gilt aber auch für den "alten" A3 eine klare Kaufempfehlung, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Klar ist: Die Autos der Ingolstädter sind in puncto Werterhalt einfach eine Bank - und damit heutzutage vielleicht sogar verlässlicher als so manches Sparbuch.